Wenig Technik und eine clevere Konstruktion - STAC Zero, der berührungslose Bike-Trainer (Bild: kickstarter/ © Andrew Buckrell)
Wenig Technik und eine clevere Konstruktion – STAC Zero, der berührungslose Bike-Trainer (Bild: kickstarter/ © Andrew Buckrell)

Ich gebe zu, dass es im Sommer doch etwas verlockender ist, mit dem Rennrad über die Straßen zu rasen als im dunklen Kämmerlein Blogartikel zu schreiben. Wie jedes Jahr nimmt die Schlagzahl hier im Blog auch aktuell etwas ab. Nichts desto trotz, der nächste Winter kommt bestimmt und man muss sich dann ja auch irgendwie fit halten. Was passt da besser, als der leiseste Rollentrainer der Welt. Das behaupten zumindest die Macher vom STAC Zero.

Wer in der dunklen Jahreszeit seine Beine nicht ganz verlieren, trotzdem aber nicht frieren will, hat eigentlich nur zwei Möglichkeiten: Ergometer oder Rolle.

Generell finde ich ja die Roller besser, weil man hier nicht mit unterschiedlicher Geometrie kämpfen muss. Je nach Ergometer kann man die zwar seinem richtigen Rad ansatzweise angleichen. Oft muss man aber spätestens beim Q-Faktor, dem Abstand zwischen den Pedalen, die Segel streichen. Der ist bei vielen Ergometern oft höher.

Nachteil von Rollentrainern ist jedoch zum einen, dass man immer das Hinterrad wechseln muss da man entweder ein Laufrad mit Rollenbereifung braucht oder das Bike ohne Laufrad in den Trainer spannt. Zum anderen, und viel schlimmer, ist, dass die Geräuschkulisse, die so eine Rolle fabriziert, der Beste Weg ist, Streit mit den Nachbarn zu bekommen. Da fallen solche Punkte wie immer ein schmutziges Rad in der Wohnung stehen zu haben gar nicht mehr ins Gewicht.

Der STAC Zero will nun die beiden Hauptpunkt Lärm und Radtausch eliminieren.  Dies soll dadurch geschehen, dass er komplett berührungslos arbeitet. Das Rad wird nicht wie üblich mit vielen Kilo Anpressdruck gegen eine kleine Rolle gequetscht, keine großen beweglichen Teile machen krach. Vielmehr wird das Hinterrad zwischen zwei Magnetleisten gespannt, die, je nach Abstand zur Felge, das Rad herunterbremsen. Bis zu 2000 Watt Trittwiederstand sollen so möglich sein. Ok, das haben die Macher in Realität noch nicht treten können. Aber wer 2000 Watt schafft braucht sich vermutlich um das Trainingsgerät selber keine Gedanken mehr machen zu müssen. Der dürfte dafür dann seinen Trainerstab dafür haben.

Damit das Ganze funktioniert und auch ein brauchbares Fahrgefühl vermittelt müssen zwei Punkte beachtet werden. Als erstes funktioniert der Trainer nur mit Alu-Felgen. Carbon-Laufräder reagieren ja nicht wirklich auf Magnetismus und Stahlfelgen reagieren zu stark drauf. Wer also mit Kohlenstoff fährt muss wohl doch das Laufrad wechseln. Als zweites müssen zwei Gewichte in das Laufrad gehängt werden, damit es nachlaufen kann. Sonst würde es jedes Mal, wenn man mit dem Treten aufhört, sofort stehen bleiben.

Das mach auf mich zwar einen etwas beängstigenden Eindruck, Kilo-schwere Gewichte an die Speichen zu schrauben, soll laut dcrainmaker, der schon einen Prototypen testen konnte, aber wohl recht problemlos gehen. Generell hat Ray eine ganz positive Meinung von dem STAC Zero und das spricht durch aus für das Gerät, da Ray bei Corwdfunding-Projekten immer sehr zurückhaltend ist.

Die Magnettechnik hat übrigens neben der fehlenden Reibung noch einen weiteren Vorteil. Der Trainer kommt mit sehr wenig Technik und Mechanik aus und ist somit sehr leicht und nimmt zusammengeklappt sehr wenig Platz weg. Nicht zu verachten.

Zwei Versionen werden angeboten. Die günstige kommt komplett ohne Technik aus. Das kostet aktuell etwa 250 Euro plus Nebenkosten. Wer nicht auf ein bisschen Statistik und die Möglichkeit verzichten will, das Teil z.B. mit Zwift zu betreiben, muss die Powermeter-Version nehmen. Diese kann ihre Daten mit ANT+ und BLE an die Welt weitergeben und schlägt zurzeit mit etwa 310 Euro plus Nebenkosten zu Buche.

Der einzige Wermutstropfen bei der Geschichte ist, dass eine angeschlossene Software den Trittwiederstand nicht ändern kann. Man stellt die Magneten auf einen Wiederstand ein und regelt dann mit der Gangschaltung des Rades. Dadurch leidet dann beim virtuellen Fahren natürlich etwas die Immersion. Aber bei dem Preis kann man sich da glaube ich nicht beklagen.

Versucht das mal mit nem Wahoo Kickr (Bild: kickstarter/ © Andrew Buckrell)
Versucht das mal mit nem Wahoo Kickr (Bild: kickstarter/ © Andrew Buckrell)

In Anbetracht der Konstruktion und dem Urteil von Ray scheint mir der STAC Zero durchaus einen Blick wert. Nur beim Timing hoffe ich mal, dass das hinhaut. Die Gefahr, dass der erst zum Ende der Wintersaison 2016/2017 den Unterstützer erreicht sollte man auf jeden Fall mit einkalkulieren.

Tl;dr

Der STAC Zero ist eine Fahrrad-Rollentrainer, der komplett berührungslos mit Magneten arbeitet und somit ein sehr leises Training ermöglicht.

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