Kleiner Würfel zum Farben messen - Palette Cube (Bild:© Palette)
Kleiner Würfel zum Farben messen – Palette Cube (Bild:© Palette)

Der ambitionierte Designer wird es kennen: die Suche nach dem richtigen Farbton. Es dürfte des Öfteren vorkommen, dass man unterwegs eine coole Farb-Kombi sieht oder irgendetwas nachbauen muss, bei dem man möglichst dicht an einen bestimmten Farbton herankommen muss. Natürlich hat man dann gerade nicht seinen Kilo-schweren Farbfächer zu Hand. Ein Blick auf den Palette Cube könnte hier vielleicht nicht schaden.

Beim Palette Cube handelt es sich um einen kleinen Scanner, der einzig und alleine darauf ausgelegt ist, einen Farbton von einer Oberfläche aufzunehmen und in RGB, CMYK, HEX, Lab oder LRV-Werte umzuwandeln.

Ok, für den Nichtdesigner klingt das jetzt irgendwie nicht so bombastisch. Wer sich ein bisschen mit Farbe und Kalibrierung auskennt dürfte jedoch erahnen, wie komplex dieses Unterfangen sein dürfte.

Noch erstaunlicher wird es, dass der Cube wohl auch Vorschläge für entsprechende Sonderfarben unterschiedlichster Farbsysteme machen können soll. Das geht bei Copic los, geht über Pantone und hört bei RAL auf. Würde einem gleich noch ein paar weitere Kilo Farbfächer ersparen… wenn es den hinhaut.

(Bild:© Palette)
(Bild:© Palette)

Zur Erfassung der Oberflächenfarbe sendet der Cube schnelle Lichtblitze in den Farben Rot, Grün und Blau aus und soll anhand des reflektierten Lichts die reale Oberflächenfarbe errechnen können. Das soll mit Oberflächen wie Kunststoff, Holz, Papier und Karton. Es müssen halt einigermaßen feste und dichte Stoffe sein. Ein wenig glänzend soll sogar auch kein Problem sein. Bei Flüssigkeiten und stark reflektierenden Oberflächen oder transparenten Objekten wird es dann aber wohl doch nicht funktionieren.

Zwar wird der Cube mit seinen On-the-Road-Fähigkeiten beworben, bei gut 5cm Kantenlänge und Speicherplatz für gerade mal 20 Farbscans würde ich das wohl eher als Nieschenanwendung ansehen. Ich vermute, dass der Cube sich an einem richtigen Arbeitsplatz in einer Agentur wohler fühlen dürfte. In der Hosentasche könne er eher unbequem sein.

Der Palette Cube kann sowohl via Smartphone-App als auch direkt am Rechner genutzt werden.

Mit knapp 200 Euro ist der Cube sicherlich kein schneller Mitnahme-Artikel. Für den professionellen Designer könnte er sich aber durchaus als Platz- und Zeitsparendes Werkzeug erweisen. Ob die gescannten Farben die Realität nun für einen ausreichend abbilden, muss wohl jeder für sich selber entscheiden. Was wohl auf jeden Fall zwingende Voraussetzung sein dürfte ist ein gut kalibrierter Arbeitsplatz. Damit dürften wohl 90% aller Web-Designer raus sein :-).

Ein paar aufmerksame Leser des Blogs werden sich vielleicht jetzt an den guten, als Scribble-Stift erinnert fühlen. Zwar ist die Tablet-Version ohne richtige Mal-Möglichkeit ein ganzes Stück billiger, nur gibt es den Stift leider noch nicht. Da sich Scribble bis jetzt noch nicht unbedingt als seriöses Unternehmen positionieren konnte und der Stift bis jetzt nur vorbestellbar ist würde ich den nicht unbedingt als realistische Alternative in Betracht ziehen.

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