Uhr für Schlafmützen - Spark hilft beim wach bleiben (Bild: kickstarter/© Blanc Watches )
Uhr für Schlafmützen – Spark hilft beim wach bleiben (Bild: kickstarter/©
Blanc Watches )

Auf dem ersten Blick sieht die Spark aus wie eine mittlerweile übliche Smartwatch. Eigentlich nicht so schlecht, vom Plastikarmband mal abgesehen. Großes Display, klar definierte Knöpfe, nicht zu viele unnötige Kanten. Kann man sich dran gewöhnen. Skeptisch macht das dann allerdings der Preis. Bei 49 $ geht es momentan los. Das lässt schon mal ahnen, dass das Innenleben nicht so komplex sein dürfte wie bei Omate, Pine & Co.

Und genau so ist es denn auch, denn der eigentliche Zweck der Uhr ist auch ein anderer. Die Uhr soll den Träger nicht mit Unmengen unnützer Informationen einschläfern, wie es der eigentliche Sinn von Smartwatches ist. Viel mehr geht es ums Gegenteil. Die Spark-Uhr soll feststellen, wenn jemand einzuschlafen droht und ihn dann wecken. Ähnlich wie der Wachbleibe-Assistent der Luxus-Automarke eurer Wahl. Nur dass hier nicht das Lenkrad sondern die Uhr wackelt.

Realisiert wird dieses Feature über Bewegungssensoren, die nach bestimmten Bewegungsmustern lauschen. Will man wirklich schlafen kann man die Funktion über einen Knopf deaktivieren.

Der Akku soll 5 bis 7 Tagen mit einer Ladung halten. Nur blöde, wenn er gerade dann aufgibt, wenn man wirklich nicht einschlafen will.

Über Sinn und Unsinn der Uhr lässt sich wahrlich streiten. Einerseits gibt es sicherlich Situationen, bei denen man nicht einschlafen darf, Auto fahren zum Beispiel. Ob ich mich da jedoch auf die Uhr verlassen würde? Eher nicht. Wenn es nämlich schon so weit ist, dass man am Lenkrad eindöst hat man definitiv schon zu viele Kilometer runter. Da sollte man eher eine halbe Stunde vorher schon eine längere Pause eingelegt haben.

Ich bin mir jetzt auch nicht sicher, ob das Teil zuverlässig genug für solche Situationen trackt. Und wer bei der Arbeit wie im Video zu sehen einschläft sollte sich wohl eher generell mal Gedanken über seinen Arbeitsstil oder seinen Job machen. Wer so viel arbeitet wird wohl kaum in der letzten Stunde vor dem sleep off produktiv gewesen sein und am nächsten Tag vermutlich die erste Stunde damit verbringen, das Chaos vom Tag davor wieder zu ordnen.

Aber mal ganz von der Weckfunktion mal abgesehen finde ich die Uhr an sich schon nicht optimal aufgebaut. Warum nutzt Blanc Watches für die Spark ein fettes LED-Display, das sich eigentlich nur nachteilig auswirken dürfte. Allways-on ist das Teil nicht zu nutzen, da dann der Akku nicht mal einen Arbeitstag durchhalten dürfte. Wenn ich mir die Videos so anschaue wird man eher damit rechnen müssen, jedes mal einen Knopf drücken zu müssen, um sich die Uhrzeit anzeigen zu lassen. Das ist nicht sehr praxistauglich. Altes Thema.

Ob ein LCD-Display von Vorteil ist wage ich zu bezweifeln  (Bild: kickstarter/© Blanc Watches )
Ob ein LCD-Display von Vorteil ist wage ich zu bezweifeln (Bild: kickstarter/©
Blanc Watches )

Und viel mehr als sich aufwecken zu lassen und die Zeit anzuzeigen scheint das Teil wohl auch nicht zu können. Da erschließt sich mir nicht, warum man nicht auf ein klassisches LCD-Display, E-Ink oder sogar einfach nur analoge Zeiger im ansehnlichen Design zurückgegriffen hat. Die verwendete Technologie bringt für den Anwender nur Nachteile. Insofern würde ich mir die Spark nicht zulegen. Vermutlich wäre es für Blanc Watches cleverer, wenn sie die Funktion als zahlungspflichtige App für Android Wear herausbringen würden.

Aber wenn man sich die Unterstützerzahlen so anschaut scheinen so einige Leute anderer Meinung zu sein… oder haben sich die Konstruktion nicht so genau angeschaut.

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