Besonders? Sonder Keyboard mit e-Ink-Tasten

Jemden Programm sein eigenes Tastenlayout - Sonder Keyboard (Bild: © Sonder Design )

Jemden Programm sein eigenes Tastenlayout – Sonder Keyboard (Bild: © Sonder Design )

Da gerade nicht viel los in der Corwdfunding-Szene ist nutze ich mal die Gelegenheit, ein Projekt vorzustellen, dass schon etwas länger auf meiner 2do-Liste vor sich hin dümpelt. Ich vermute mal, dass sich bezüglich Produktneuvorstellung viele nicht mit dem Weihnachtsgeschäft anlegen wollen. Es geht heute also um das Sonder Keyboard.

Das Sonder Keyboard ist eine Tastatur, die mit einem e-Ink-Layer unter dem Hauptteil der Tasten arbeitet. So ist es möglich, die Bedruckung der Tasten der aktuell genutzten Applikation anzupassen. Normaler Weise würde ich jetzt sowas wie „Warum darauf noch niemand gekommen ist“ sagen. Trifft hier aber nicht zu. Schon 2007 kam das russische Design-Studio Art.Lebedev mit der Optimus Maximus auf die gleiche Idee. Nur krankte die Maximus an einem extrem hohen Preis (ein gutes Stück über 1000 Euro) und einem eher bescheidenen Tippgefühl. War wohl doch nicht so einfach, so viele OLEDs in die Tasten zu setzen. Von der langen Verzögerung zwischen Ankündigung und Auslieferung will ich jetzt gar nicht erst anfangen.

Im Grunde versucht sich Sondern nun am gleichen Konzept. Im Gegensatz zur Optimus setzt man jedoch nicht auf OLED sondern auf e-Ink. Das Dürfte auf jeden Fall die Stromversorgung entlasten. Ob so kleine e-Ink-Displays leichter zu verbauen sind wage ich nicht zu beurteilen. Auch ob das Umschalttempo von e-Ink ausreicht müsste sich noch zeigen. Zumindest wenn man auf Shift oder Strg reagieren will. Auf jeden Fall soll die komplette Taste mit dem Display unterlegt sein. Die Optimus hatte nur etwas 50% der Tastenfläche mit einem Display hinterlegt.

Die Tasten an sich bestehen somit aus einem transparenten Kuststoffblock, der freien Blick auf das Display ermöglicht. Leider sind nicht alle Tasten mit e-Ink versehen. Man hat sich auf die Buchstaben und Zahlen beschränkt. Die Steuerungstasten von Escape bis hin zu den Pfeiltasten sind herkömmlich bedruckt.

Apple lässt grüßen - ein klassisches Alu-Design (Bild: © Sonder Design )

Apple lässt grüßen – ein klassisches Alu-Design (Bild: © Sonder Design )

Das Design lehnt sich primär am typischen Apple-Alu-Design an. Von der Seite sieht es etwas klobiger als eine Mac-Tastatur aus. Ist bei der verbauten Technik aber wohl auch nicht anders zu machen. Leider wurde auf den Ziffernblock verzichtet.

Aktuell soll die Vorbestellung noch 199 $ kosten. Final soll der Preis dann bei 299 $ landen.

Das klingt alles schon mal sehr cool. Aber natürlich gibt es wieder ein paar Haken. Der größte Haken ist, wie nicht anders zu erwarten, dass es sich hier nicht um ein finales Produkt handelt. Vielmehr erwirbt man sich Crowdfundig-typisch das Recht, ein Exemplar irgendwann im Q2 2016 zu bekommen. Wer sich mit Crowdfunding auskennt weiß, dass solche Daten mit sehr viel Vorsicht zu genießen sind. Hinzu kommt, dass das Sonder Keyboard schon etwas länger durch das Netz geistert. Die Gefahr, sich hier auf Vaporware einzulassen ist also durchaus gegeben. Ein ansatzweise gutes Zeichen jedoch ist, dass die Macher von Sonder Design in der letzten Zeit mit ein, zwei Update-Newslettern Lebenssignale gesendet haben. Zumindest scheint das Projekt nicht verwaist zu sein, was freilich keine Aussage über die Umsetzbarkeit zulässt.

Haken Nummer zwei ist eher ein persönliches Fragezeichen, in wie weit so eine Tastatur notwendig ist. Natürlich ist es cool, wenn man Photoshop öffnet und dann gleich alle Icons der Tools auf den entsprechenden Tasten eingeblendet bekommt. Allerdings habe ich die Erfahrung gemacht, dass man das sehr schnell nicht mehr braucht, wenn man ansatzweise regelmäßig ein Programm nutzt. Zumindest die meist genutzten Short Cuts hat man sehr schnell drauf. Viele Short Cuts sind ja auch programmübergreifend. Da braucht man nicht unbedingt ein Copy-Icon auf der „C“-Taste wenn man die Strg-Taste drückt. Hier stellt sich dann auch wie oben schon erwähnt die Frage, ob e-Ink für solche schnellen Umschaltungen flott genug reagieren kann.

Ich habe mal meine Tastatur mit Photoshop-Shortcut-Aufklebern beklebt. Bis auf einen Shortcut, der mir vorher nicht so ganz geläufig war, habe ich kein Symbol davon gebraucht. Ok, ich arbeite auch den ganzen Tag mit dem Programm. Bei Programmen, die man neu erlernt kann das vielleicht ganz praktisch sein.

Wirklich brauchen wird man die Tastatur also nicht. Aber da gibt es dann noch den guten, alten Spruch „Haben geht vor brauchen“. Ja, das Ding würde schon etwas her machen auf dem Schreibtisch. Aber als reines Designobjekt ist es mir dann doch etwas zu teuer.

Solange es noch kein funktionierendes Serienexemplar gibt und noch keiner Aussagen zum Tippgefühl gemacht hat würde ich also eher zu Geduld aufrufen. Bringt ja auch nichts, wenn das Schreiben auf der Tastatur dann kein Spaß macht. Andererseits würden dann die Tasten sauber bleiben. Auch ne Überlegung wert.

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