Stimmt so – das Roadie Tuner Stimmgerät

Motorbetriebenes Stimmgerät  - der Roadie Tuner (Bild: kickstarter/ © Band Industries)

Motorbetriebenes Stimmgerät – der Roadie Tuner
(Bild: kickstarter/ © Band Industries)

So, heute sind mal die Musiker unter uns dran. Habe ja selber lange Zeit in einer Band Gitarre gespielt. Und wenn man, wie ich zu meiner aktivsten Zeit, gut 14 Gitarren zuhause  angesammelt hat weiß man, wie schwer es ist, die guten Stück bei Laune Stimmung zu halten.

Teile meine ehemaligen Gitarren-Sammlung... seuftz

Teile meine ehemaligen Gitarren-Sammlung… seuftz. Man beachte die Ibanez RG 2027x (2.v.l.), die Zeta Mirror 6 (3.v.l.), Roland (9.v.l.) oder die Bond (10.v.l.)
Hinweis: Die abgebildete Adresse gibt es leider nicht mehr. Vielleich werde ich irgendwann noch mal die alten Sachen online stellen.

Stimmgeräte gibt es mittlerweile wie Sand am Meer. In jedem Effektgerät ist eins drin. Oder mit Gratis-Apps  für das Smartphone braucht man dafür noch nicht mal mehr  in die Geldbörse greifen. Da fragt man sich doch, wieso man noch Geld für ein externes Stimmgerät ausgeben sollte. Gut, für eine Stand-Alone-19-Zoll-Rackstimmgerät spricht die Optik und die Möglichkeit, das Kühlschrank-große Rack mit einem weiteren bunt leuchtenden Gerät auszustatten. Was die meisten Geräte einem aber nicht abnehmen ist das Drehen der Wirbel. Hier ist dann auch je nach Qualität des Bretts und dessen Mechaniken auch Fingerspitzengefühl angesagt.  Erst recht, wenn man nicht nur kurz nachstimmen will sondern das komplette Tuning wechseln oder neue Saiten aufziehen möchte.

Und so sah zuweilen mein Rack aus... das war wohlgemerkt nicht die größte Ausbaustufe. Auch in der Musik kann man Geek sein.

Und so sah zuweilen mein Rack aus… das war wohlgemerkt nicht die größte Ausbaustufe. Auch in der Musik kann man Geek sein.

Wer mit einer einzigen Gitarre klar kommt kann sich mit viel Geld von dieser Tätigkeit zum Beispiel mit einer Gibson Robot Guitar loskaufen. Hier steckt in jeder Mechanik ein kleiner Motor, der die Gitarre automatisch in tune hält. Leider ist die Robot Guitar a) schweineteuer, b) limitiert und c) sind Gibson Gitarren auch nicht jeder Manns Sache. Mir waren die Hälse immer zum schmal und zu dick. Stehe da mehr auf flach und breit.

Ein Blick auf Kickstarter offenbart jetzt aber einen weiteren Ansatz, nämlich einen externen, motorbetriebenen Tuner. Der Roadie Tuner von Band Industries. Es ist jetzt nicht der erste Tuner dieser Art auf der Welt. Gibson hatte so etwas auch schon mal im Programm, aber wie üblich zu einem albern hohen Kurs.  Mit dem Robotune gab es auch schon vor ein paar Monaten einen automatischen Gitarrenstimmer bei Kickstarter, der es jedoch leider nicht geschafft hat, das gewünschte Finanzierungsziel zu erreichen. Dieser sah vor, dass alle sechs Mechaniken gleichzeitig mit aufsteckbaren Motoren bedient werden. Ein mal alle Saiten anschlagen und schon ist die Gitarre gestimmt. Ich schätze, das der Robotune unter anderem deshalb nicht erfolgreich war, weil das System relativ groß und sperrig und außerdem nur für  6-Saiter mit entweder allen Wirbeln auf einer Seite oder 3+3 Bestückung nutzbar war. 4+2 oder 7 Saiten waren damit nicht zu stimmen.

Der Roadie Tuner ist da etwas einfacher aufgebaut und erinnert auf dem ersten Blick etwas an einen Akkuschrauber. Mit ihm wird jede Saite einzeln gestimmt. Dauert zwar etwas länger, ist dafür aber variabler. Hinzu kommt, dass er mit so ziemlich allen Saiteninstrumenten klar kommen dürfte, die per Wirbel gestimmt werden. Banjo oder 12-Saiter? Kein Problem. Und wer schon mal versucht hat, eine 12-Saiter komplett durchzustimmen, nachdem man sie eine Stunde draußen durch die Kälte geschleppt hat, wird wissen, was das für eine Hilfe sein kann. Eine große Ausnahme gibt es leider. Die erste Version des Roadie Tuner unterstützt leider keine Bässe. Ich vermute, dass dafür der Motor im Gerät zu schwach sein dürfte.

Der Clou der Geschichte ist, dass der Roadie Tuner sich die Intelligenz via iPhone holt. Am iPhone wird eingestellt welche Stimmung man haben möchte. Dann nur noch Tuner an die Wirbel, Saite anschlagen und fertig ist die Maus. Für E-Gitarren gibt es noch zusätzlich einen Kabeladapter, mit dem man die Gitarre direkt ins iPhone einstöpseln kann. Gut, wenn die Vorband es gerade mal wieder etwas mit der Lautstärke übertreibt.

Eine Android-Version der App ist übrigens schon in der Entwicklung. Man ist also nicht nur auf den Apfel angewiesen.

Schaut man sich den Preis von 79$ an (plus Versand, Zoll und Steuer, der Early Bird ist leider schon weg) ist das ein kleines Stück Luxus, den man sich gerne mal gönnen kann. Erst Recht, wenn man des Öfteren das Tuning ändert.

Schöne Idee, schöne Ausführung. Macht das volle Brett…

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