Schwimmen, wie ein Fisch im Wasser... ohne fetter Druckflasche - Triton (Bild: indiegogo/© Saeed Khademi)
Schwimmen, wie ein Fisch im Wasser… ohne fetter Druckflasche – Triton (Bild: indiegogo/© Saeed Khademi)

Wer als Kind den James Bond Film Feuerball gesehen hat wird sich sicherlich noch an die coolen, kleinen Luftpatronen erinnern, mit denen James Bond ein paar Minuten unter Wasser tauchen konnte. Auf diesen Spuren will jetzt Triton wandern.

Der Rebreather aus Feuerball war in der Lage Luft für etwa 4 Minuten Tauchdauer zu speichern. Das war damals ein so cooles Gadget, dass selbst die Royal Navy bei den Produzenten abgerufen haben soll, wo man sowas herbekäme. War aber nur eine Requisite.

Wenn das jetzt über 50 Jahre später möglich sein sollte würde sich vermutlich keiner wundern. Trotzdem ist mir ein Gerät dieser Größe bis jetzt unbekannt. Ok, bin aber auch kein Tauchspezi.

Das Triton, dass man jetzt bei Indiegogo unterstützen kann, will die Werte des James Bond Rebreathers nun bei ansatzweise gleicher Größe verzehnfachen. 45 Minuten unten Wasser bei ansatzweise gleicher Größe? Wie soll das denn gehen? Eins ist klar: mit der üblichen Methode, Druckflaschen mit Gas zu füllen, wird man die Abmessungen bestimmt nicht erreichen.

Triton arbeitet nach einem ganz anderen Prinzip. Man hat sich die Kiemen von Fischen zum Vorbild genommen. Eine Membran soll in der Lage sein, nur den Sauerstoff aus dem Wasser durchzulassen. Mit einem kleinen akkubetriebenen Kompressor soll diese Luft dann in ausreichender Menge aus dem Wasser gezogen werden.

Das Prinzip soll bis etwa 4,5 Meter Wassertiefe funktionieren. Ob danach der Wasserdruck zu hoch oder Sauerstoffgehalt zu niedrig wird kann man der Projektbeschreibung leider nicht entnehmen. Letztendlich auch egal. Wenn das Gerät versagen sollte wäre ich nur ungerne tiefer.

Bei niedrigem Akkustand warnt Triton den Tauscher mittels Vibration vor. So soll man genügend Zeit zum auftauchen haben.

Wasserfilter und Membran sollen den Sauerstoff aus dem Wasser ziehen können. Ob das klappt? (Bild: indiegogo/© Saeed Khademi)
Wasserfilter und Membran sollen den Sauerstoff aus dem Wasser ziehen können. Ob das klappt? (Bild: indiegogo/© Saeed Khademi)

Bei 299 $ plus Nebenkosten ist Triton kein billiger Spaß. Zwar dürfte es damit immer noch deutlich billiger als eine reguläre Ausrüstung mit Atemregler, Flasche und dergl. sein. In Anbetracht der ja schon fast unglaublichen Innovation sollte man aber bedenken, dass man hier ein großes finanzielles Risiko eingeht.

Generell kann man bei Crowdfunding-Kampagnen ja sagen, dass die Wahrscheinlichkeit einer Bauchlandung in direktem Zusammenhang mit dem Grad der Innovation einhergeht. Wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass jemand ein Prinzip entwickelt, dass einem das Tauschen ohne Pressluftflaschen ermöglicht und sich an der Kiemenatmung von Fischen orientiert? Gute Frage. Ich kann es ehrlich gesagt nicht beantworten. Wenn sowas möglich ist würde mich es mich aber wundern, dass noch kein anderer dieses Prinzip umsetzen und zu Geld machen konnte. Die militärischen Anwendungsmöglichkeiten dürften ja auch nicht zu vernachlässigen sein. Da finde ich es etwas seltsam, dass das über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert werden muss.

Wer sich für Triton interessiert sollte also am besten Geduld bewahren und warten, bis das Teil wirklich fertig ist, getestet wurde und regulär zu kaufen gibt. Die Ersparnis von 100 $ gegenüber dem angepeilten Marktpreis dürfte das Risiko eines Komplettverlustes nicht rechtfertigen.

 

UPDATE (29.03.2016):

Die Site DeepSeaNews hat den Spaß mal durchgerechnet. Triton müsste 90 Liter Wasser in der Minute durchjagen um genügen Sauerstoff rauszufiltern… natürlich nur bei 100% Extraktionseffizienz. Dass das nicht funktionieren kann sollte selbst dem Nicht-Skeptiker einleuchten. So gesehen scheint die Geschichte wohl mehr als auf wackeligen Beinen zu stehen.

Tldr;

Triton ist ein Atemsystem für das Tauchen bis 4,5 Meter tiefe, dass sich den Sauerstoff wie bei Fischkiemen aus dem Wasser holt. Umsetzbar? Zweifel sind durchaus berechtigt.

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