Von einem der auszog, einen Rasenmäher zu kaufen – ein Nicht-Review des Ryobi RLM36X50H

Das soll er sein. Ein RLM36X50H Akku-Mäher von Ryobi. (Bild: © O.Thiele)

Das soll er sein. Ein RLM36X50H Akku-Mäher von Ryobi. (Bild: © O.Thiele)

Der Rasen wächst und wächst. Das Unkraut zwar auch, aber trotzdem erfreut mittlerweile eine schöne, fast geschlossen grüne Fläche das Auge des Neu-Kleingärtners. Die letzten Wochen haben wir primär mit Rasen-sprengen und Unkraut zupfen verbracht. Damit der Rasen uns nun nicht über den Kopf wächst ist die Anschaffung eines Rasenmähers natürlich naheliegend. Schafe sind da in der Haltung dann doch etwas zu aufwendig. Vor allem stellt sich da dann ja die Frage, wo man die im Winter zwischenlagert. Kommt das Wort Mäher eigentlich vom „Mäh“ der Schafe? Muss ich bei Gelegenheit mal googeln.

Wie bekommt man nun so einen Rasen kurz? Von der biologischen Methode mal abgesehen gibt es drei primäre Möglichkeiten. Manueller Handrasenmäher (auch Spindelmäher genannt), Elektro-Mäher und Benzin-Mäher. Die Elektromäher unterscheiden sich dann noch in Kabel- und Akku-Mäher.

Wenn man sich jetzt im Netz so umschaut wird je nach Grundstücksgröße ein anderer Typ empfohlen. Kleine Flächen, sagen wir mal bis 100 m² können mit dem Spindelmäher bearbeitet werden. Elektromäher ergeben bis 500 m² Sinn und da drüber werden Motormäher empfohlen.

Unser Claim hat nun eine Größe von 600 m². Wirklich mit Rasen versehen dürften aber wohl nur gut 400 bis 500 m². Der Rest geht für Haus, Terrasse und die ersten Beete drauf. Da liegen wir also genau zwischen E-Mäher und M-Mäher und dient also nur bedingt zur Entscheidungsfindung.

Ein schneller Blick auf Vor- und Nachteile der unterschiedlichen Typen schafft vielleicht etwas mehr Klarheit.

Alles von Hand – der Spindelmäher

Wer unabhängig von Strom sein möchte greift auf einen Handrasenmäher zurück. Im Gegensatz zu den motorbetriebenen Mähern schlägt hier kein um den eigenen Mittelpunkt rotierendes Messer das Gras ab. Ein drehendes Spindelmesser schneidet das Gras.

Vorteil: Das Gras wird nicht ganz so ruppig behandelt und das Schnittbild soll schöner sein. Außerdem hat man nach dem Mähen so schöne Fußballfeld-artige Streifen auf dem Rasen, da die Mäher i.d.R. hinter dem Mähwerk eine kleine Walze haben, die das Gras in einer Richtung legt. Auf Grund des fehlenden Motors ist das Mähen mit dem Spindelmäher ein gutes Training. Spindelmäher sind klein, gut zu verstauen, unabhängig von Strom und Benzin, stinken nicht und machen so gut wie keinen Lärm. Kann man auch bei geräuschempfindlichem Nachbarn sonntags einsetzen. Ach ja, „wartungsarm“ sollte man nicht vergessen.

Nachteil: Auf Grund des fehlenden Motors ist das Mähen mit dem Spindelmäher ein gutes Training (kommt mir irgendwie bekannt vor). Je nach Geländegröße und Grashöhe kann das vermutlich recht anstrengend werden. Außerdem ist der Grasfang bei den meisten Modellen (wenn überhaupt vorhanden) nicht so gut gelöst wie bei Motormähern. Das Nachschleifen der Spindel wäre so teuer, dass sich das nicht lohnt. Wenn er regelmäßig genutzt wird hält so ein Mäher nach Aussage der Fachberatung im Baumarkt 5 bis 6 Jahre.

Hier mal ein beliebiges Beispiel-Video für einenSpindelmäher:

Achtung! Kabel – der Elektromäher

Klein und leise trifft auch auf viele Elektromäher zu. Gut, so leise wie ein Spindelmäher sind sie nicht. Trotzdem hält sich die Lautstärke in Grenzen. Im Gegensatz zum Spindelmäher befindet sich unter dem E-Mäher unten drunter ein flaches, langes Messer, das sich mit hoher Drehzahl im Kreis dreht. Hier wird das Gras eher abgeschlagen und nicht geschnitten. Der Strom kommt via Kabel aus der Steckdose.

Vorteil: Elektromäher sind noch ansatzweise leicht, wendig, einigermaßen leise und leicht zu bedienen. Die Messer können ab und zu geschliffen werden. Viel mehr Wartung haben die Teile nicht nötig.

Nachteil: Das Kabel nervt. Gerade bei etwas längeren Grundstücken geht es einem relativ schnell auf den Senkel, dass man andauernd das Kabel hin- und herzuppel muss. Und kaum ist man mal etwas im Flow drin und sinniert beim Mähen über den Sinn des Lebens macht es „poff“ und der Mäher geht aus, weil man über das Kabel gemäht hat. Darauf folgt dann entweder die Vernichtung finanzieller Ressourcen durch Neuanschaffung des Kabels oder das No-Risk-No-Fun-Spiel mit laienhaft selbst geflicktem Elektrostrang.

Voll geladen – der Akku-Rasenmäher

Strom ist eine feine Sache zum Antrieb eines Mähers. Warum also nicht auf das nervige Kabel verzichten und stattdessen einen Akku nehmen? Bis vor kurzem war das noch etwas problematisch. Die guten, alten Blei-Akkus waren schwer und hatten keine große Lebensdauer. Mit der aktuellen Lithium-Ionen-Technologie sieht das schon etwas anders aus. Allerdings sollte man bei dem Kauf eines Akku-Mähers darauf achten, dass der Akku möglichst viel Volt und noch wichtiger, viel Ampere-Stunden (Ah) hat. Je mehr desto besser. Mittlerweile sind ja sogar Modelle mit 5 Ah bei 36 Volt zu bekommen. Aber dazu später etwas mehr.

Vorteil: Alle, die ein Kabel-Elektromäher auch hat plus Ungebundenheit auf Grund des fehlenden Kabels.

Nachteil: Akkus halten nicht lange. Momentan ist wohl bei 500 bis 600 m² Schluss. Je nach Beschaffenheit des Rasens und Werbeversprechen des Herstellers mal mehr oder weniger. Kosten erheblich mehr als Kabel-Mäher.

Gib Gas – der Moto-Mäher

Ist das Gelände zu groß oder spielt man gerne mit Benzinmotoren rum kommen Benzin-Mäher ins Spiel. Die gibt es je nach Geldbeutel auch mit Antrieb und Autostarter. Kann man locker 4-stellige Summen für ausgeben. Man sollte darauf achten, sich einen 4-Takter zuzulegen. Anderenfalls muss man sich seinen Treibstoff selber an mischen.

Vorteil: Gibt es mit sehr breiten Messern (= hohe Flächenleistung), kommt ohne Kabel aus und kann je nach Modell selber fahren.

Nachteil: Laut und schwer. Zwar bringt der Radantrieb auf gerader Strecke den Mäher leicht voran. Man darf aber nicht vergessen, dass der Mäher ja auch gewendet werden muss. Je verwinkelter der Garten umso anstrengender wird es. Bei manchen Modellen mit Radantrieb hat man schon damit zu kämpfen, wenn man den Mäher mal zurückziehen will. Da heißt es denn erst auskuppeln.

Mäher mit Verbrennungsmotoren sind wartungsintensiv. Man muss den Ölstand beachten und hat immer einen Kanister mit Benzin im Geräteschuppen stehen. Ist der leer darf man den Kanister schultern und zur nächsten Tankstelle wandern.

Man muss sogar darauf achten, auf welche Seite man den Mäher kippt, wenn man ihn von unten säubern will. Liegt er auf der falschen Seite läuft der Luftfilter voll Öl und nichts geht mehr.

Das Anlassen mit Starterseil ist zuweilen recht Kraft-aufwendig. Nichts für zarte Personen. Laut Auskunft des Baumarktpersonals kann man sich nicht mal unbedingt auf Elektrostarter verlassen. Bei warmem Motor sollen diese nämlich nicht sehr zuverlässig sein.

Hier mal ein Beispiel, was bei einer Inspektion so alles anfällt:

Jack in the Box - ein jungfräulicher Rasenmäher in der Kiste. Wird wohl erstmal auch jungfräulich bleiben. (Bild: © O.Thiele)

Jack in the Box – ein jungfräulicher Rasenmäher in der Kiste. Wird wohl erstmal auch jungfräulich bleiben. (Bild: © O.Thiele)

Die Qual der Wahl

Ihr seht schon, die Auswahl des richtigen Mähers ist nicht leicht. Ich habe mich dem gewünschten Modell mit dem Ausschlussprinzip genähert. Handmäher? Grundstück zu groß. Elektromäher? Keine Lust auf Kabel. Motormäher? Zu laut, zu wartungsintensiv, zu schwer….

Übrig bleib: der Akku-Mäher. Ja, so einige werden jetzt sagen, dass das bei der Grundstückgröße nicht reichen wird. Andere werden sagen, dass das Preisleistungsverhältnis nicht stimmt. Egal, jeder muss seine eigenen Erfahrungen machen. Das ist ja das Schöne am Garten. Ich darf meine eigenen Fehler machen.

Meine Wahl fiel schnell auf den Ryobi RLM36X50H. Der schein momentan nur beim Bauhaus zu bekommen zu sein. Im Netz gibt es nur den Ryobi RLM36X40H. Der Unterschied liegt im beigelegten Akku. Der vom 50H hat 5Ah, der vom 40er nur 4 Ah. Viel hilft viel und wenn Ryobi und Bauhaus mit bis zu 750 m² werben sollten die 400 -500 m² bei mir auch machbar sein. Noch habe ich ja ein relativ einfaches Viereck, das gemäht werden muss. Der Boden ist auch relativ eben. Da kenne ich nun jeden Zentimeter genau.

Warum kein Bosch? Ist doch die in Deutschland viel bekanntere Marke und gerne mal Testsieger. Gute Frage. Hauptsächlich des Akkus wegen. Die Bosch-Akku-Mäher gibt es nur mit maximal 4 Ah. Außerdem hat mir die Radhöhenverstellung beim Ryobi einen wertigeren Eindruck gemacht. In den Test und Nutzerbewertungen im Netz ist er auch ganz gut davon gekommen. Bezüglich Firmengröße braucht Ryobi sich auch vor Bosch nicht zu verstecken.

Ein bisschen muss man aber bei Ryobi aufpassen. So gibt es von denen auch einen Akkumäher, der mit zwei 4 Ah-Akkus daher kommt. Ein Ersatz-Akku ist doch was feines, könnte man jetzt denken. Der ist aber eine kleine Mogelpackung, da vermutlich beide Akkus gleichzeitig genutzt werden. Es handelt sich nämlich nur um 18 V Akkus, der Mäher läuft aber mit 36 V. Zwei Akkus heißt bei Defekt dann doppelt Ersatz kaufen. Würde ich eher von abraten.

Entscheidung steht, ab ins Bauhaus. Der Karton mit Mäher bring so einige Kilo auf die Wage. Da es momentan noch kein Haus (eine leidige andere Geschichte) und keinen Geräteschuppen (Bauplan ist schon angedacht) gibt, muss der Mäher also erst mal in den 3. Stock. Man will das Unpacking ja etwas zelebrieren.

Der Blick durch den frisch geöffneten Karton ist schon mal viel verheißend. Sieht ganz chic aus, das Teil. Akku und Ladegerät sind als erstes an der Reihe. Beide machen einen wertigen Eindruck. Der Akku ist am Gewicht des Kartons nicht unschuldig.

Am Ladegerät gibt es eine LED, die über Ladezustand Auskunft gibt. Sie kann grün und/oder rot leuchten oder blinken. Je nach dem, wie sie leuchtet wird der Akku entweder geladen oder ist voll. Blöd ist nur, wenn die Lampe abwechselnd rot und grün blinkt. Damit wird ein defekter Akku angezeigt.

Kleine Störenfriede. Akku und Ladegerät verderben den Spaß. (Bild: © O.Thiele)

Kleine Störenfriede. Akku und Ladegerät verderben den Spaß. (Bild: © O.Thiele)

Der Akku ist schnell aus seiner Plastiktüte befreit. Ladestand aus der Box wir mit einem Balken angezeigt. Ab in die Ladestation und… es blinkt rot und grün. Die Begeisterung hält sich in Grenzen. Akku oder Ladegerät sind laut Anleitung also defekt. So packe ich dann alles wieder ein und ab zum Bauhaus.

Der Umtausch ist simpel, die Verkäufer gut gelaunt. Wenn ich mir vorstelle, dass ich das Teil jetzt wieder einschicken müsste…. stationärer Handel ist manchmal auch von Vorteil. Ein Ryobi ist noch da und wird gleich wieder mitgenommen. Bevor ich den jetzt noch mal durch die Weltgeschichte schleppe nehme ich zuhause nur Ladegerät und Akku mit nach oben. Und was erwartet mich dort? Richtig. Rotes und grünes Blinken. Super. Mach ich was falsch oder ist das ne defekte Charge? Zurück zum Bauhaus. Da die netten Damen und Herren vom Service-Schalter und aus der Gartenabteilung die Anleitung genau so deuten wie ich geht auch das zweite Gerät zurück. Geld gibt es natürlich wieder.

Ein bisschen hege ich die Vermutung, dass die 5 Ah Akkus nicht mit dem Ladegerät harmonieren, da alle anderen den Mäher nur mit 4 Ah verkaufen. Das ist jetzt aber wirklich nur ein reines Bauchgefühl, bar jeglichen Beweises oder technischen Sachverstandes.

Da der Tag schon fortgeschritten und sich meine Motivation, das Teil an einem Samstag im anderen Bauhaus direkt vor Ort ausprobieren zu lassen, sehr gering ist, geht es erst mal ohne Mäher in den Garten. Da gibt es nämlich noch eine Methode der Rasen-Rasur, die ich eigentlich schon ausgeschlossen hatte.

In unserem Garten-Asyl, schräg gegenüber unserer Parzelle, steht nämlich noch ein guter, alter Gardena-Spindelmäher. Ein Versuch ist es wert. Und siehe da, der geht über den Rasen wie ein Lichtschwert durch Butter. Wird natürlich primär an den 4 cm Schnitthöhe und dem jungen Rasen liegen, aber schneller wäre ich mit nem Elektro- oder Benzinmäher auch nicht. Den Handmäher bekommt sogar meine Kleine geschoben. Naja, ein bisschen Hilfe ist schon dabei, aber mit 4 Jahren ist das ja auch noch statthaft.

Und die Moral von der Geschichte?

Wenn es weiterhin so einfach bleibt, den Rasen mit dem Spindelmäher kurz zu halten, werde ich erst mal dabei bleiben. Trainiert ja auch und ist gut für die Umwelt. Außerdem scheint mir die meist angegebene Flächengröße von 100 m² eher etwas für Weicheier zu sein. Traut euch mal was. Bringt doch auch Spaß und schöne Muster auf den Rasen.

Schade für den Ryobi-Mäher, denn den hätte ich wirklich gerne mal etwas länger betrachtet, zumal es zu dem Teil im Netz nicht so viele Informationen gibt. Aber vielleicht kommt das ja noch. Wenn der Rasen es braucht werde ich dem Teil wohl noch mal eine Chance geben.

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