Das Garmin HUD Head-Up-Display zum nachrüsten. © Garmin Ltd.
Das Garmin HUD Head-Up-Display zum nachrüsten.
© Garmin Ltd.

Aus jeden mittelmäßigen Actionfilm kennt man sie, mittlerweile kennen sie auch Besitzer von Oberklassenschlitten sie: Head-Up-Display, kurz H.U.D oder noch kürzer HUD. Ursprünglich erfunden, damit Kampfpiloten nicht mehr den Blick runter auf die Instrumente richten müssen sind HUDs Systeme, die Daten direkt in das Sichtfeld des Piloten und mittlerweile auch Autofahrers einblenden.

© Garmin Ltd.
© Garmin Ltd.

Welch schöne Vorstellung, während der Fahr nicht mehr andauern den Blick von der Fahrbahn zum Armaturenbrett oder zum Navi schwenken zu müssen, um das Tempo oder die nächste Abbiegung zu erfahren. Das dürfte nicht nur der Bequemlichkeit sondern auch der Sicherheit zugute kommen. Jetzt mal von den fest eingebauten Systemen in den aktuellen Oberklasseautos abgesehen sah es da bis jetzt eher mau aus. Ein paar Chinaprodukte mit rudimentären anzeigen gab es zwar schon, aber so sinnvoll waren die auf Grund von Funktionsmangel leider nicht.  Primär beschränken diese sich auf Tempo, Drehzahl und ähnlichen Informationen, die man aus den OBD-Schnittstellen der Autos auslesen kann. Das bedingt wieder den mehr oder weniger festen Einbau, da mir kein Auto bekannt ist, das serienmäßig so einen Stecker auf dem Armaturenbrett hat.

Die Lücke schickt sich Garmin nun an zu schließen. Mit dem HUD stellt Garmin nun eine Head Up Display zum nachrüsten vor, das seine Daten nicht über die OBD-Schnittstelle sondern über ein gekoppeltes Smartphone bezieht. Vorteil: Navigationsanweisungen können mit angezeigt werden und Tempoangaben via GPS sind meist genauer als via OBD, da die Autohersteller sicherstellen müssen, dass der Autotacho nie zu wenig Kmh anzeigt.

Das System projiziert seine Daten entweder auf eine Folie, die an entsprechender Stelle an die Windschutzscheibe geklebt wird oder an eine an das System anklippbare Scheibe. Beides soll laut im Netz schon kursierender Test eine gute Ablesbarkeit garantieren. Ersteres eignet sich für Leute, die das HUD in neu einem Auto einsetzen wollen. Letztes für Leute, die das transportabel halten möchten. Eine flexible und stark haftende Unterseite sogen für guten Halt. Das Gerät ist so aufgebaut, dass es viele Anpassungsmöglichkeiten bietet um es in möglichste vielen Autotypen einsetzen zu können.

© Garmin Ltd.
© Garmin Ltd.

Das HUD wird via Bluetooth mit dem Smartphone verbunden und holt sich seine Daten von diesem. Navigon oder Garminsoftware vorausgesetzt. Kompatibel ist es sowohl mit Iphone als auch mit Android und Windows Phone.  Die Apps sind ja schon länger auf dem Markt und entsprechend ausgereift. Nachteil: Man muss sie zusätzlich erwerben. Es kann übrigens sein, dass die Naviapps nicht im Vordergrund laufen müssen. Wenn dem so ist könnte z.B. der Beifahrer auf dem Smartphone während der Fahr spielen, ohne das die Navigation via HUD unterbrochen wird. Wer jetzt übrigens schreit, dass die Navigationsanzeige über eingeblendete Pfeile ein Rückschritt ins letzte Jahrtausend darstellt sollte sich im Klaren sein, dass ein HUD nicht ein Navigationsgerät ersetzen sondern unterstützen soll. Die Anzeige eines HUDs sollte so gestaltet sein, das sie den Fahrer nicht vom Fahren ablenkt. Ein kompletter Stadtplan mit 3D-Gebäuden immer mitten im Blick könnte den einen oder anderen Blechschaden verursachen. Die Menge angezeigter Informationen dürfte ein bisschen eine Gradwanderung sein. Manchmal ist halt weniger mehr.

Bei cnet kann man sehen, wie das Ganze in aktion aussieht:

Wo viel Licht ist gibt es aber auch ein paar kleine Schatten. Zum einen benötigt das Gerät natürlich Strom. Dieser wird wie üblich via 12V-Stecker aus der Autosteckdose gezogen. Ein Akku ist nicht enthalten. Da der Stromanschluss des HUD unsinniger Weise auf der Linken Seite sitzt hängt das Kabel quer über das Armaturenbrett. Nicht sehr schön. Außerdem würde ich von einem „festen“ Einbau auch eher abraten. Mitten auf dem Armaturenbrett steigert es sicherlich die Motivation nicht ganz so ehrlicher Zeitgenossen, mal einen Blick in Auto zu werfen.  Wird das HUD direkt in Blickrichtung nach vorne installieren will sollte sich vorab auch seinen Wagen anschauen. Bei stark gewölbten Lenkradtunneln könnte es vielleicht Probleme geben. Und wenn man das HUD in die Mitte stellen muss geht der eigentliche Vorteil, den Blick nicht schweifen lassen zu müssen verloren.

Verkauft wird das Teil zunächst ausschließlich im gut sortierten Telekom-Shop sowie bei „ausgewählten Partnern“ für 149- Euro.

You might also enjoy: