Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten – von Gartenhäusern und Zäunen

Keine Mauer, aber immerhin ein Zaun (Bild: © O.Thiele)

Keine Mauer, aber immerhin ein Zaun (Bild: © O.Thiele)

Die Sonne lacht und ich sitze im Garten. Zwar nicht der eigene aber immerhin… Was ist da naheliegender als ein kleines Garten-Update in die Tastatur zu hacken.

Der Rasen wächst und wächst. Nach der doch so einfach beendeten Rasenmäher-Odyssee  hat sich die gewählte Form der Rasenrasur bis jetzt gut bewährt. Mit dem Handrasenmäher kommt man immer noch ganz gut durch, obwohl der Rasen nun langsam kräftiger wird. Das Geheimnis ist wohl das regelmäßige Mähen. Wobei ich mit regelmäßig jetzt nicht regelmäßig einmal im Monat sondern eher ein- bis zweimal die Woche meine. Das klappt dann aber gut. Ist zwar schon etwas anstrengender als mit einem Elektromäher, aber die Laufstrecke ist die Gleiche und das bisschen mehr an Kraftaufwand trainiert ja auch ein bisschen. Solange das Schnittgut liegen bleiben kann werden wir am Handmäher also wohl festhalten.

Ein Zweithaus Modell Othmarschen ist unser Ziel. Wird aber wohl leider nichts. (Bild: © O.Thiele)

Ein Zweithaus Modell Othmarschen ist unser Ziel. Wird aber wohl leider nichts. (Bild: © O.Thiele)

Woran wir aber wohl nicht festhalten werden können ist das geplante Gartenhaus von Zweithaus, welches ich im ersten Garten-Artikel angepriesen hatte. Eine etwas unsägliche Geschichte. Die grundlegende Idee bei der Neuanlage des Gartens war ja, dass wir uns eine vom Landesbund der Gartenfreunde finanzierte Gartenlaube aufstellen lassen wollten. Das Modell stand schnell fest, nämlich Othmarschen der Firma Zweithaus. Sehr stylisch, mit viel Licht und über den Landesbund mit gut 10.000 Euro durchaus bezahlbar.

Leider zieht die Finanzierung über den Landesbund so einige verwaltungstechnische Geschichten mit sich. So musste u.a. ein Abweichungsantrag bei der Baubehörde gestellt werden, da der Kleingarten hier noch keine Dauergrünfläche ist. Soll er erst noch werden. Was genau eine Dauergrünfläche von einer Nichdauergrünfläche unterscheidet vermag ich an dieser Stelle nicht wirklich erklären zu können. Ich habe mir zwar mittlerweile so einiges zusammen gereimt, möchte aber keinen verwirren, falls sich das als kompletter Quatsch herausstellen sollte. Wie auch immer, der Antrag wurde gleich Anfang des Jahres gestellt. Nach drei Monaten ist dann aufgefallen, dass noch ein Auszug aus der Katasterkarte fehlte. Ärgerlich. Hätte man auch früher drauf hinweisen können. Nach zwei Monaten kam den der Bescheid, dass kein Bescheid benötig wird. Super. Hat nur 5 Monate gebraucht. Naja, ich jammere hier jetzt mal nicht zu aktiv. Hätte ich die Rückseite des ersten Briefes richtig verstanden hätte ich mir wohl zwei Monate sparen können.

Nichtsdestotrotz wurde mit dem hochoffiziellen Bescheid über die Unnötigkeit des Bescheides dann beim Landesbund angerufen. Hurra, endlich kann es weiter gehen. Denkste, denn da nun naheliegender Weise gerade Hochsaison für Häuslebauer ist kam von dort die nicht ganz so schöne Nachricht, dass Zweithaus nicht mehr mit dem Landesbund zusammen arbeitet. Die freudige Erregung über den Behördenzettel weicht schlagartig einer gewissen Ärgerlich- und Ratlosigkeit.

Qual der Wahl

Die Alternative heißt Niendorf und wird von der Firma Ambrosius hergestellt (Bild: © O.Thiele)

Die Alternative heißt Niendorf und wird von der Firma Ambrosius hergestellt (Bild: © O.Thiele)

Die momentan zur Verfügung stehen Alternativen sehen wie folgt aus:

1) Das Zweithaus ohne den Landesbund aufstellen. Nachteil: Mehrkosten von mindestens 2000 Euro. So genau kann man das wohl nicht sagen. Zumindest hat der Häuslebauer bei jedem Telefonat einen anderen Preis genannt. Keine Ahnung, ob das nun schwankende Holzpreise oder Unwissen über die eigene Preistabelle ist. Wartezeiten von mindestens 8 Wochen, eher noch mehr sind mit einzurechnen. Schön für Zweithaus, dass die so gut ausgelastet sind. Handwerk scheint sich wohl doch noch zu lohnen.

2) Ein Haus eines anderen Herstellers nehmen, der noch mit dem Landesbund zusammen arbeitet. Hier bietet sich die Firma Ambrosius an. Leider entsprechen die Lauben, die über den Landesbund finanziert werden nicht 100 % unserem Geschmack. Dafür macht die Firma aber eine sehr kompetenten Eindruck und könnte die Laube vermutlich erheblich früher als Zweithaus aufstellen. Man könnte sich von Ambrosius natürlich auch Lauben aufstellen lassen, die keinen Wunsch mehr übrig lassen würden, aber das hätte dann seinen nicht gerade geringen 5stelligen Preis.

3) Man wartet die Saison ab und hofft, dass Zweithaus dann vielleicht doch wieder mit dem Landesbund zusammen arbeitet. Recht spekulativ. Könnte man das Geld auch in Genussrechte für Ökostromanlagenherstellerbaubetreiber stecken.

Und wofür sollen wir uns nun entscheiden? Momentan tendieren wir zur Lösung 2 mit dem Hausmodell Niendorf von Ambrosius. Das trifft noch am ehesten unsere Vorstellungen. So langsam gewöhnen wir uns dran. Gegen Lösung 1 spricht, dass wir von Zweithaus zwar ein Angebot angefordert aber trotz Telefonate und mittlerweile zwei Emails immer noch keine Rückmeldung erhalten haben. Da hat es wohl jemand gerade nicht so nötig oder ist so sehr ausgelastet, dass er keine weiteren Aufträge bedienen kann. Aber das könnte man uns dann doch auch gerne mal mitteilen. Durch Aussitzen verspielt man nur unnötig Sympathie-Punkte. „Merkeln“ funktioniert halt nicht immer.

Schöner Rasen. Fehlt nur noch das Haus. (Bild: © O.Thiele)

Schöner Rasen. Fehlt nur noch das Haus. (Bild: © O.Thiele)

Ihr seht: Bis hier ein Haus steht vergehen wohl noch ein paar Wochen/Monate. Das ist jetzt aber kein Grund, den Kopf in den Rasen zu stecken. Es gibt ja noch genug zu tun.

Die letzten beiden Projekte möchte ich deshalb noch eben erwähnen.

Nicht für die Ewigkeit. Aber optisch doch erheblich schöner als verrostete Stahlstangen mit Flatterband. (Bild: © O.Thiele)

Nicht für die Ewigkeit. Aber optisch doch erheblich schöner als verrostete Stahlstangen mit Flatterband. (Bild: © O.Thiele)

Die Mauer muss weg

Eine Baustelle war noch die Abzäunung des Geländes. Zum Weg nach vorne fehlt ja noch gut 7 Meter Hecke, die aber erst dann gepflanzt wird, wenn das Haus steht. Damit nun nicht die nächsten Monate nur zwei Eisenstangen und etwas Flatterband die Leute davon abhalten soll, auf unserem Grundstück Partys zu feiern, haben wir nun schnell einen kleinen Zaun gebaut. Da der eher temporärer Natur sein soll geht das quick und dirty.

Man nehme etwas Gitterdrahtzaun, vier Holzpfähle und ne Menge Krampen. Einen großen Gummihammer und einen normalen Hammer sollte man auch dabei haben. Ein Seitenschneider kann auch nicht schaden.

Das teuerste bei der Geschichte ist der Zaun. Ist echt erstaunlich, was das kosten kann. Gut, dass ich da noch ein Max Bahr-Schnäppchen im Keller hatte. 25 x 1,2 Meter für normalerweise 120 Euro. Heidewitzka, so viel für so ein bisschen Draht? Schwer nachvollziehbar. Gut, dass ich dafür nur 30 Euro ausgegeben habe. Man braucht auch mal Glück im Leben. Die Holzpfähle a 1,5 Meter mit 5 cm Durchmesser sind mit 3 Euro pro Stück da echt ein Schnäppchen. Die normalen Stahlstangen kommen mit gut 9 Euro pro Stück sowie Einschlaghülsen, da wir das noch nicht einbetonieren wollen erheblich teurer. Die Holzvariante wird zwar nicht so lange halten, muss sie aber ja auch nicht.

Der Aufbau geht recht flott vonstatten. Pfahl mit Hammer in den Boden, Zaun mit Krampen an den Pfahl. Das letzte Ende des Zauns wir nur an eine Latte befestigt. So kann man an der Stelle den Zaun auch ohne Tür auf und zu machen. Praktisch und günstig.

Platte Platte

Bis der Geräteschuppen fertig ist ein prima Platz für den Sonnenstuhl (Bild: © O.Thiele)

Bis der Geräteschuppen fertig ist ein prima Platz für den Sonnenstuhl (Bild: © O.Thiele)

Projekt 2 ist eigentlich die Vorbereitung für das nächste Großprojekt. Da das Haupthaus ja noch etwas auf sich warten lässt muss natürlich erst mal ein Geräteschuppen her. Der Stellplatz ist ja schon etwas länger durch entsprechend versenkte Bodenplatten markiert und mit Sand aufgefüllt. Damit das Ganze nun nicht von Unten mit Unkraut durchwuchert wird und manierlich aussieht haben wir die Fläche jetzt mit Unkrautplane und Steinplatten versehen.

Bitte nicht darüber lästern, dass der Spaß nicht so ganz gerade ist. Zum einen ist das ein bisschen der Plan, denn wenn es plan wäre, würde sich dort eventuell Wasser sammeln können. Zum anderen spielt das dort eh nicht so ganz die Rolle, da die Hütte einen eigenen Boden bekommen wird und man so das Meister der Steinfläche später eh nicht mehr sehen wird.

Und während wir nun so langsam vor uns hin basteln scheint die Sonne vom Himmel, ein laues Lüftchen weht uns um die Nase und man kann sich fast fragen, ob man überhaupt ein Gartenhaus braucht. Schaun mer mal.

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