Runde Sache - die Moment Smartwatch mit 360 Grad E-Ink-Display. Hier mit eingeblendeter Tastur (Bild: © MomentumLabs LLC )
Runde Sache – die Moment Smartwatch mit 360 Grad E-Ink-Display. Hier mit eingeblendeter Tastur
(Bild: © MomentumLabs LLC )

Vier mal werden wir noch wach, heißa dann ist Moment-Tach. Ich bin jetzt zwar nicht der erste, der von dem doch recht aufregenden Konzept der Moment Smartwatch berichtet, aber so ganz verstreichen lassen will ich das Teil nun auch nicht. Dafür hebt es sich zu stark vom sonst recht uniformen Brei der Unmengen China-Uhren ab, die man in der letzten Zeit bei den Crowdfunding-Portalen der eigenen Wahl so antreffen konnte.

Die Moment Smartwatch macht vieles anders. Sie ist aufgebaut wie ein Armreif. In diesem sind neben einem Display auf der Innenseite noch diverse touch-fähige Regionen untergebracht. Display auf der Unterseite? Ja, genau. Die Moment-Macher gehen davon aus, dass die Betrachtung von Inhalten auf der Handgelenk ergonomischer ist als auf dem Handrücken. Ja, könnte gut sein. Etwas Umgewöhnung ist da sicherlich aber nötig.

Interessant ist auch die Art und Weise, wie man Texte auf er Uhr eingeben kann. Rechts und Links neben dem eigenglichen Display kann man eine Tastatur einblenden. Es wird jeweils die Hälfte der Tasten pro Seite angezeigt. Wenn man die linke Seite mit dem Daumen und die rechte Seite mit Zeig und Ringfinger betippt könnte das auch ganz gut klappen. Ein-Finger-Adler-Suchsystem könnte unter der Aufteilung aber noch erheblich Zeitaufwendiger werden. Die Texteingabe im Video sieht jedenfalls etwas ungelenk aus.

Das Display der Uhr basiert auf E-Paper-Technik. Dadurch kann man zwar nur monochrome Darstellung erwarten, spart aber doch enorm Energie. 30 Tage soll die Moment an einem Stück durchhalten können. Das lässt auf jeden Fall schon mal vermuten, dass sie am ehesten via Bluetooth Kontakt zur Umwelt aufnehmen wird. Mit Wifi oder gar GSM ist das ein Wert, der utopisch sein dürfte, auch wenn speziell für die Uhr gefertigte Akkus verwendet werden sollen, die sich der gebogenen Form des Armbandes anpassen.

Laut venturebeat geht das Display einmal komplett um das Armband herum. 360 Grad bei 150 dpi Auflösung. Insofern ist nur der reine Informationsbereich auf der Innenseite des Handgelenks zu finden. Die anderen Bereiche können sozusagen auch betextet werden.

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Update 25.06.14:

So, die Kickstarterkampagne läuft und bringt etwas mehr Klarheit. Nichts das Display sondern die Touch-Oberfläche geht um die komplette Uhr herum. Der für Entwickler nutzbare Screen hat 320×200 Pixel und liegt auf der Unterseite der Uhr zwischen den Tasten. Auf der Oberseite wird sich eine analgoe Uhr befinden, die vermutlich nicht verändert werden kann.

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Als weiteres Schmankerl verfügt die Uhr über einen Platz in dem zusätzliche kleine Hardware-Module eingesetzt werden können. So kann der Uhr mit diesen „Snapware“ getauften Ergänzungen erweitert werden. Denkbar sind zum Beispiel kabellose Lademöglichkeit oder auch ein Puls-Mess-Modul. Lassen wir uns überraschen.

30 Tage Akkulaufzeit ist doch mal eine Ansage (Bild: © MomentumLabs LLC )
30 Tage Akkulaufzeit ist doch mal eine Ansage (Bild: © MomentumLabs LLC )

So ausgefallen die Uhr aussieht bleibt es natürlich nicht aus, dass da noch ein paar Fragen offen sind. Die Fragen hatte ich Moment übrigens auch gestellt. Die Antwort, ob ich die Bild ihrer Website nutzen dürfe kam sehr flott. Die Antwort auf die Fragen lässt immer noch auf sich warten. Denken wir mal positiv und gestehen den Leuten kurz vor Start ihrer Kickstarterkampagne zu, dass sie vielleicht wichtigeres zutun haben, als Antworten an Blogger zu schreiben. Einen leicht negativen Eindruck hinterlässt es bei mir allerdings schon. Aber wie gesagt, vielleicht ist das ja nur ein Ausrutscher.

Auf folgende Frage fehlt mir momentan noch eine Antwort:

  • Mit welchem Betriebssystem arbeitet Moment? Ist ein Android drauf oder arbeitet sie mit einem selbst erdachten System. Im letzten Fall würde ich mal damit rechnen, dass die Uhr noch mindesten ein Jahr am Handgelenk des Unterstützer baumeln wird, biss sie ihre volle Stärke ausspielen können wird. Pebbel hat Zeit gebraucht. Leikr ist immer noch auf dem Weg.
  • Ist das Display allways on? Mit E-Ink sollte das ja kein großes Problem sein. Die Videos sehen momentan aber eher danach aus, dass das Display erst eingeschaltet werden muss.
  • Wie viele unterschiedliche Größen wird es geben? Das Gerät ist ja eine starre Konstruktion. Zumindest eine Damen und Herrengrößen sollten angeboten werden.
  • Kann das Gerät neben Bluetooth auch noch mit Wifi oder vielleicht sogar GSM umgehen? Unwahrscheinlich, aber falls doch möglich wäre das schon cool. Vielleicht kann das ja via Modul realisiert werden.

Die Informationslage zur Moment ist momentan doch sehr knapp. Die Entwicklung soll laut venturebeat zu 80 % abgeschlossen sein. Da ist es dann natürlich obligatorisch, die Kickstarterkampagne starten zu lassen. Genau die geht am 24.6. los. Angepeilt wird ein Preis von 230 $. Ob das jetzt der Preis für den günstigsten Early Bird ist oder ob flotte Finger da noch ein paar $ mehr sparen können wird sich dann am Dienstag zeigen. Wie üblich sollte man in der Gier nach einem schicken Schnäppchen die Nebenkosten nicht aus den Augen verlieren.

Viel Spannender finde ich, ob sich dann am Dienstag die Informationslage zu den technischen Details verbessern wird oder ob Moment mit den gleichen Bröckchen seine Fische zu fangen versuchen wird die uns jetzt schon vorliegen. In dem Fall wäre ich dann doch eher vorsichtig.

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