Zickzack – CAMARD LZR Rennrad-Rahmen

Wenn das mal kein Hingucker ist – der CAMARD LZR Rennrad-Rahmen (Bild: kickstarter/ © CAMARD Milano)

Oha, mit dem CAMARD LZR Rennrad-Rahmen lehnt sich CAMARD Milano aber mal ganz schön weit aus dem Rahmen. In meinem Blog gab es ja schon so einige radikale Rennrad-Konzepte, das CAMARD LZR geht da gefühlt noch einen Schritt weiter. Ob sich da genug Leute trauen, das zu unterstützen?

Aber fangen wir mal von vorne an. Weg lassen ist ja ein beliebtes Konzept bei Designern, Aufmerksamkeit und oft auch gutes Design zu schaffen. Einen ähnlichen Ansatz können wir beim CAMARD LZR beobachten. Hier wurden nämlich einfach Unterrohr und Heckstreben komplett weggelassen.

Der Rahmen bekommt somit die Form eines Z. Zorro wäre glücklich.

CAMARD LZR  – Zorros Traum

Die Optik des CAMARD LZR schwankt durch diesen Kniff zwischen filigran und radikal. Ein Hingucker ist es auf jeden Fall. Nur kann man sich zu Recht fragen, wie hier die doch recht großen Kräfte abgeleitet werden, die bei einem schnellen Ritt auf der Straße auf das Gefährt wirken.

Hierfür werden keine normalen, geraden Rohre verwendet. Entlang der auftretenden Kraft-Flüsse wird entsprechend mehr Material verwendet. Dadurch bekommt der Rahmen nebenbei noch einen leichten Stealth-Touch.

Sieht schon ganz cool aus. Ich frage mich nur, in wie weit der Rahmen durch diesen Kniff genügend Stabilität erhält, damit er bei einem straken Antritt nicht in sich flext.  Rahmen ohne Hinterbau-Streben  hat es ja schon so einige gegeben. Das Staiger Red Arrow aus den 90ern zum Beispiel. Wollte ich damals immer haben.

Hierdurch lässt sich ja durchaus ein Komfortgewinn erreichen, da der Hinterbau dann eben doch nicht so ganz steif ist. Nur wenn es ums Tretlager schwammig wird…

Die Rahmenkonstruktion fordert, trotz der weggelassen Rohre, ihren Tribut. Mit 2,7 kg ohne Gabel haben wir es hier mit keinem Leichtgewicht zu tun.

Totz weniger Rohre kein Leichtgewicht (Bild: kickstarter/ © CAMARD Milano)

Ich brauche mehr Details…

Viel mehr technische Informationen werden uns leider nicht präsentiert. Kein Hinweis über das verwendete Material (ich vermute mal Alu oder Stahl) und nichts über die Geometrie. Bei 700€ für den Rahmensatz sind das dann doch eine Menge Katzen im Sack, die man danach durchfüttern muss.

Dass das Konzept des Rahmens zumindest zu einem fahrbaren Untersatz führt kann man dem Kampagnen-Video entnehmen. Nur ob einem das Rahmen auch passt und wie gut er sich fährt lässt sich leider nicht beantworten.

Generell schätze ich die Rahmenbaukunst klassischer italienischer Fahrradschmieden ja sehr hoch ein. Aber ohne eine Testfahrt wäre mir das zu riskant.

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