Quatsch der Woche – SEER AR-Helm

Wenn es wenigstens noch als Fahrradhelm taugen würde - SEER AR-Helm (Bild: kickstarter / ©Caputer Labs Inc)

Wenn es wenigstens noch als Fahrradhelm taugen würde – SEER AR-Helm (Bild: kickstarter / ©Caputer Labs Inc)

Mal wieder stellt sich die Frage: Wer wird sowas freiwillig in der Öffentlichkeit tragen? Ich spreche vom SEER AR-Helmet.

Augemnted Reality ist ja eine spannende Geschichte. Digitale Informationen werden in das Sichtfeld eingeblendet. Kann man gut gebrauchen.

Der bekannteste Vertreter der Zunft dürfte die Google Glass sein. Aber auch ein paar andere Kandidaten, wie z.B. die Recon Jet tummeln sich auf der Wiese. Allen jedoch gemein dürfte sein, dass der Bildschirm, auf denen die Informationen stattfinden recht klein ist. Man hat nur sehr wenig Fläche, auf denen die Informationen projiziert werden können.

Micorsofts HoloLens soll das zwar erheblich mehr Field of view bringen, schwebt aber nebulös noch in weiter Ferne. Und obwohl Sony‘s SmartEyeglass als Dev-Kit schon geordert werden kann dürfte auch da noch etliche Monate bis zur Markreife ins Land streichen.

Wer nun a) nicht mehr so lange warten möchte, b) nicht so viel Geld aus dem Fenster werfen will und c) kein Schamgefühl besitzt kann mal einen Blick auf den SEER Helm werfen. Die Konstruktion ist so einfach wie klobig. Wie einen überdimensionierten Mützenschirm schnallt man sich das Teil vor die Stirn. In einen Schlitz setzt man sein Smartphone ein. Das Display ist hierbei nach vorne gerichtet. Über eine semitransparente Scheibe kann man das Display dann auf die Augen spiegeln.

Bei der Größe des Schirms bekommt man natürlich ein extrem großes Field of view. Laut Hersteller sollen 100 Grad erreicht werden. Googles Glass hat nur 12 Grad. Soweit so gut.

Mir fallen allerdings auf Anhieb ein paar Punkte ein, die mir nicht so ganz durchdacht scheinen… von der Optik der Geschichte mal angesehen.

So wie das Smartphone in den Helm eingesetzt wird kann man die Nutzung der Kamera vermutlich vergessen. Die würde lediglich das eigene Haupthaar fotografieren. Die Nutzung selbiger für Augmented Reality-Zwecke fällt dadurch natürlich auch flach. Ist also nix mit automatischer Übersetzung von Straßenschildern und was da sonst noch so möglich ist.

Ob die Displayhelligkeit eines Smartphone ausreichen wird, ein Bild auf das Visier zu spiegeln, das auch bei heller Umgebung gut zu sehen ist, dürfte auch etwas Fragwürdig sein. Bezüglich der Bedienung des Smartphones muss man sich auch so ein paar Gedanken machen. Zwar werden ein paar Beispiele gezeigt, bei denen mittels Bewegungssensoren gesteuert wird, wie so oft kann man aber davon ausgehen, dass es hier eine gesonderte App dafür geben wird und die wird vermutlich nicht alle Belange der Smartphone-Bedienung abdecken können. Und wenn man zum Musik hören via Spotify das Smartphone erst mal aus der Mütze kramen muss wird man vermutlich der Nutzung des Helms recht schnell überdrüssig.

Aber selbst, wenn dort ein paar begnadete Programmierer alle Facetten der Smartphone-Bedienung abdecken bleibt immer noch eine Optik, bei der man sich nur zum Fasching oder Halloween vor die Tür traut. Und Augmented Reality nur in den eigenen vier Wänden ist auch nur die Hälfte vom Kuchen.

Eine an und für sich interessante Idee, die aber wohl schon den ganzen Geek erfordert. Wohl eher etwas für die Nische.

 

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