Satz mit X – (mi)Display Modular Smartglass

Kein Kandidat für eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne - der (mi)Display-Prototyp (Bild: kickstarter/©Samantha Myers)

Kein Kandidat für eine erfolgreiche Kickstarter-Kampagne – der (mi)Display-Prototyp (Bild: kickstarter/©Samantha Myers)

Im Segment Smartglasses a la Google Glass ist es in der letzten Zeit ja etwa ruhiger gewesen. Ob es daran liegt, dass Google Glass jetzt ansatzweise einfach zu erwerben ist (vom Preis von 1500 $ mal abgesehen) oder dass die Konkurrenz die Konkurrenz von Google fürchtet ist natürlich schwer zu sagen. Selbst Projekte, die schon seit langem angekündigt sind wie die Recon Jet sind noch nicht auf dem Markt. Erinnert Ihr euch noch an das Flass-Projekt von Nathan Myers? Da gibt es jetzt Neuigkeiten. Leider nicht ganz so, wie ich es mir erwünscht hätte.

Ein kurzer Rückblick. Anfang 2013 geisterte die Flass Glass von Nathan Meyers durch das Netz. Das erstaunliche an diesem Projekt war, dass Meyers mit relativ günstigen Mitteln sich eine eigene Version einer Smart-Brille gebaut hatte. Sah zwar etwas gebastelt aus, schien aber doch erstaunlich gut zu funktionieren. Ein guter Ansatz, denn von der fehlenden Verfügbarkeit mal abgesehen dürfte das größte Problem der momentan existierenden und angekündigten Smart Glasses wohl sein, dass die auf Grund der allgemein vorherrschenden Featureitis schlichtweg zu teuer sind.

Dagegen wollte Meyers etwas schaffen, dass nur das notwendige mit sich bringt und deshalb bezahlbar bleibt. Ab dann wurde es erst einmal ruhig um Flass und Meyers. Zwar gab es noch eine Google+-Gruppe, viel passiert ist dort aber nicht. Nun ist Meyers mit dem Projekt (mi)Display bei Kickstarter an den Start gegangen.

Jetzt mal davon abgesehen, dass aus Nathan Meyers mittlerweile Samantha Meyers geworden ist hat sich das Flass-Projekt auch ein wenig geändert. Die Ansätze sind spannend. Das (mi)Display Modular Smartglass greift die Idee von Projekt Ara auf und verspricht eine Modulares Smartglass System. Ein Batterie-Modul, ein Prozessor-Modul und ein Kamera-Modul sind angedacht. Weitere Module sind natürlich möglich, aber noch nicht ausformuliert. Das Ganze wird dann auf eine Brillen-Basis mit der Projektionsdisplay gesetzt.

Bis hierhin hört sich das ja sehr interessant an. Ab diesen Punkt verlässt Meyers leider den Pfad einer guten Projektplanung und Präsentation und gleitet in Konjunktive ab. Prozessor? Noch nicht entschieden. Kamera? In etwa so oder so. Display? Wird möglichweise gut genug sein, um langes genutzt werden zu können.

Es ist von den schon seit längerem bekannten Prototypen mal abgesehen eigentlich nichts ansatzweise konkretes zu sehen. Keine Prototypen, die die Gestaltung zeigen, keine wirklichen technischen Features.

Selbst die Auswahl der Module ist etwas fragwürdig. Eine Kamera als Modul ergibt Sinn. Braucht man nicht zu diskutieren. Prozessor und Akku als Modul zu realisieren braucht man allerdings nur, wenn es da unterschiedliche Versionen gibt, zwischen denen man sich entscheiden könnte, denn auf beides wird eine Smart Glass wohl kaum verzichten können. Falls doch hätte das Meyers explizit erwähnen sollen, da es durchaus ein interessantes Feature wäre, das Display z.B. per Kabel komplett vom Smartphone mit der Rechenleistung und Strom zu versorgen. In diesem Fall könnte man auf die Module verzichten. Die Brille hätte dann den anderen Ansätzen auf dem Markt gegenüber ein USP und wäre wohl vermutlich auch wirklich erheblich günstiger herzustellen.

Noch ein langer Weg. Links Googles Glass, rechts das (mi) Display (Bild: kickstarter/©Samantha Myers)

Noch ein langer Weg. Links Googles Glass, rechts das (mi) Display (Bild: kickstarter/©Samantha Myers)

Da das jedoch in der Projektbeschreibung nicht erwähnt wird gehen ich mal nicht davon aus, dass das möglich sein wird. Schade.

Wo wir gerade bei den Preisen sind. 600 AUD für den Early Bird mit allen Modulen ist zwar relativ günstig aber kein Schnäppchen. Immerhin ist die Timeline gefühlt realistisch. Ausgeliefert werden sollen die Brillen nämlich erst März 2016.

Es ist generell zu loben, dass der Zeitrahmen entsprechend weit gesetzt ist. Wenn man sich aber anschaut, was bis jetzt erst an Fakten zu haben ist wäre die Unterstützung des Projekts mehr als nur der Kauf der Katze im Sack. Eher ein Kauf von Schrödingers Katze im Sack. Aus diesem Grund wird diese Kampagne auch nicht erfolgreich sein. Leider ist Meyers mit der Idee viel zu früh bei Kickstarter an den Start gegangen. Aber vielleicht nimmt er/sie das ja zum Anlass sich das Ganze noch mal etwas genauer durch den Kopf gehen zu lassen und beim nächsten Versuch dann nicht so etwas halbgares auf die Menschheit loszulassen.

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