Aufgeblasen – SPUD, das Spontaneous Pop-up Display

Ein Monitor zum auffalten - SPUD (Bild: kickstarter/ ©Arovia)

Ein Monitor zum auffalten – SPUD (Bild: kickstarter/ ©Arovia)

Heute schauen wir uns mit SPUD, dem spontanen Pop-up Display, mal eine Kampagne für diejenigen an, die unterwegs ein großes Display benötigen. Schon komische Ideen, auf die die Leute kommen.

Dem vom Kunden zu Kunden marodierenden Design-Freelancer dürfte das Problem bekannt vorkommen. Vor Ort ist meist kein extra Monitor mehr frei und Photoshop, Illustrator und Co. lassen sich auf nem 13“ Mac Book nun nicht wirklich bequem nutzen. Ich sag nur „Paletten stapeln“. Selbst auf 15“ hat man ja nicht viel Platz (sagt jemand, der mit 4 Monitoren arbeitet).

Sicherlich wird es auch noch viele andere Zielgruppen geben, die on the road mal auf ein größeres Display als die 5,5 Zoll vom Handy zurückgreifen wollen.

Bisher konnte man da eigentlich nur einen kleinen LED-Beamer mitschleppen. Nur sind die Dinger zum einen nicht sehr Lichtstark (nix für den Strand) und zum anderen braucht man natürlich eine freie Wand, an die man das Bild projizieren kann. Das mag im privaten Bereich vielleicht noch drinnen zu organisieren sein (den Strand hatten wir ja schon ausgeschlossen). Wenn wir jedoch wieder zum Wander-Grafiker zurückkommen, sollte schnell klar sein, dass so ein Beamer höchstens für kleine Präsentationen geeignet ist, jedoch nicht für die normale Arbeit.

Gerade oder nicht, SPUD?

So haben sich die Leute von Arovia gedacht, dass es doch fein wäre, einen richtigen Monitor zu entwickeln, der trotz 24“ Bilddiagonale noch in die Tasche passt und SPUD, den Pop-up Monitor erfunden.

Auf dem ersten Blick sieht SPUD eher wie eine Softbox für Studio-Blitze aus. Könnte mir auch vorstellen, dass die durchaus Pate gestanden haben. Statt des Blitzes wird hinten jedoch ein kleiner LED-Beamer eingebaut, der die „Mattscheibe“ von hinten dann beleuchtet.

Damit man nun nicht nach dem ersten Aufbau andauernd Falten auf dem Schirm hat soll bei SPUD ein Material verwendet werden, dass keine Falten wirft. Hoffen wir mal, dass das auch nach 200mal Falten noch der Fall sein wird. Genauere Details zum verwendeten Material werden leider nicht mitgeteilt.

Und hier kommen wir denn auch gleich zum größten Fragezeichen der Geschichte. Wie plan kann die Konstruktion die Projektionsfläche ziehen? Wenn es dort nämlich zu Wölbungen kommt kann das zum einen zu einer unscharfen Projektion an den entsprechenden stellen führen und zum anderen die ernsthafte Nutzung  für professionelle Gestalter komplett verhindern. Wer will schon layouten, wenn eine gerade Linie zur Kurve wird.

Pixelwerk

Wobei bei einer nativen Auflösung von 1280×720 Pixeln der geneigte Designer wohl eh schon raus sein dürfte. Zum Paletten anzeigen dürfte es zwar reichen, aber die Paletten auf 24“ und das eigentliche Bild auf 13“ könnte etwas seltsam wirken.

Ich frage mich auch, wie gut der Monitor kalibierbar ist. Wenn die Farben nicht hinhauen wären dann zumindest auch noch die Print-Designer raus. Ich sehe schon, die Zielgruppe wird immer kleiner.

Aber vielleicht findet sich ja der eine oder andere Gamer, der auch unterwegs mal auf etwas größerem Display zocken will. Bei 120 Hz sollte das ganz passabel möglich sein.

Leider ist der Spaß mit aktuell 380 $ plus Nebenkosten nicht unbedingt in einer Region, die für Hobby-Anwender geeignet sein dürfte. Man kann bezüglich des Nutzens also ein wenig gesunde Skepsis an den Tag legen, bevor man das Geld für eine interessante Idee ausgibt. Neben den oben erwähnten Problemen dürfen ja auch die üblichen Crowdfunding-Risiken nicht vergessen werden.

Tl;dr

SPUD ist ein Monitor, der wie eine Blitzsoftbox gebaut ist und mit Rückprojektion arbeitet. Coole Idee aber kleine Auflösung und fragwürdiger Nutzen.

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