Habs schon etwas öfter gelesen... mein Exemplar vom kleinen Hobit (Bild: © O. Thiele)
Habs schon etwas öfter gelesen… mein Exemplar vom kleinen Hobit (Bild: © O. Thiele)

Filmkritiken sind ja eigentlich nicht mein Metier. Da ich mir zwischen den Jahren jedoch Peter Jacksons drittes Machwerk zum Thema „Kleiner Hobbit“ angetan habe fällt es mir zu einem ganz bestimmten Punkt des Filmes echt schwer, nichts zu sagen.

Hinweis: Wer sich vom ganzen Grauen selber überraschen lassen möchte mag an diesem Punkt aufhören zu lesen. Es wird ein bisschen gespoilert (auch wenn der Inhalt des Films sich primär ja nur mit den 3 bi 4 Seiten Schlachtbeschreibung des Buches beschäftig und somit nicht viel zu spoilern ist).

Als Tolkien-Fan hat es Jackson ja einem in den letzten 14 Jahren nicht gerade leicht gemacht. Aber mit dem (hoffentlich) Abschluss seines Schaffen i n Mittelerde hat er sich dann doch noch mal selbst übertroffen. Waren die Abweichen in den Herr der Ringe-Filmen überwiegend noch tolerierbar bis lediglich ärgerlich (ich sag nur „ An den Wänden laufende Orks in Moria“) ist ihm der Gaul jetzt ein für alle Mal durchgegangen.

Und dabei meine ich jetzt nicht die Ungereimtheiten, dass die Orks auf einmal mit dem Tageslicht wohl absolut keine Probleme zu haben scheinen, Azog eigentlich schon lange tot sein sollte und Radagast mit seinen Turnier-Kaninchen in Rekordzeit über das Nebelgebirge geflogen kam. Für einen richtigen Tolkien-Fan an sich schon Grund genug, die Hobbit-Filme zu hassen.

Mir schwante schon böses, als in einer Szene die Kamera nach unten schwenke und drei, vier große Löcher im Hang zeigte mit einem orkischen Geschwafel über Erdfresser oder so. Die genaue Wortwahl habe ich ob des Schrecks nicht abgespeichert.

Die schlimme Vorahnung wurde dann kurze Zeit später voll auf bestätigt. Statt über die Hügel im Schatten einer Wolke aus Fledermäusen zu ziehen, wie es sich für ein ordentliches Ork-Heer gehört, tut sich auf einmal die Erde auf und mehrere Sandwürmer brechen hervor. Sandwürmer? Ja, Sandwürmer!

Würde Frank Herbert noch leben wäre er vermutlich sehr überrascht, wie weit seine Würmer sich durch die Erde buddeln können. Oder ist Mittelerde = Arakis? Wohl kaum. Nicht sandig genug. Mich würde mal interessieren, ob die aktuellen Rechteinhaber von Herberts Werk schon mal die Anwälte warm laufen lassen um Tantiemen einzuklagen?

Noch viel schlimmer als die Anwesenheit einer nicht von Tolkien erwähnten Spezies finde ich die Tatsache, dass die Würmer anscheinend den Befehlen der Orks gehorchen. Dadurch kommt eine so große logische Lücke in die Geschichte, dass man sich a) zwei Drittel des Film hätte sparen können und b) vermutlich nicht mal mehr den Herrn der Ringe bräuchte.

Warum lassen die Orks denn bitte schön die Würmer sich nicht bis direkt in den einsamen Berg graben? Orks auf Schatz, Zwerge weg, fertig. Ein paar Extra-Ausgänge es Mordor? Bitteschön. Minas Tirith? Schick den Wurm los. Ein so ultimatives Wesen, das sich auch noch lenken oder beeinflussen lässt zerstört das komplette Kräftegleichgewicht.

Und wofür das Ganze? 10 Sekunden technischer Spezialeffekt. Der Quatsch ist von der Story her absolut unnötig. Was auch immer Peter Jackson geritten hat, das in den Film einzubauen, ist mir ein Rätsel. Aber vielleicht sollte ich mich nicht so aufregen. Immerhin wird das ja wohl vermutlich die letzte Gelegenheit für Jackson gewesen sein, in Mittelerde Chaos zu veranstalten. An das Silmarillion wird er sich ja wohl hoffentlich nicht ran trauen und Herr der Ringe Teil 4 dürfte ja wohl auch eher unwahrscheinlich sein… hoffentlich.

You might also enjoy: