Heute machen wir mal den Hattrick voll. Drei Uhren-Artikel nacheinander. Aber keine Angst, das hier wird kein Uhrenblog. Das nächste Thema ist schon in der Pipeline.

Googles Projekt Ara kommt ja so ganz langsam ins Rollen. Die Idee eines modularen Smartphones, bei dem sich jeder die Komponenten ins Telefon setzt, die er gerade braucht ist ja nicht leicht umzusetzen. Erste Prototypen zeigen aber, dass es durchaus möglich ist. Einen schönen Bericht darüber gibt es bei technologyreview.com.

Da sich an meiner grundsätzlichen Einstellung zu Ara oder den Phonebloks, wie sie vor dem Einstieg von Motorola hießen, jedoch nichts geändert hat lassen wir es mal mit wohlwollendem Nicken links liegen und gehen weiter zu einem eigentlich recht ähnlichen Projekt.

Die BLOCKS modular smartwatch überträgt die Modularität nämlich auf das Thema Smartwatch. Legt der Name ja auch schon nahe. Da eine Smartwatch ja nicht so viel Platz bietet wie ein Smartphone muss hier primär das Armband für die unterschiedlichen Elemente her halten. Ideen für Armbandmodule gibt es in Massen. Kameras, GPS, Bewegungssensoren, Fingerabdruck, Puls, Sim Card und so weiter und so fort. Was man gerade braucht wird zusammen gesteckt, was nicht, fliegt raus. Auch das Displaymodul ist in unterschiedlichen Versionen angedacht.

Will man zum Beispiel schnell mal eine Runde Laufen gehen würde sich GPS, Puls und Bewegungssensor eignen. Die Daten sollen gleich dem favorisierten Sportstrackig-Dienst mitgeteilt werden? Kein Problem. Wir stecken einfach noch das Sim Card Modul an.

Soll die Uhr lange halten?  Einfach ein paar Batterien mehr dran und statt dem LED-Display einfach das E-Ink-Display anstecken. So kann man sich in kürzester Zeit genau die Elemente zusammen suchen, die man am Tag braucht.

Begrenzt werden die Möglichkeiten nur durch die Dicke des Handgelenks. Da sind Männer dann natürlich den Frauen überlegen. Aber da Männer eher zur Featureitis neigen gleicht sich das vermutlich wieder aus.

Ein weiterer Vorteil der Modularität ist die Möglichkeit, kaputte oder veraltete Module einzeln auszutauschen. Vorausgesetzt ist natürlich, dass die Firma lange genug überlebt und an dem Konzept fest hält. Ein weiteres Risiko besteht natürlich auch darin, dass man einfach mal bei der nächsten Generation so an den Spezifikationen dreht, dass alte Module nicht mehr mit neuen kompatibel sind. Genaueres wird sich jedoch erst zeigen, wenn ein komplettes Vertriebskonzept stehen sollte.

Das Versprechen, dass es sich bei den BLOCKS um eine offene Plattform handelt stimmt einen jedoch schon mal im positiven Sinne milde, da wohl auch andere Firmen Module entwickeln dürfen.

Das Projekt ist mittlerweile laut Aussage von BLOCKS aus der rein theoretischen Phase heraus. Bereits arbeitende Prototypen aus Elektronik und 3D-gedruckten Gehäusen existieren. Am Design wird noch gefeilt. Momentan steht man in Kontakt mit zwei bekannteren Design-Agenturen aus London. Das haben die Blocks auch bitter nötig. Momentan erinnert das Design eher an Legosteine als an etwas was man gerne am Arm tragen möchte. Der Nerd-Faktor ist einfach noch viel zu groß. Vermutlich dürften die ganzen Ecken und Kanten auch nicht so ganz bequem zu tragen sein. Warum orientieren sich die ganzen Smartwatch-Startups eigentlich immer an den anderen häßlichen Smartwatches? Der Uhrenmarkt ist doch nun wirklich überfüllt mit schönen Uhren. Werden die nur, weil sie Zeiger haben und ohne Bluetooth daher kommen einfach ignoriert? Oder können die Projektinitiatoren einfach nicht mit ihren 3D-Programmen umgehen. Mir ist das ein Rätsel.

Sogar die ersten Gespräche mit Hardwareproduzenten aus Taiwan wurden geführt.

Das Ganze schreit doch danach, dass in absehbarer Zeit BLOCKS die ersten Pre-Orders annimmt oder eine Corwdfundig-Kampagne gestartet wird.  Da bin ich echt mal auf die genaueren technischen Details wie das Betriebssystem und die angepeilten Preise gespannt.

Und zum Schluss noch mal eine Antwort auf die Frage, warum ich erst jetzt die BLOCKS erwähne. Geplant war ein erster Artikel über das Thema bereits Anfang März. Leider hat die Firma es nicht für nötig gehalten, meine Frage nach Bildern und weiteren technischen Informationen zu beantworten. Schade eigentlich. Entweder sind die von der Menge der eingehenden Fragen überrollt worden und haben eine zu dünne Personaldecke oder sie räumen der Kommunikation noch nicht den Stellenwert ein, den ich für wichtig halten würde. Wie so üblich bei StartUps weiß man ja nicht, wer dahinter steht und welche Erfahrungen denn den Erfolg des Projektes garantieren.

Da ich bis heute vom Firmennewsletter abgesehen noch keine Antwort bekommen habe muss der Artikel also leider ohne Bilder auskommen. Das Youtube-Video oben sollte aber aussagekräftig genug sein.

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