VR Brille fürs Smartphone - Samsung Gear VR (Bild: © Samsung)
VR Brille fürs Smartphone – Samsung Gear VR (Bild: © Samsung)

Es wird Zeit, mal einen Blick auf die Samsung Gear VR zu werfen. Headset-Adapter in die man ein Smartphone einschiebt, habe ich ja schon so einige im Blog gehabt. Am bekanntesten dürfte wohl die Durovis Dive sein, gleichzeitig auch wohl das Modell, das am längsten erhältlich sein dürfte.

Was ist so ein VR-Headset-Adapter nun genau? Eigentlich sehen die Dinger aus wie Virtual-Reality-Brillen a la Oculus Rift. Im Unterschied zu dieser sind sie jedoch meist nur reine Gehäuse ohne Elektronik. Ein paar Linsen sind verbaut und eine Aufnahme, in die man sein Smartphone steckt. Das Smartphone dient dann als Lieferant für die ganz notwendige Technik.

Je nach Brille ist man relativ frei bei der Wahl des Smartphones. Generell gilt: Je höher die Auflösung und je stärker der Prozessor desto besser die Spiel-Erfahrung. Bei der Durovis Dive zum Beispiel ist auf Grund der Konstruktion bei einer bestimmten Displaygröße Schluss. Ist das Phone größer muss man basteln. Die vrAse ist da flexibler.

Die Samsung Gear VR unterscheidet sich in zwei Punkten zu den bereits erhältlichen Lösungen. Als erstes ist auch in der Brille selber Technik verbaut. Zusätzliche Bewegungssensoren, Touchpad und Knöpfe werden gemunkelt. Das liegt auch nahe, da Samsung hier mit Oculus kooperiert, die ja sehr viel Wert auf die Immersion legen. Mit den reinen On-Board-Sensoren eines Smartphones bekommt man zwar schon recht nette Sachen hin, an eine Rift kommt man jedoch nicht ansatzweise heran. Wenn Samsung hier durch zusätzliche Sensoren den Abstand verringern kann ist das nicht verkehrt.

Der zweite Punkt und vielleicht der größte Nachteil ist, dass man nur eine Galaxy Note 4 in die Gear VR schieben kann. Aus Samsung-Sicht nachvollziehbar, da man sich so keine Gedanken um unterschiedliche Smartphone-Größen machen muss und das Note 4 noch mehr puschen kann. Aus Kundensicht ist das natürlich ärgerlich, da selbst S5-Kunden in die Röhre schauen. Und wenn man doch ein Note 4 erwerben sollte landet die Gear VR spätestens dann auf dem Altenteil, wenn man sich irgendwann ein Note 5 zulegen möchte. Also ein zeitlich sehr eingrenzbares Vergnügen.

Durch die verbaute Technik wird die Gear VR übrigens vermutlich auch kein Schnäppchen. Bei venturebeat.com wird ein Preis von 199 $ vermutet… natürlich ohne das notwendige Note 4.

Ob einem diese Spielerei so viel Geld wert ist, sollte man sich zwei mal überlegen, zumal das schon mehr als die halbe Miete zu einer richtigen Oculus Rift DK2 ist. Gut, die kann man nur mit einem PC zusammen betreiben, hat dafür aber die erheblich bessere Rechnerperformance und eine größere Softwareauswahl.

Sein wir doch mal ehrlich: VR auf dem Smartphone ist momentan noch in den Säuglingssocken. Ein paar nette Demos gibt es Dank Dive & Co. schon, aber Bedienkonzept, Rechenpower, Grafik… alles noch suboptimal.

Wer also VR-Luft mit seinem Smartphone schnuppern möchte sollte sich lieber eine günstige Brille ohne Technik und nen brauchbaren Bluetooth-Controller kaufen. Spart man unter dem Strich locker 100 Euro und ist nicht auf ein bestimmtes Smartphone festgelegt.

Die Gear VR ist sicherlich ein interessantes Stück Technik. Auf Grund des Preises und der Einschränkung bezüglich Smartphone und Software eindeutig ein Nischenprodukt.

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