Wasser marsch – eine Wasserstelle handgedengelt

Eine Wasserstelle für den Garten... selbst gemacht (Bild: © O.Thiele)

Eine Wasserstelle für den Garten… selbst gemacht (Bild: © O.Thiele)

Einmal werden wir noch wach, heißa, dann ist Hausbau-Tach. Jawohl, Geschichte wird gemacht, es geht voran. Warten ja auch erst ein dreiviertel Jahr drauf. Morgen beginnt tatsächlich der Aufbau unserer Gartenlaube und wer es nicht glaubt… die Punktfundamente sind schon da. Das gibt einen schönen Eintrag für den Blog. Aber so wie ich mich kennen werde ich wohl noch ein bisschen brauchen, bis ich den fertig habe. Um die Zeit bis dahin zu überbrücken zeige ich euch jetzt erst mal, wie ich mir eine Wasserstelle für den Garten gezimmert habe.

Eins vorweg: die fertigen Dinger waren mit a) zu teuer und b) zu hässlich. Eine Plastiksäule aus gefaketem Stein muss ich mir nicht in den Garten stellen. Und wenn es denn mal etwas schicker wird muss man gleich drei Scheine auf den Tisch legen. Für nen Pfosten, ein Rohr und ein Wasserhahn? Haben sie wohl nicht mehr alle. Also selbst ist der Mann.

Was brauchen wir also? Als erstes benötigen wir einen schönen Pfosten. Unsere Wahl viel auf einen 120x9x9 cm Lerchenpfosten, oben abgerundet. Problem bei der gewünschten Konstruktion: Wir wollen die Leitung hinten am Pfosten verlegen. Die simple Methode wäre vorne. Aber einfach kann ja jeder. Also brauchen wir noch einen 80 cm Nippel (heißt wirklich so und ist eigentlich nur ein verzinktes Rohr mit zwei Gewinden), einen 90 Grad-Winkel, ein Reduzierstück von ¾“ auf ½“, da das PE-Rohr, das ich Anfang des Jahres verlegt habe ¾“ Durchmesser hat, der Nippel aber nur ½“. Außerdem noch ein Verbindungsstück von PE-Rohr auf Gewinde, noch einen 10cm Nippel, um durch den Pfosten zu kommen, einen Konterring und den Wasserhahn. Eine Boden-Einschlaghülse 9x9x75 cm sollte man auch nicht vergessen. Fehlt noch was? Ja, Hanf und Fermit zum abdichten, einen Rohrschneider und Entgrater, einen fetten Bohrer mit 22mm Breit, Rohrzange und noch ein bisschen Gedöns.

Ein paar Dinge muss man schon kaufen... (Bild: © O.Thiele)

Ein paar Dinge muss man schon kaufen… (Bild: © O.Thiele)

Auf geht’s. Zuerst legen wir fest, wo der Hahn angebracht werden soll. Das gute, alte Geodreieck hilft die Mitte zu finden. Jetzt wird gebohrt. Tut nicht weh. Man sollte nur versuchen, möglichst gerade zu bohren. Abweichung nach links oder rechts sind zwar optisch nicht so schön aber bei weitem nicht so ärgerlich wie nach oben oder unten. Im letzteren Fall bekommt man nämlich der 90 Grad Winkel nicht mehr richtig hin und man muss nacharbeiten. Ist mir bei Pfosten 2 passiert. Bei über 50 Metern Grundstückslänge kann man sich ja gerne zwei Wasserstellen gönnen.

Immer schön gerade bohren (Bild: © O.Thiele)

Immer schön gerade bohren (Bild: © O.Thiele)

Ist das Loch gebohrt werden erst mal alle Rohrbestandteile zusammengeschraubt. Wer da den Überblick beim Einkauf verliert… ist keine Schande. Ohne Hilfe eines hilfreichen Kollegen (Danke, Marco 🙂 ) würde ich vermutlich immer noch im Baumarkt vor dem Regal stehen.

Worauf man auf jeden Fall achten muss: Sobald ein Gewinde im Spiel ist sollte man das Dichtmittel nicht vergessen. Gibt sonst nen nassen Rasen und ne hohe Wasserrechnung. Wer es einfach will nimmt Teflonband. Das hat aber wohl den Nachteil, dass man, wenn man sein Rohr/Fitting/Wasserhahn zu weit gedreht hat, komplett noch mal neu eindichten muss. Rückwärtsdrehen mag es wohl nicht. Da ist Hanf flexibler und nein, rauchen sollte man das Zeug nicht. Einfach ein paar Hanffasern von unten aus dem Knäuel zupfen und mit dem Gewinde nach oben drehen. Danach mit Fermit einschmieren und ruff mit dem Teil. Wer sich da unsicher ist sollte es sich am besten noch mal zeigen lassen. Auch hier noch mal ein Dank an den Kollegen.

Haben wir uns nun ein schönes L zusammengeschraubt stecken wir es durch das gebohrte Loch und hoffen, dass es gerade geworden ist. Nun richten wir das Rohr mittig aus, um das Rohr mit Schellen zu befestigen. Schellen? Ja, hatte ich oben vergessen. Zwei Stück sollten reichen. Die Schellen, die ich genommen habe sind zum einnageln. Um die Nachbarn nicht zu sehr zu stören habe ich vorweg noch etwas vorgebohrt.

Wassersäule auf dem Trockenen (Bild: © O.Thiele)

Wassersäule auf dem Trockenen (Bild: © O.Thiele)

Schelle rein, Rohr drauf, festschrauben. Jetzt können wird das Konterstück von vorne wie die anderen Teile dranschrauben. Zuletzt kommt der Wasserhahn. Hier muss man dann entweder Hahn oder Konterstück noch etwas justieren (es sei denn, man steht nicht auf rechte Winkel und findet schiefe Hähne schräg).

Ich habe fertig (Bild: © O.Thiele)

Ich habe fertig (Bild: © O.Thiele)

Fertig ist die Wasserstelle. Jetzt muss der Pfosten via Bodenhülse in den Rasen. Bei mir ging es mit Arbeitsschuhen und ein paar kräftigen Tritten. Wer Pech hat muss einen größeren Hammer zu Hilfe nehmen.

Steckt die Hülse muss jetzt das PE-Rohr aus dem Boden entsprechend gekürzt werden. Lieber erst mal nicht zu viel. Den Witz „fünfmal geschnitten und immer noch zu kurz“ spare ich mir mal. Am besten nimmt man zum Kürzen einen PVC Rohrschneider. Kostet bei Amazon nicht die Welt und ist Hölle-scharf. Geht wie Butter durch das Rohr. Entgraten kann nicht schaden.

Das war es eigentlich schon. Mit ein paar Rundsteinen drum rum sieht es dann auch schnell ganz manierlich aus. Schön, wenn mal etwas klappt und unter dem Strich kein 30 Euronen gekostet hat.

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