Das mache ich mit Links – TIPY, die Einhand-Tastatur

One keyboard to rule them all – TIPY, die Einhand.Tastatur (Bild: indiegogo/© Matthaeus Drory )

Heute zeige ich Euch mit TIPY, der Tastatur für eine Hand, mal wieder ein Projekt, dass an und für sich eine sehr coole Idee ist, bei dem der Initiator sich dann aber doch etwas zu früh an den Start gewagt hat.

Zuerst werfen wir aber einmal einen Blick auf TIPY. Bei TIPY handelt es sich um eine Tastatur, bei der alle Tasten so angelegt sind, dass man sie bequem mit einer Hand bedienen kann. Für Menschen, die die zweite Hand für etwas anderes brauchen (z.B. Heavy-Phone-User, Maus-schwingende Designer, Kaffee-Junkies) ein wahrer Traum.

Wenn ich mir mein Tastaturverhalten so anschaue wäre ich wohl exakt die Zielgruppe, die Spaß an TIPY haben würde. Wobei ich genau genommen eigentlich nur die drei Tasten Strg, Alt und Shift losgelöst bräuchte. Mit 24 doppelt belegten Tasten an der Maus kommt man ja schon recht weit. Lediglich die drei erwähnten Tasten bekomme ich nicht sinnvoll in meine Logitech G600 gemapped.

Das liegt aber daran, dass die drei Tasten ja in unterschiedlichen Kombinationen zu anderen Tasten gedrückt werden müssen. Und drei oder vier im Zweifelsfall nicht nebeneinander liegende Tasten mit einem Daumen zu drücken übersteigt dann auch meine Fähigkeiten.

Ich brauche mehr Details, TIPY…

Aber zurück zu TIPY. Die Tasten von TIPY sind in einem ¼ Kreis um eine Handballenauflage angeordnet. Das reine Layout unterscheidet sich in ein paar Bereichen von einer normalen Tastatur. So ist die Return-Taste anders angelegt und es gibt einen Satz doppelt belegter Tasten. Auch ein Mausersatz soll mit an Bord sein.

Da es ja nun einen Unterschied gibt, ob man die Tastatur eher mit der rechten oder mit der linken Hand bedient, soll es zwei Versionen mit gespiegeltem Layout geben.

Die Verbindung zum Rechner wird via Bluetooth von statten gehen.

Und das was es auch schon mit den technischen Daten. Ab jetzt begeben wir uns nämlich leider ins nebelige Gebiet des Ungesagten. Wie wird TIPY mit Strom versorgt? Keine Ahnung. Auf was für Mechaniken wird gesetzt? Gute Frage. Detailliertes Tastatur-Layout? Versuch dein Glück mit dem Browser-Zoom. Mit welcher Software wird die Tastatur programmiert? Wer weiß es?

No risk, no TIPY

Ihr seht schon. Viele Informationen werden uns hier leider nicht gegönnt. Vielmehr gibt es aktuell nur einen Dummy und zwei Renderings. Ich gehe mal davon aus, dass es sich hier um einen funktionslosen Dummy handeln wird, da er nicht in Aktion zu sehen ist. Man muss allerdings auch deutlich betonen, dass der Initiator Matthaeus Drory dies so auch klar kommuniziert. So gesehen wird hier vorbildlich mit offenen Karten gespielt.

Zwei Versionen: eine für Nutzer mit der rechten und eine für Nutzer mit der linken Hand (Bild: indiegogo/© Matthaeus Drory )

Auch wenn die eigentliche Entwicklung von der österreichischen Firma Technosert electronics übernommen wird habe ich ehrlich gesagt aktuell meine Zweifel daran, dass das Projekt a) beim aktuellen Stand der Entwicklung in 6 Monaten als fertiges Produkt beim Kunden liegen wird und b) es sich für die 60.000 Euro, die als Fundingziel genannt werden, überhaupt umsetzen lässt. Alleine die Entwicklung und Herstellung der Spritzgussformen dürften so viel Geld verschlingen.

Wenn es da nicht noch andere Finanzierungsdetails im Hintergrund gibt, sehe ich da eher schwarz. In Anbetracht der Tatsache, dass die Kampagne noch zwei Monate läuft bleiben von den 6 Monaten Entwicklungszeit sogar real betrachtet nur drei übrig, da die Crowdfundigplattformen sich ja immer ganz gerne drei bis vier Wochen Zeit mit der Auszahlung lassen. No way.

Natürlich kann es sein, dass Technosert electronics hier in Vorkasse geht. Aber ist das auch wahrscheinlich?

Noch viel schlimmer ist, dass hier ein flexibles Funding-Ziel gewählt wurde. Das bedeutet, dass das Ziel nicht mal erreicht werden muss, damit das Geld der Backer eingezogen wird. Wenn jetzt also nur 10 Leute mit machen sind diese ihre 100 Euro pro Nase los. Wie Wahrscheinlich ist es, dass man für 1000 Euro überhaupt jemals etwas ausliefern können wird? Und ein Refund? Dürfte den Herr Drory dann so einiges kosten, da Indiegogo ja auch was vom Kuchen abhaben will.

Auch wenn das TIPY an sich eine sehr coole Idee ist und zumindest für mich einen hohen Mehrwert bieten würde kann ich aktuell leider nur vom Kauf abraten. Das erspart sowohl Euch als auch dem Initiator ne Menge Frust.

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