TheoryBoard – Midi-Controller für Musiktheorie-Noobs

Musizieren ohne Ahnung. Das TheoryBoard will Eure Ohren schonen (Bild: kickstarter/© Irijule
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Mit dem TheoryBoard von Irijule werden die Träume eines jeden lernfaulen Musikers war. Musiktheorie ist ja eine eher öde Angelegenheit. Gerade den Saitenhelden fehlt oft die Motivation, sich da durch zu quälen.

Ein paar Skalen auswendig lernen? Schön und und gut. Aber die Basis dahinter mutet wie unnötiger Ballast an. Jaja, ich tendiere auch dazu, es eher vage mit dem theoretischen Unterbau zu halten.

Wie schön wäre es doch, immer die richtigen Töne treffen zu können, egal, in welcher Tonart man gerade läuft. Mit moderner Technik sollte das heutzutage doch kein Problem sein. Das behauptet jetzt zumindest das TheoryBoard.

TheoryBoard, das etwas andere Tasteninstrument

Was auf dem ersten Blick eher aussieht, wie eine Tastatur für Videoschnitt oder Hardcore-Gamer entpuppt sich schnell als recht cleverer Mix aus Keyboard (das mit dem schwarzen und weißen Tasten) und Keyboard (mit den Buchstaben drauf).

Als erstes stellt man die gewünschte Tonart und Skala ein. Über 860 unterschiedliche Skalen aus aller Welt stehen zur Verfügung. Dorisch, Phrygisch, Lydisch? Kein Problem. Bebop, Hirajoshi und zur Not Ganz Ton. Alles mit drin. Ihr seht schon, da können alle Musikgeschmäcker bedient werden.

Ein kleines Display zeigt an, was man mit vier drunter angelegten Pfeiltasten eingestellt hat. Die Tasten des TheoryBoard sind übrigens drucksensitiv, aber nicht beschriftet. Würde auch keinen Sinn ergeben, weil diese je nach gewählter Skala komplett andere Akkorde und Töne wiedergeben. Zur Orientierung werden die Tasten farbig beleuchtet.

(Bild: kickstarter/© Irijule
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Zwei Seiten der Geschichte

Das TheoryBoard ist primär in zwei Seiten aufgeteilt. Auf der linken Seite werden komplette Akkorde gespielt. Man muss sich also nicht die einzelnen Töne der ganzen Akkorde merken. Selbst so lustige Akkorde wie Csus7 werden mit einer einzelnen Taste abgebildet.

Auf der rechten Seite kommen dann die passenden Einzeltöne zum Einsatz. Diese gibt es in jeweils 4 Oktaven. Um die Orientierung zu erleichtern werden korrespondierende Töne und Akkorde identisch eingefärbt.

Intuitives Spiel sollte somit also kein Problem mehr sein. Ich frage mich nur etwas, wie viel Disziplin man sich aneignen muss, um dann auch wirkliche Komposition zu schaffen und nicht in akustisch gefälliges Rumgedudel zu verfallen. Aber das hängt vielleicht auch davon ab, wie der entsprechende Musiker seine Musik fabriziert.

(Bild: kickstarter/© Irijule
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Alles easy, oder?

So auf den ersten Blick sieht das ganze nun so einfach wie Blockflöte spielen aus. Wobei, eigentlich noch einfacher, weil man auch bei der Blockflöte phänomenal danebenliegen kann. Was man dabei jedoch nicht vergessen darf ist, dass soweit ich das jetzt richtig verstanden habe, das TheoryBoard nur ein Eingabeinstrument ist, d.h. man braucht noch einen Klangerzeuger.

Wenn man nicht zufälliger Weise noch ein midifähiges Keyboard rumstehen hat wird man vermutlich wohl an einen Rechner gehen. Verbindung nimmt das TheoryBoard übrigens via 5 Pol Din Midi, USB.Midi und Bluetooth Midi auf.

Wer dem TheoryBoard also Töne entlocken will muss sich auch mit der entsprechenden Softwareseite des gewünschten Tools zur Sounderzeugung rumschlagen. So einfach auspacken und einen Top10-Hit bauen ist also leider nicht möglich. Wer jedoch schon Erfahrung mit entsprechenden Tools hat wird vermutlich flott interessante Ergebnisse zu Tage befördern können.

Für aktuell 350$ bekommt man die 93 drucksensitiven Tasten geplant bis Mai 2018 geliefert. Sportliches Timing, besonders, wenn man einen Blick in die Prototypen-Galerie wirft. Nach Serienproduktion sieht das nämlich leider noch nicht aus und die größten Fallstricke auf dem Weg an den Markt liegen bekannter Weise bei der Umsetzung zur Massenproduktion. Ich glaube nicht, dass die Machen 500 TheoryBoards per Hand löten wollen. Ich würde eher nicht gleich am 1 Mai einen Gig damit buchen.

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