Fast fertig umgegraben. Der Mutterboden kann kommen.
Fast fertig umgegraben. Der Mutterboden kann kommen.

Heute war der erste Teil der Aktion „Ich fülle meinen Garten auf“. Bevor ich mich jedoch in nicht ganz epischer Breite über das Befüllen des Grundstücks mit insgesamt 50 m3 Mutterboden auslassen kann wäre es angebracht, erst mal einen Artikel über die Vorarbeiten dazwischen zu schieben.

Das Grundstück nach der Finalisierung des Kabel-Grabens. Ein weiter Weg.
Das Grundstück nach der Finalisierung des Kabel-Grabens. Ein weiter Weg.

Im letzten Gartenartikel hatte ich mich ja mit dem Thema Rasenmähen beschäftigt. Die Motorsense hat ihren Dienst getan. Und was nun? Man will den neuen Mutterboden ja nicht so einfach auf die alte Erde drauf kippen. Neben diversen Steinen ist das Grundstück reichlich bedacht mit Grünzeug und Kräutern, die dort nicht hin sollen. Außerdem soll sich neuer Boden und alter Boden gut verbinden. Umgraben ist also angesagt. Und damit waren wir dann auch ein bisschen beschäftigt.

Pferdestärken

Jetzt denkt man sich, dass das ja heutzutage kein großes Problem sei. Einfach eine Motorhacke organisieren und ein paarmal kreuz und quer über den Acker fahren. Gut gedacht, hat aber einen kleinen Denkfehler. Zwar hatte ich eine niegelnagelneue Motorhacke der Marke EINHELL (BG-MT 3336) für günstiges Geld bei Max Bahr im Ausverkauf erstanden, leider scheinen 4,5 PS jedoch nicht genug zu sein, um durch jahrhundertelang ohne Aufsicht gewachsenen Rasen durchzukommen. Wobei vielleicht auch die PS nicht das Problem waren. Durch das dicke Wurzelwerk unter der Grassode haben sich die Messer in so kurzer Zeit festgesetzt, dass man mit dem Teil keinen Erfolg hatte.

Durch diesen Rasen mußt du kommen. Das geht nur mit dem Spaten
Durch diesen Rasen mußt du kommen. Das geht nur mit dem Spaten

Und was nun? Spaten raus und per Hand umgeraben. Zwar betraf das Wurzelproblem nur den vorderen Teil des Geländes aber ein weiterer Nachteil einer Bodenhacke ist, dass diese alles nur durchwühlt. Steine und Grünzeug werden so nur durchgenudelt. Wenn man die nicht im Boden haben will ist die erste Wahl die Grabforke. Mit der lockert man prima das Erdreich auf und kann dann gleich das Gestrüpp aus dem Boden holen.  Etwa ein drittel des Geländes konnte so mit der Grabforke behandelt werden.

Im letzten Jahr hatten wir aus purer Lust am Graben ja schon ein paar Meter umgegraben. Damals bin ich davon ausgegangen, dass das nur etwas Beschäftigungstherapie ist. Hat sich aber durchaus gelohnt. Viel Unkraut (Unkraut=Kraut, dass nicht da wächst, wo es soll) hat sich auf der Fläche noch nicht wieder angesammelt. Könnte aber auch am Winter gelegen haben, wobei der mit zweistelligen Temperaturen ja eher sommerlich ausgefallen ist. Aber wir wollen nicht meckern. Ich hätte nie damit gerechnet, dass wir Mitte März schon so weit sind.

Marathonmann

Der Geräteschuppen hat schon seine Füße bekommen. Das Grundstück wartet auf Zuwachs nach oben.
Der Geräteschuppen hat schon seine Füße bekommen. Das Grundstück wartet auf Zuwachs nach oben.

Noch mal zusammen gefasst: Wir haben einen Bereich, der leicht umzugraben war, einen der recht lehmig und somit eher unbequem zum umgraben war und einen, der wegen der Wurzeln die Hölle ist. Das hat alles doch recht viel Arbeit in Anspruch genommen obwohl im zweiten Durchlauf die Motorhacke dann doch noch gut zum Einsatz gekommen ist. Der Weg ist zwar das Ziel, aber es ist doch schön, wenn man gute Bekannte hat, die Spaß am helfen haben und dann auch noch passionierte Sportler sind. Wer Halbmarathon in sehr beachtlichen Zeiten läuft macht auch im Garten eine gute Figur, erst recht, wenn er sich mit dem Metier sehr gut auskennt.

Aber auch die Nachbarn haben sich bis jetzt als einfach klasse herausgestellt. Wenn wir zu dritt auf dem Acker schuften kann es schon mal passieren, dass per Schubkarre dann einfach mal Tisch und Stühle auf die Parzelle gestellt und Tee ausgeschenkt wird. Herzlichen Dank. Ich glaube, wir haben es mit der Ecke sehr gut erwischt.

Feinhandwerk

Der Teufel liegt im Detail. So ein Abwassergraben muss sein, sollte aber auch dem Auge gefallen.
Der Teufel liegt im Detail. So ein Abwassergraben muss sein, sollte aber auch dem Auge gefallen.

Es gibt auf dem Grundstück leider mehr als eine Baustelle. Ich hatte eigentlich gedacht, dass man sich zuerst um die primären Dinge kümmert, sprich Mutterboden ranschaffen und ausgleichen. Wie schön ist es, wenn man dann jemanden hat, der einen dazu ermutig, sich auch gleich um die ungeliebteren Aufgaben Gedanken zu machen. Man schiebt ja ganz gerne mal auf. Da wurden dann gleich Beton-Sockel, die beim freilegen der Grundstückskanten ausgegraben wurden als Punktfundament für den geplanten Geräteschuppen umdeklariert und an entsprechender Stelle eingegraben.

Das an sich ansehnliche, aber leider vertrocknete Schilf wurde runter geschnitten und dabei gleich noch ein kleiner Hochteich freigelegt. Wenn die Konstruktion noch ok ist wird der vielleicht mal ein Hochbeet.

Der Entwässerungsgraben, der aus alten, kaputten und umgefallenen Steinplatten bestand wurde gerichtet. Gut, damit sind wir noch nicht ganz fertig geworden, die letzten Meter sollten aber kein Problem darstellen.

Hier war der Friseur am werk. Einmal schneiden und legen bitte.
Hier war der Friseur am werk. Einmal schneiden und legen bitte.

Von den Büschen und Sträuchern, die geschnitten und Steinen und Müll, der gesammelt wurde, will ich gar nicht erst anfangen.

Wenn man sich anschaut, was wir in den letzten gut 2 Wochen so alles auf dem Grundstück bewegt haben kann einem im Nachhinein fast schon schwindelig werden.

Hoffen wir mal, dass uns nicht langweilig wird, wenn der Rasen erst mal gesät, das Haus aufgestellt ist und man nur noch den Grill anfeuern und in der roten Abendsonne mit den Freuden ein kühles Bierchen trinken kann. Wobei… ich glaube eher nicht.

Im nächsten Artikel geht es dann um die Mutterboden-Aktion. Morgen kommen die letzten 30 m3 auf das Gelände. Mal schauen, wann ich dann wieder in der Lage sein werde, den nächsten Artikel zu schreiben.

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