Nobel Game Boy – Pixel Vision von Love Hultén

Game Boy in edel - Pixel Vision von Love Hultén (Bild: kickstarter/© Love Hultén)

Game Boy in edel – Pixel Vision von Love Hultén (Bild: kickstarter/© Love Hultén)

Der Name Love Hultén dürfte den fleißigen Lesern dieses Blogs bereits bekannt sein. Keiner baut so coole (und teure) Retro-Konsolen wie er. Edles Holz gepaart mit Spielhallen-tauglicher Eingabehardware ist hier Programm. Leider rangieren die Preise meist im nicht geraden geringen 4-stelligen Bereich. Also eher was zum träumen und nicht zum kaufen.

Erstaunlicher Weise wagt Hultén sich mit dem Pixel Vision jetzt mal auf das Crowdfunding-Parkett. Mit etwa umgerechnet 430 Euro ist es zwar immer noch kein billiger Spaß. Aber immerhin schon mal im ansatzweise finanzierbaren Bereich.

Was bekommen wir für das Geld geboten?

Das Pixel Vision erinnert ein wenig an eine Steam Punk Game Boy Advanced. Allerdings sucht man 08/15-Plastik vergebens. Edles Holz an allen Ecken und Kanten. Zugeklappt könnte man an ein kleines Schmuckkästchen denken. Mit den Abmessungen von 95x95x45mm ist der Pixel Vision allerdings nicht mehr ganz Hosentaschen-tauglich.

Aufgeklappt bekommen wir in der oberen Box ein 3,5“ LCD Display und in der unteren Box ein Steuerkreuz und zwei Buttons a la Gameboy geboten. Wirkt dadurch zwar nicht mehr ganz so Hochwertig wie die größeren Geräte mit Arcade-Technik von Love. Für diese Geräteklasse dürfte das aber ganz gut passen.

Im Kasten werkelt ein Raspberry Pi Model A+ vor sich hin. Hierdurch sollen folgende Videospielsysteme emuliert werden können:

  • Atari 800
  • Atari 2600
  • Atari 5200
  • Atari 7800
  • Game Boy
  • Game Boy Color
  • Game Boy Advance
  • Nintendo
  • Super Nintendo
  • Sega Master System
  • Sega Genesis
  • Intellivision

Das A-B-Button-Layout schränkt natürlich die Game Boy Advance, Supernintendo und Megadrive-Emulation ein.

Es kommen wohl sogar ein paar Spiele vorinstalliert mit dem Pixel Vision mit. Hierbei handelt es sich dann allerdings um Homebrew aus neuerer Zeit. Klar, da es für einen kleinen Entwickler wohl zu komplex sein dürfte, Originallizenzen alter Games zu organisieren.

Und es geht noch edler - die Pearl Edition (Bild: kickstarter/© Love Hultén)

Und es geht noch edler – die Pearl Edition (Bild: kickstarter/© Love Hultén)

Jetzt kann man sich sicherlich fragen, ob man wirklich über 400 Euro für einen transportablen Retro-Emulator ausgeben soll. Wenn man sich die Akribie, mit der Hultén das Pixel Vision zusammen baut anschaut wird man auf jeden Fall zustimmen müssen, dass der Preis eindeutig gerechtfertigt ist. Ein weiteres Plus bei der Geschichte dürfte sein, dass Hultén schon viel Erfahrung bei dem Bau solcher Hardware gesammelt hat. Man kann also davon ausgehen, dass er ganz gut Aufwand und Losten der Kampagne einschätzen kann und das Risiko der Geschichte kalkulierbar ist.

Die Zielgruppe dürfte sicherlich klein, aber auf jeden Fall vorhanden sein. Hätte ich das Geld übrig würde ich mir vermutlich auch so eine Kiste auf den Schreibtisch stellen. Zum Spielen fast schon zu schade.