Die Lärche und nicht die Nachtigall – vom Bau einer Sockelumrandung

Hat zwar etwas länger gedauert, aber das Ergebnis kann sich sehen lassen. Der fertige Sockel aus Lärche. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Die Sockelumrandung meiner Laube ist endlich fertig. Hat ja nur 3 Jahre gedauert. Wenn das nicht ein guter Grund ist, mit dem Blog mal wieder etwas mehr Fahrt aufzunehmen. Der „Sommer“ neigt sich ja leider so langsam dem Ende entgegen (sigh).

Unser Laube steht jetzt schon etwas länger. September 2014 wurde sie aufgestellt. Aber wie es nun mal so ist, gab es seit dem Zeitpunkt eine kleine Baustelle, die ich immer wieder aufgeschoben habe und die mich immer gewurmt hat.

Der professionelle Laubebauer neigt ja dazu, Gartenlauben heutzutage auf ein Punktfundament zu stellen. Dieses schaut etwa 20 cm auf dem Boden heraus und hat den Vorteil, dass die Laube gut von unten belüftet wird. Muff und Schimmel wird so verhindert. Das ist plausibel. Nur hat man dadurch das Problem, dass man quasi unter dem Haus hindurchschauen kann.

Keine Augenweide. Aber immerhin ist die Umrandung schon abgelegt. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Dieser Luftraum ist im Großen und Ganzen eigentlich nur ein ästhetisches Problem. Ok, Unkraut neigt dazu, hier zumindest an den Rändern hoch zu wuchern und wenn man Pech hat, baut sich der eine oder andere Hase unter der Laube sein Quartiert. Sollte aber im Grunde genommen kein großes Drama sein. Aber trotzdem, das Auge isst ja mit.

Schaffe, schaffe, Sockelumrandung baue

So eine Sockelumrandung zu bauen ist im Grunde genommen eine recht simple Sache. Man sollte nur folgendes beachten:

Die Unterlüftung des Hauses sollte weiterhin gewährleistet werden. Damit sich die Luft und vor allem Feuchtigkeit nicht unter dem Haus staut müssen also Luftschlitze verbaut werden.

Das verwendete Holz für die Umrandung sollte recht Wasser-resistent sein. Zwar steht bei richtiger Konstruktion das Holz nicht permanent im Wasser, jedoch kann man nicht sicher stellen, dass sich unter dem Haus nicht der Maulwurf austobt und seine Haufen gegen die Umrandung von innen wirft. Man darf ja auch nicht vergessen, dass die Rückseite der Umrandung nicht ohne größeren Aufwand zu malen ist.

Zu guter Letzt sollte das nahe Umfeld der Umrandung am besten so gestaltet werden, dass sich dort zum einen kein Wasser sammelt und zum anderen nicht zu viel Grünzeug die Laubenwand hocharbeiten kann.

Drei Punkte, über die man gerne etwas nachgrübeln kann. Wobei der eigentliche Aufschieber bei mir die Holzbeschaffung war. Aber dazu gleich mehr.

Kantsteine und Flies sind verlegt (Bild: miy.de/O.Thiele)

Stein im Brett

Fangen wir am besten mal von hinten mit der Bodenvorbereitung an. Die Hausumrandung sollte zum einen dafür sorgen, dass kein Unkraut dicht am Haus hochwächst. Außerdem wollte ich eine klar definierte Kante habe, an der ich mit dem Rasenmäher und dem Trimmer entlanggehen kann. Als Kür muss das Ganze dann noch schön aussehen und für unseren Maulwurf nicht so leicht zu durchbrechen sein, trotzdem aber noch genügend Wasser ablaufen lassen, damit es bei einem Regen dort nicht zu einem Stausee kommt.

So habe ich dann im letzten Jahr in etwa 20 bis 30 cm Abstand zum Haus mit 1m Beton-Rasenkanten eine Umrandung gelegt. Diese schaut etwa 5 cm aus dem Boden heraus, damit der Rasen nicht drüber wächst und ich später den inneren Bereich mit Kieseln ausfüllen konnte. Der innere Bereich wurde vorher natürlich großzügig mit Unkrautflies ausgelegt. So sollte der Regen genügend Möglichkeit haben, abzulaufen.

Damit die Meng benötigter Kiesel sich in Grenzen hält und der Maulwurf sich zweimal überlegt, wo er seinen Hügel aufwirft, habe ich noch weitere Beton-Rasenkanten, diesmal flach, in die Umrandung gelegt. Ob das den Maulwurf wirklich schreckt werde ich allerdings wohl erst im Herbst erfahren.

Sieht schon ordentlicher aus. Aber man kann immer noch unten durch schauen. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Holz vor der Hütte

Die Erd- und Steinarbeiten dürften dann wohl auch das Anstrengendste der Geschichte gewesen sein. Jetzt fragt Ihr Euch bestimmt, warum ich dann erst jetzt fertig geworden bin?

Tja, ich und mein Holz. Die Geschichte mit der Haltbarkeit beschäftig mich ja schon länger. Schon bei der Wahl der Schaukel war das ein Thema. So fiel natürlich meine erste Wahl auf Robinie. Dürfte so ziemlich das haltbarste europäische Holz sein. Ich habe seit zwei Jahren zwei unbehandelte Robinien-Stämme als Beet-Begrenzung halb im Erdreich liegen. Die sehen immer noch wie neu aus (jetzt mal von der Farbe abgesehen). Erstaunliches Material.

Endlich mal ordentlich Holz vor der Hütte. Aber keine Angst. Ist nicht alles für die Sockelumrandung. Das Gro ist für das noch zu bauende Hochbeet. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Leider hat Robinie zwei Probleme. Da mein Haus ziemlich genau 20 cm über dem Boden steht wollte ich auch etwa 20 cm hohe Bretter haben. Zwei mal 10 wäre wieder mit nervigen gebastelt verbunden gewesen, die beiden Bretter übereinander zu montieren. In den Maßen war Robinie hier in Hamburger Umgebung nicht zu bekommen. Das zweite Problem ist natürlich der Preis. Mit über 20 Euro den laufenden Meter hätte mich die Umrandung gute 400 Euro gekostet. Ne Menge Schotter.

Also doch lieber ne Nummer kleiner und die gute, alte Lärche nehmen. Mit 6,35 den Laufenden Meter zwar auch noch teurer als die übliche Fichte, aber dafür deutlich stabiler. Und da mir ausgegrautes Holz gefällt muss ich noch nicht mal streichen. Außerdem hatte der Holzhandel meiner Wahl die Lärche in 5,10 Meter länge vorrätig. Da fehlten zwar 10 cm für die Längsseite der Laube, aber zumindest an den Kopfseiten brauchte ich nicht stückeln. Sehr angenehmen.

Da solche Bretter leider nicht in meinen Kofferraum passen musste das Holz geliefert werden. War aber auch kein Problem. Um auf den entsprechenden Betrag für die kostenfreie Lieferung zu kommen habe ich dann gleich noch Holz für das geplante Hochbett mitgeordert.

Nur das Rausfahren nach Ahrensburg, wo der Holzladen sich befindet, war so ein Thema. Habe das doch tatsächlich gut ein Jahr immer vor mich hergeschoben.

Der Rest war einfach. Akku-Kreissäge raus, Bretter abgelängt, rangeschraubt. Die schöne, graue Patina kommt von alleine.

Endlich am Haus. Noch sieht es recht frisch aus. Die Lärche wird sich jedoch recht schnell grau färben. Ich mag es. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Wieviel Kies für Kies

Abgerundet wird die Geschichte durch etwa 200 kg (8 Säcke) Marmorkies mit 15 bis 25mm Steinen. Schon erstaunlich, was es dort für Preisunterschiede gibt. Beim Baummarkt kann man da locker über 50 Cent pro Kg loswerden. Im Garten/Restposten-Shop gab es die Steinchen für gerade mal 25 Cent pro Kg. Da lohnt sich das Vergleichen doch. Ok, das gesparte haben wir dann gleich für ne Extra-Portion Sushi beim Sushi-Mann neben an ausgegeben. Hat sich aber gelohnt.

Tadaaaa. Ich habe fertig. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Und was kommt jetzt? Vermutlich erst mal das Hochbeet. Oder die Wegplatten vom Gartentor zur Laube? Mist, die Kabel, die noch vorne aus dem Dach herausschauen erinnern mich ja daran, dass wir auch noch eine Außenbeleuchtung anbringen wollten. Ach, irgendwie gibt es immer was zu tun. Würde ja sonst auch langweilig werden.

 

 

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