The sky is the limit – das Skylock Fahrradschloss

Skylock - Bügelschloss mi Smartphonesteuerung und Solarzellen (Bild: © Skylock)

Skylock – Bügelschloss mi Smartphonesteuerung und Solarzellen (Bild: © Skylock)

Fahrradschlösser sind ja im Allgemeinen recht simple aufgebaut. Etwas Metall und ein Schloss. Das BitLock Fahrrad-Schloss hatte mit dieser guten, alten Tradition ja schon etwas gebrochen. Ist ja auch praktisch, wenn man nicht mehr mit nem Schlüssel rumhantieren muss sondern sein Smartphone oder seine Smartwatch zum öffnen benutzen kann.

Wem das BitLock nicht durchdacht genug war könnte jetzt mal einen Blick auf das Skylock Fahrradschloss werfen. Auch hier geht es letztendlich darum, das Fahrrad sicher anzuschließen und via Smartphone öffnen zu können. Das Bügelschloss hat jedoch ein paar Features, die es für meinen Geschmack dem BitLock gegenüber interessanter erscheinen lassen.

Fangen wir erst mal mit den harten Fakten an. Das Schloss ist als Bügelschloss aufgebaut und hat die Abmessungen 21,9 x14,6 cm bei 1,13 Kg. Nicht sehr schwer und nicht sehr groß, sollte aber meist reichen. Die Widerstandskraft wird mit 3,5 Tonnen für Scherkräfte und 5 Tonnen für Zugbelastung angegeben. Klingt ganz gut, kann ich aber ehrlich gesagt nicht einschätzen, da ich die Werte anderer Schlösser nicht kenne. Ich vermute mal, dass das üblicher Durschnitt sein könnte

Skylock. Your Bicycle. Connected. from Jack Al-Kahwati on Vimeo.

Die Technik sieht da schon spannender aus. Neben Beschleunigungssensoren sind Bluetooth LE, Wi-Fi, LEDs und ein Touchpad verbaut. Das wirklich coole an der Geschichte ist, dass die ganze Technik via Solarzellen mit Strom versorgt wird. Beim BitLock stand ja so ein bisschen die Frage im Raum, was bei leerem Akku passiert. Das Problem wird man mit dem Skylock nicht haben. Eine Stunde Sonne soll für etwa eine Woche Betrieb ausreichen.

Und was mache ich, wenn ich das Rad im Fahrradkeller überwintern lasse? Kein Problem. Ein voll geladenes Schloss soll 250 Tage ohne Licht auskommen. Wenn das nicht reicht: Via Micro-USB-Port kann man beliebige Energiequellen an das Schloss anschießen. Hoffen wir mal, dass der Port auch entsprechend gut vor eindringendem Wasser geschützt ist.

Ohne Strom lässt sich das Schloss allerdings nicht öffnen. Sollte aber vermutlich so gut wie gar nicht vorkommen.

Geöffnet kann das Schloss über drei Wege werden. Die einfachste Methode dürfte die Auto-Lock-Methode sein. Nähert man sich dem Schloss öffnet es sich alleine. Entfernt man sich vom Schloss, ohne es zu öffnen verriegelt es sich wieder. Wem das zu unsicher ist kann die Funktion allerdings auch deaktivieren. Als zweiten Weg bietet sich die Steuerung via App an. Die soll es für Android und IOS geben. Bluetooth 4.0 (LE) ist jedoch Voraussetzung.

Ist der Akku des Smartphones leer oder liegt es zuhause kann man das Schloss auch über das Touchpanel mit einem Zahlencode öffnen. Das gute, alte Zahlenschloss lässt grüßen. Hoffen wir mal, dass das Teil sich nicht auch genau so leicht durch ausprobieren von Zahlenreihen öffnen lässt.

Ein paar weitere Features klingen auch sehr interessant, setzen aber entweder ein per Bluetooth gekoppeltes Smartphone in der Nähe oder ein offenes W-Lan voraus.

Die eingebauten Beschleunigungssensoren können nämlich als Diebstahlwarner und Unfalldetektor dienen. Der Diebstahlwarner sendet einen Alarm an den Server von Skylock, der dann wiederum den Besitzer benachrichtig. Die Sensitivität kann per App gesteuert werden. Da das Schloss nur in Wi-Fi-Netze senden kann halte ich das Feature aber nur bedingt für relevant.

Nicht das größte Schloss, sollte aber für die meisten Gelegenheiten passen (Bild: © Skylock)

Nicht das größte Schloss, sollte aber für die meisten Gelegenheiten passen (Bild: © Skylock)

Der Unfalldetektor ist ganz clever gedacht. Reagieren sowohl Schloss als auch Smartphone eine starke Erschütterung und reagiert der Fahrer dann nicht auf eine Nachfrage der App, sendet das Phone dann eine Nachricht an eine hinterlegte Adresse. Liegt man also irgendwo im Straßengraben und kann sich nicht mehr rühren besteht Hoffnung, dass derjenige, der die Nachricht bekommt Schritte zur Rettung einleitet. Nicht schlecht. Sollte man nur hoffen, dass das Smartphone beim Crash heil geblieben ist, man auch eine entsprechende Netzabdeckung hat und die Datenverbindung auch eingeschaltet ist.

Das Skylock macht einen durchdachten Eindruck. Der Preorder-Preis von 159 $ ist da glaube ich durchaus gerechtfertigt. Wie üblich kommen da mal wieder die ganzen Nebenkosten oben drauf. Auslieferungstermin ist das Frühjahr 2015. Vor einer Bestellung sollte man also wie üblich erst mal drüber sinnieren, ob man das Risiko eingehen will.

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