Modisch fragwürdig, aber tolle Auflösung. Das iPad Mini als VR-Brille mit AirVR (Bild: kickstarter/©Metatecture )
Modisch fragwürdig, aber tolle Auflösung. Das iPad Mini als VR-Brille mit AirVR (Bild: kickstarter/©Metatecture )

Heute mal wieder eine VR-Brillen-Halterung, mit der man auf günstige Art und Weise sich seinen eigenen Oculus Rift-Ersatz zusammenzimmern kann. Anders wie Dive und Co. kommt heute aber nicht die x-te Smartphone-Version zum Zuge sondern… tatatataaaaa… das iPad Mini. Das iPad? Ist das nicht ein bisschen groß?

Ja, ist es. Deshalb ist das AirVR, so heißt die Halterung nämlich, auch nur knapp am Quatsch der Woche vorbei geschrammt. Mit eingeschraubtem iPad Mini sieht man damit aus, als würde man ein Brett vor dem Kopf tragen. Es gibt zwar auch eine Version für das iPhone 6+, aber hier bewegt man sich dann doch wieder im üblichen Rahmen a la Dive. Dementsprechend schauen wir uns hier mal primär die iPad Mini-Version an. Auf eine Version für das normale iPad wurde wohlweislich verzichtet.

Ein Blick auf die technischen Daten zeigt allerdings, dass ganz so verkehrt der Ansatz vielleicht auch nicht ist. Mit einer Auflösung von 2048×1536 bei einem Retina-iPad Mini hätte man aktuell sogar die Nase vor der Okulus DK2. Nicht schlecht. Auch die Field of view kann sich mit 100 Grad sehen lassen. Da ist schon so einiges an Immersion zu erwarten.

Interessant finde ich das Konzept bei der iPad Mini-Variante, am unteren Bildschirmrand Steuerungsicons einzublenden. Bei den meisten VR-Brillen-Haltern ist es immer ein Problem, wenn die Brille im Halter eingespannt ist und man die Software bedienen will. Mit Glück ist die dann so angepasst, dass man sie mit nem Bluetooth-Gamepad steuern kann. Wenn nicht muss man mit den Fingern an den Linsen vorbei auf dem Touchscreen rumfummeln und dabei riskieren, die Linsenjustierung zu verstellen. Oder man muss das Phone aus der Halterung nehmen, was je nach Verschlussmechanismus recht nervig sein kann.

Die eingeblendeten Buttons erlauben so schnellen Zugriff auf Steuerungsfunktionen. Ich kann mir sogar vorstellen, dass man die auch bei aufgesetzter Brille vielleicht noch erkennen kann. Allerdings müsste man hier erst mal sehen, wie dicht die Brille nach unten hin abschließt.

Mit einem Preis von 49 CAD $ ist das AirVR erheblich günstiger als die Rift. Mal ganz davon abgesehen, dass man hier keinen Rechner braucht und nicht Kabeln zu kämpfen hat. Wer also einen Blick in Richtung Virtual Reality werfen möchte wäre hier recht kostengünstig mit von der Partie.

Natürlich gibt es aber auch Schattenseiten. Wäre ja auch langweilig, wenn nicht. Der gewichtigste Punkt dürfte die Softwarefülle sein. Ich schätze, dass die noch geringer als bei Android-Phones ausfallen dürfte. VR am Smartphone war ja bis jetzt eher ein Thema für Android. Außerdem sind die Einstiegshürden für Appentwicklung bei Android glaube ich niedriger als bei IOS. Kann ich allerdings nicht genau beurteilen. Und selbst bei Androiden hält sich die Menge brauchbarer VR-Apps noch sehr in Grenzen.

Clever, ein Teil des Displays liegt frei für Steuerungsbuttons... wenn die Software es unterstützt  (Bild: kickstarter/©Metatecture )
Clever, ein Teil des Displays liegt frei für Steuerungsbuttons… wenn die Software es unterstützt (Bild: kickstarter/©Metatecture )

Störend kann ich mir auch Größe und Gewicht vorstellen. Zwar wirbt Metatecture, die das AirVr herstellen wollen, mit einem Gewicht von nur 190 Gramm, allerdings kommen da dann ja noch die gut 330 Gramm für das iPad Mini hinzu. Schwupps sind wir dann doch wieder ein gutes Stück über den 450 Gramm der Rift DK2.

Bei der Größe des AirVr frage ich mich auch, ob die ausgeatmete Luft bei niedrigeren Raumtemperaturen nicht dazu führen könnte, dass sich das Display beschlägt. Vielleicht eher ein Sonderfall, könnte aber schon nerven.

Wenn man sich den 3D-gedruckten Prototypen so anschaut wäre es auch interessant, wie man die Linsen justiert. Augenabstand ist ja bei jedem etwas anders.

Beim Liefertermin hingegen sehe ich zumindest für die Hardware keine großen Probleme. Sollten nicht noch größere Änderungen an der Konstruktion vorgenommen werden dürfte die Herstellung überschaubar sein. Ist ja nicht viel mehr als ein bisschen Plastik, zwei Linsen und Gummiband.

Wer also das Geld übrig und keine Skrupel, sich so ein Brett vor den Kopf zu schnallen kann gerne mal einen Blick drauf werfen.

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