Der Wellograph Fitnesstracker... warum nicht mal als Uhr? (Bild:  © 2013 Wellograph Co., Ltd)
Der Wellograph Fitnesstracker… warum nicht mal als Uhr?
(Bild: © 2013 Wellograph Co., Ltd)

Heute mal ein schönes Beispiel, wie sehr sich Renderings und gute Produktfotos von der Realität unterscheiden können. Die Firma Wellograph hat jetzt einen Activity Tracker im Uhrenformat angekündigt. Fitness-Tracker sind ja eigentlich nicht so ganz mein Ding. Ich bin zwar in gewissen Rahmen zahlengeil aber trotzdem hatte ich bis jetzt noch keine Motivation, mich einer Ganztagesüberwachung zu unterwerfen, nur um am Ende des Tages festzustellen, dass ich mich zu wenig bewegt habe (Bürojobs leben hoch). Hinzu kommt noch, dass die meisten Fitnesstracker die Uhrzeit nur auf Knopfdruck oder gar nicht anzeigen, was die Alltagseignung doch einschränkt. Entweder muss ich zusätzlich noch eine Uhr tragen oder ganz darauf verzichten, da ich Uhren, die nur auf Knopfdruck die Zeitanzeige einblenden, nicht nutze. Alles schon ausprobiert.

Der Wellograph kommt als „normale Uhr“ daher. Diese sieht sogar ganz chic aus, zumindest wenn man sich die stylischen Produktbilder anschaut. Wenn man sich die Hands-On-Bilder von Engadget antut wird man jedoch schnell feststellen, dass zwischen Marketing und Realität leider wie so oft noch ein kleiner Unterschied besteht. Die Uhr wirkt doch recht klobig. Fingerabdrücke machen sie auch nicht schöner. Das größte Problem dürfte der Farbunterschied zwischen Display und schwarzem Rand sein. Hierdurch fällt ziemlich schnell auf, dass das Display doch erheblich kleiner als das Gehäuse ist. Das ist aber ein weit verbreitetes Problem. Irgendwie scheinen die Hersteller es nicht zu schaffen, die Gehäusefarbe mal dem Display anzupassen oder mit einem richtigen Kontrast zu arbeite. Knapp daneben ist in Farbbelangen ja meist am schlimmsten.

Sehr stylisch, solange man nicht den Unterschied zwischen Frontplatte und Display sieht. (Bild:  © 2013 Wellograph Co., Ltd)
Sehr stylisch, solange man nicht den Unterschied zwischen Frontplatte und Display sieht.
(Bild: © 2013 Wellograph Co., Ltd)

Das Grunddesign ist schön reduziert. Alu paart sich mit einer schwarzen Oberfläche, die unter einem Saphirglas liegt. Saphirglas ist eine feine Sache, hält es doch mehr aus als Gorillaglas. Wer nicht gerade mit Diamanten rumspielt muss sich schon gehörig anstrengen, dort einen Kratzer rein zu bekommen. Interessanter Weise behaupten Wellograph laut Engadget, die ersten zu sein, die Saphirglas in bezahlbaren Regionen (ca. 300$) einsetzen wollen. Da hat wohl jemand die Omate vergessen, die in einem ähnlichen Preisbereich angesiedelt ist.

Dem Ganzen gesellen sich noch zwei Knöpfe und ein Lederarmband hinzu.

Ein bisschen Featureitis darf auch nicht fehlen. Am interessantesten dürfte der in der Unterseite der Uhr eingebaut Pulsmesser sein. Dieser schein wie bei Polar mittels Licht und Fotosensor zu arbeiten. Ein externer Brustgurt wird dadurch überflüssig. Außerdem ist wie zu erwarten ein Bewegungssensor verbaut. Somit können die üblichen, von Fitnesstrackern bekannten Funktionen angeboten werden.

Da durch das Uhren-Design ein im Vergleich zu den meisten Trackern relativ großes Display (1,26“, 168 x 144px, LCD) zur Verfügung steht können alle Daten direkt auf der Uhr angezeigt werden. Man muss nicht erst das Smartphone zücken. Das steigert die Praxistauglichkeit ungemein. Eine Synchronisation mit dem Smartphone ist via Bluetooth 4.0 möglich. Allerdings bezieht sich das nur auf die Fitnessgeschichten. Smartwatchfunktionalitäten bietet der Wellograph nicht. Naja, vielleicht nicht verkehrt, wenn sich der Hersteller erst mal auf sein Kerngebiet konzentriert. Vielleicht wird da ja noch mal was nachgeliefert.

So sol das Userinterface aussehen... (Bild:  © 2013 Wellograph Co., Ltd)
So sol das Userinterface aussehen…
(Bild: © 2013 Wellograph Co., Ltd)

Die versprochene Akkulaufzeit klingt erstaunlich. Im Tracking-Modus soll die Uhr zwei Wochen durchhalten. Der Clock-Only-Modus soll sogar 3 Monate schaffen. Ob das mit 240 mAh Akkuleistung machbar ist? Mal sehen, was da die Praxis zeigt und hoffen wir, dass sich das auf ein Nutzung mit einem allways-on-Display bezieht.

Geladen wird der Wellograph mittels Dock. Hier wurde glücklicher Weise das Armband mit berücksichtig, so dass die Uhr im Doch auch auf dem Schreibtisch eine ganz passable Figur macht.

Der Wellograph macht auf dem Papier einen sehr interessanten Eindruck. Die Live-Bilder machen mich allerdings ein bisschen unglücklich. Die Frage ist, in wie weit man sich von Messebilder leiten lassen kann. Zumindest Fingerabdrücke dürften zu einem nicht geringen Teil dem Messebetrieb geschuldet sein. Der Farbunterschied zwischen Display und Rand sind mir persönlich zu groß. Hier kommt dann doch ein Nachteil des Onlineshoppings zu tage. Gerade bei Uhren ist es doch immer noch die beste Entscheidungshilfe, sie am eigenen Arm zu sehen.

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