Fitnesstracker mit Smartwatchfunktion und Zeiger - die Nevo Watch (Bild: indiegogo/© nevo)
Fitnesstracker mit Smartwatchfunktion und Zeiger – die Nevo Watch (Bild: indiegogo/© nevo)

Manchmal ist weniger mehr. Wieviel weniger genug mehr ist und wann zu viel an mehr durch weniger zu wenig wird ist zuweilen schwer einzuschätzen. Da trifft es sich doch gut, dass wir uns das anhand eines für Smartwatches recht minimalistischen Uhrenkonzepts anschauen können.

Bei indiegogo kann man jetzt die nevo Smartwatch unterstützen. Bei der nevo handelt es sich um eine Uhr, die auf dem ersten Blick wie eine ganz gewöhnliche Zeigeruhr ausschaut. Es gibt sie in drei Gehäusefarben (silber, schwarz und champagner). Die Gehäuse bestehen aus Stahl, als Glas wird Saphire-Glas verwendet. Bei einer angepeilten Wasserdichtigkeit von 3ATM sollte die Uhr eine ordentliche Dusche vertragen können. Schwimmen würde ich damit vermutlich dann aber nicht unbedingt empfehlen, auch wenn das Zählen von Schwimmzügen in den Features mit angepriesen wird. Da sollte die Uhr schon eher 5ATM aushalten können.

Ausgestattet sind die drei Varianten mit unterschiedlich gefärbten Lederarmbändern.

Das in allen drei Fällen weiße Ziffernblatt kommt ohne Zahlen daher. Verbaut werden schnörkellose schwarze, schlanke Zeiger. Das eigentliche Gimmick der Uhr wird erst auf dem zweiten Blick deutlich. Die 5 Minuten-Indexpunkte sind nämlich mit LEDs hinterleuchtet. Über diese Kommuniziert die Uhr mit dem Träger.

Ähnlich wie die Withings Activité ist in der nevo so einiges an Elektronik verbaut. So handelt es sich bei der nevo u.a. um einen vollwertigen Fitness-Tracker. Neben den oben schon erwähnten Schwimmzügen kann die Uhr die üblichen Schritte zählen, Distanzen (vermutlich nicht sehr genau) berechnen und verbraucht Kalorien ermitteln (wohl wie üblich auch nicht sehr genau).

The nevo watch – Time in motion from NevoWatch on Vimeo.

Über eine App sollen dann tägliche Ziele definiert und Analysen angezeigt werden können. Eine Verbindung mit Google Fit und Apples Health Kit soll möglich sein. So ist es auch klar, dass die Uhr mit Android (ab 4.3) und IOS (ab 7) kommunizieren kann.

Im Gegensatz zur Withings Activité kann die nevo auch vibrieren, wenn Benachrichtigungen am Telefon eingehen, ein täglicher Alarm los geht oder die gesetzten sportlichen Ziele erreicht wurden.

Weitere Details zu den eingehenden Nachrichten zeigt die Uhr auf Grund eines fehlenden Displays jedoch nicht an. Schlecht für den Komfort, gut für den Stromverbrauch, wobei ich mich ja immer etwas frage, warum sich keiner mehr traut, ein gutes, altes LCD-Display zu verbauen.

Interessant ist das Energie-Konzept. Im Gegensatz zur normalen Smartwatch ist die nevo nicht mit einem Akku ausgestattet. Das Uhrwerk für die Zeitanzeige wird mit einer normalen 364 Batterie gespeist und soll etwa 5 Jahre halten. Der Smartwatch-Teil wird mit einer CR2025 Batterie betrieben. Diese muss vermutlich etwa alle 6 Monate getauscht werden. Der Batteriewechsel soll einfach von statten gehen. In wie weit sich das mit der versprochenen Wasserdichtigkeit verträgt sei jedoch dahingestellt. Da könnten ein paar Zweifel angebracht sein.

Interviews-nevo-team from NevoWatch on Vimeo.

Das eigentliche Produkt schein mir eine gut durchdachte Sache zu sein. Ob die App für die Trackinggeschichten etwas taugt lässt sich jetzt freilich noch nicht bewerten. Ich würde hier eher vermuten, dass die ersten Versionen wie üblich den Ball bezüglich Funktionsumfang und Stabilität noch eher flach halten werden.

Wenn man sich den geplanten Liefertermin anschaut kann man aber eigentlich nur die üblichen Bedenken aus der Schublade kramen. Auch wenn ein funktionsfähiger Prototyp existiert ist die Auslieferung bis März 2015 eher unrealistisch. Zumindest dann, wenn mit der Produktion noch nicht begonnen wurde und in irgendeinem Umfang chinesische Firmen an der Geschichte beteiligt sind. Dann wurde die Rechnung nämlich ohne das chinesische Neujahrsfest begangen. Ein beliebter Fehler junger Startups, die noch nie ein Produkt in der Region in Auftrag gegeben haben.

Aktuell werden übrigens 199 $ plus Nebenkosten für ein Exemplar aufgerufen.

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