Best of both worlds – Spaceglasses

Spaceglasses VR-Brille von Meta, © meta

Spaceglasses VR-Brille von Meta, © meta

Es gibt momentan zwei Arten von Smartglasses. Auf der einen Seite sind da Brillen, die dem Träger Informationen aus dem Alltag einblenden, ohne den Träger von dieser abzuschotten. Ideal für Augmented Reality. Wohl bekanntester Vertreter dürfte Google Glass sein. Aber auch die Recon Jet hat schon von sich reden gemacht, auch wenn sie auf den Bereich Sport spezialisiert ist.

Die andere Seite wird von Brillen wie der Oculus Rift bedient oder den Smartphone-Halter-Konzepten wie Dive und vrAse. Ziel hier ist es den Benutzer komplett in eine 3D-Welt abtauchen zu lassen. Er wird komplett von der Umwelt abgeschottet, bekommt dafür im Gegenzug aber auch alles in 3D präsentiert.

Die goldene Mitte

META.01 Streamlined Edition, © meta

META.01 Streamlined Edition, © meta

Aber was macht man, wenn man nun 3D und Echtwelt gleichzeitig haben möchte? Bis jetzt gabe es da nocht nicht viele Lösungen. Mit Dive & Co. Ist es z.B. denkbar, die Smartphone-Kamera mitlaufen zu lassen. Mal vom unterschiedlichen Abbildungsmaßstab abgesehen kommt da auch auf Grund der Auflösung so einiges verloren. Und die Umwelt hat man dann auch nur in 2D, oder gibt es schon Smartphones mit 3D-Kameras? Eine Antwort darauf gibt uns die Firma Meta mit ihrer Spaceglasses. Die Lösung besteht daraus, für beide Augen jeweils ein gesondertes Bild anzubieten. Die Brille arbeitet mit zwei durchsichtigen TFT Displays mit jeweils 960×540 Pixeln. Dadurch können auch umfangreiche Grafiken direkt in das Bildfeld des Trägers eingeblendet werden, ohne, dass er auf die Sicht des normalen Umfeldes verzichten muss. Man trifft sich sozusagen in der Mitte zwischen Augmentet Reality- und VR-Brille.

Augen auf

Nur ein paar Bilder eingeblendet bekommen ist ja nun nicht sehr spektakulär. Das würde sich nur für Videos eignen, wo der reale Hintergrunde eher stören würde. Aus diesem Grund werden die Spaceglasses mit diversen Sensoren gewürzt. 3-Achsen Beschleunigungssensor und Gyroskop sind ja mittlerweile schon Standard und naheliegen. Besonders hingegen ist die 320×240 px Infrarot Tiefenkamera, mit der die Kamera Position und Abstand z.B. der eigenen Finger ermitteln kann. Ist vielleicht in etwas mit der Kinect von Microsoft zu vergleichen. Nur muss man dafür nicht irgendwo ein Gerät aufstellen. Es sitzt alles in der Brille. Durch diese Kamera wird es dann dem Träger möglich, auf die im Display eingeblendeten 3D-Objekte direkt Einfluss zu nehmen.

Töpfern in der Toskana

Um die Möglichkeiten der Brille zu zeigen hat Meta dann auch gleich ein paar naheliegende Anwendungen parat. Vom Schachspiel über ein 3D-Modelling-Programm mit Anschluss an 3D-Drucker (Startreck TNG lässt grüßen) bis hin zum Ballerspiel und virtuellen Legosteinen ist so einiges vorhanden. Na gut, ein einfaches Schachbrett dürfte locker 650 Euro weniger kosten. Ist aber bei weitem nicht so schön nerdig. Und wenn die beiden Kontrahenten nicht im gleichen Ort sitzen spart man sich das ziehen der Figuren für den Mitspieler. Einen Appstore wird es wie nicht anders zu erwarten auch geben. Momentan ist man dort jedoch noch eher in der Ideenfindungsphase. Man kann seine Ideen für Anwendungen einsenden und die besten Ideen werden per Voting ermittelt. Schaun mer mal, was davon dann umgesetzt wird. Ein SDK ist natürlich auch vorhanden.

Augenmode für den Geek

META.01 Developer Edition, © meta

META.01 Developer Edition, © meta

Kosten soll der Spaß 667 $. Zwei verschiedene Modelle stehen zur Wahl. Die META.01 Developer Edition (soll ab Januar 2014 versendet werden) und die META.01 Streamlined Edition (ab April 2014). Wenn man das Teil jetzt nicht unbedingt als Entwickler haben will oder es sich vor Ungeduld nicht wirklich verkneifen kann sollte man aber eher die Streamlined Edition wählen. Hier geht die Optik zumindest ansatzweise noch durch. Hat ein bisschen die Anmutung einer Schutzbrille für Laborarbeiten. Die Developer Edition hat da eher den Charme einer Legobrille. Wer mit einem Spielzeug auf der Nase rumlaufen will… bitte schön. Aber immer noch um längen besser als die Prototypen, die im Kickstarterprojekt vorgestellt wurden. Aber aller Anfang ist ja bekanntlich schwer.