An der nächsten Alge bitte links – Zwim, die smarte Schwimmbrille

Schwimmbrille mit Head-Up-Display – Zwim (Bild: kickstarter/ © Fisically Inc.)

Mit der Zwim gibt es endlich mal wieder ein Vertreter der Kategorie Smart Glasses über den ich berichten kann. Seit Google die Google Glas abgeschossen hat ist es um das Thema ja recht still geworden.

Immerhin gibt es aktuell ein paar Vertreter im Bereich Sport, die einen mit den nötigen Werten direkt ins Auge versorgen. Die Auswahl ist zwar nicht ganz so üppig, aber kann zumindest gekauft werden. Sowohl Recon Jet als auch die Varia Vision von Garmin zeigen, dass der Einsatz von Smart Glasses durchaus spannend sein kann.

Beide Systeme fokussieren sich jedoch primär auf die Radfahrer unter uns. Ok, Läufer können die auch nutzen. Radfahren, laufen… fehlt irgendwie noch schwimmen. Und da… tatatataaaaa… kommt die Zwim ins Spiel.

Abgetaucht mit der Zwim

Die Zwim soll die erste richtige Smart Goggle sein. Zwar gab es schon vorher ein paar Schwimmbrillen, die dem Freund des nassen Sportes Informationen einblenden wollten. Nur haben diese jedoch immer nur mit einfachen LEDs gearbeitet. Ein wirkliches Display wurde bis jetzt noch nicht verbaut.

Die Zwim arbeitet mit einem 16×9 WQVGA-Display (müssten 432 × 240 Pixeln entsprechen), welches über ein Prisma, wie bei den meisten Smart Glasses üblich, in den Sichtbereich gespiegelt wird.

Der Lithium-Ionen-Akku sollt hierbei für 4 Stunden Saft liefern. Wer den im Schwimmbecken leer bekommen möchte braucht also schon etwas Ausdauer.

Die Wasserdichtigkeit wird mit ATM3 also 30 Meter angegeben. Hier darf man jedoch nicht vergessen, dass das nicht gleich bedeutet, dass man mit der Zwim 30 Meter tief tauchen sollte. Man will sich ja im Wasser bewegen, was den Druck natürlich erhöht und die 30 Meter schnell zusammenschrumpfen lassen. Für den normalen Schwimmer sollte es aber reichen.

Zeigt eine Menge Daten an, kann aber leider kein GPS (Bild: kickstarter/ © Fisically Inc.)

Am Puls der Zeit

Das zweit, große Feature neben dem Display ist der eingebaute Pulssensor. Die meisten Systeme arbeiten unter Wasser ja eher suboptimal. Dadurch, dass ein optischer Sensor direkt an der Brille angebracht ist und durch das Kopf-Gummi fest an die Schläfe gedrückt wird soll die Abnahme deutlich besser funktionieren als bei der Konkurrenz. Kann ich jetzt aber wirklich nicht beurteilen.

Durch eingebaute Bewegungssensoren kann die Zwim sehr genau feststellen, wenn der Schwimmer im Becken eine Wende hinlegt. Das lästige Bahnen-Zählen sollte sich somit erübrigen.

Die Zwim kann diverse verschiedene Anzeigen aus den Bereiche Zeitnahme, Herzfrequenz, Entfernung und dergl. anzeigen. Und das Ganze, ohne sich ein Smartphone unter die Badekappe stecken zu müssen. Natürlich kann nach dem Work Out der komplette Datensatz zum Smartphone übertragen werden.

Der Vorteil gegenüber Sportuhren ist klar. Will man im Wasser eine Uhr ablesen muss man quasi anhalten. Mit der Zwim wird man dauernd auf dem Laufenden gehalten.

Was sie leider jedoch nicht beherrscht ist der Empfang von GPS-Signalen. Damit ist der Einsatzzweck der Zwim leider stark auf die Verwendung in Schwimmhallen festgelegt. Freiwasserschwimmer müssen sich mit den Herzfrequenzgeschichten begnügen. Schade eigentlich. Aber auch ohne GPS ist das Unterfangen, Zwim auf den Markt zu bringen nicht trivial.

Genauer Puls dank eingebautem Sensor (Bild: kickstarter/ © Fisically Inc.)

Geht Zwim baden?

Bei 279 € für den Super Early Bird ist Zwim sicherlich nichts für den Gelegenheitsschwimmer. Die üblichen Nebenkosten kommen ja noch oben drauf. In wie weit das Lieferdatum Mai 2018 realistisch ist kann ich, wie nicht anders zu erwarten, nicht wirklich verlässlich beantworten. Ich wäre jedoch eher skeptisch. Das Problem bei Zwim ist, dass die meisten Smart Glasses, die in den letzten Jahren an den Markt gegangen sind, mit sehr viel Verzug zu kämpfen hatten. Es handelt sich also um ein technisch recht komplexes Produkt.

Erschwerend hinzu kommt, dass das Ganze auch noch so wasserdicht sein muss, dass die Smart Glasses den Beanspruchungen des Schwimmens im Wasser (wo auch sonst) standhalten muss. Da haben die Entwickler sich echt was vorgenommen. Geht da etwas schief ist die Brille schnell Elektroschrott.

So gesehen würde ich erst mal abwarten, wie sich das Projekt weiterentwickelt. Vielleicht hat Ray Maker von DC Rainmaker ja vor Ende der Kampagne noch ein paar weitere Informationen. Wenn jemand hier eine gute Beurteilung abgeben kann, dann er.

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