Ein guer, alter Bekannter in neuem Gewand - Scribble (Bild: © Scribble)
Ein guer, alter Bekannter in neuem Gewand – Scribble (Bild: © Scribble)

Totgesagt leben länger, sagt man. Vor etwas mehr als einem Jahr hat sich Scribble, ein Stift mit dem man die zu malende Farbe nahezu frei wählen können sollte, mit zwei Rauswürfen bei Crowdfunding-Plattformen und recht missglückten Produktvideos bei so manchen ins Gehirn eingebrannt. Als die dann versucht haben, die Geschichte über eine selbstgesteuert Kampagne zu finanzieren war eigentlich schon klar, dass man von denen nichts mehr hören wird. Besonders der Umstand, dass nie ein wirklich glaubhaftes Demonstrationsvideo eines Prototypen zu sehen war hat die Zweifel an der Machbarkeit der Idee doch sehr genährt.

Und nun? Neues Jahr, neues Glück könnte man sagen. Scribble meldet sich mit neuer Webadresse und neuem Design wieder zurück. Das Produktdesign hat auf jeden Fall an Professionalität gewonnen. Nicht, dass die alten Renderings schlecht gewesen wären. Aber die neuen wirken rein subjektiv doch ein Stück realisierbarer. Oder vielleicht hat man sich dann doch dazu entschlossen, mal etwas Geld in einen guten 3D-Drucker zu investieren. Technisch hat sich nicht viel geändert. Immer noch sollen Millionen Farben möglich sein. Drei unterschiedliche Spitzen sollen verschiedene Malbreiten ermöglichen. Außerdem ist immer noch der Farbscanner auf der Rückseite geplant.

Die Tinte wird über eine austauschbare Patrone gewechselt. Diese soll unter 10 $ kosten.

Soweit, so gut. Aber wie sieht es diesmal mit der Glaubwürdigkeit aus? Schwierig, schwierig. Die Fotos sehen zumindest schon mal so aus, dass jemand mit dem oben erwähnten 3D-Drucker umgehen kann, zumindest wenn man jetzt mal wieder unterstellt, dass es immer noch keinen funktionierenden Prototypen geben sollte. Das Video mach einen gut gemachten Eindruck. Immerhin fällt diesmal nicht sofort auf, dass getrickst worden ist. Wobei die Szenen, in denen mit dem Stift wirklich gemalt wird, recht rar gesät sind. Könnte sich aber wirklich um ein funktionierendes Gerät handeln. Genau so gut könnte aber auch eine normale Mine in dem Stift stecken. Wirklich trauen würde ich der Geschichte erst, wenn in einem Video ein und der selbe Stift ohne Schnitt zwei unterschiedliche Farben malen kann. Ist ja auch noch die Frage offen, wie der Farbwechsel vonstatten get. Muss man die alte Farbe erst ausmalen, muss na die Spitze mit einem Lösungsmittel reinigen oder geht das wirklich so auf Knopfdruck?

Immer schön kreativ sein... (Bild: © Scribble)
Immer schön kreativ sein… (Bild: © Scribble)

Davon abgesehen ist der eigentliche Punkt, der mich auch bei Relaunch wieder komplett abschreckt der Umstand, das jetzt von vornherein auf die eigene Crowdfunding-Plattform gesetzt wird. Natürlich bieten Plattformen wie Kickstarter keinen wirklich richtigen Schutz. Aber ein bisschen transparenter wird das Funding durch externe Plattformen schon. Immerhin lag beim letzten Mal soviel mit Scribble im argen, dass gleich zwei Plattformen den Stecker gezogen haben. Das will schon was heißen.

Insofern würde ich immer noch eine erheblich Portion Zweifel walten lassen. Das gebrannte Kind scheut halt das Feuer.

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