Hungry for records – Pebbel Time Smartwatch

Neuer Rekordhalter? Die neue Pebble Time in den drei zur Verfügung stehenden Farben (Bild: kickstarter/© pebble)

Neuer Rekordhalter? Die neue Pebble Time in den drei zur Verfügung stehenden Farben (Bild: kickstarter/© pebble)

Da will wohl jemand mal wieder einen Rekord aufstellen. Nicht, das Pebble damit keine Erfahrung hätte. Immerhin ist die Ur-Uhr Pebble zwei Jahre lang das erfolgreichste Kickstarterprojekt überhaupt gewesen und erst durch eine Kühlbox letztes Jahr auf Rang 2 verwiesen worden. Mit der heute an den Start gegangenen Pebble Time versucht man nun, die Spitze der All-Time-Charts wieder zurückzuerobern.

Scheint zu klappen. Nach wenigen Stunden ist man bereits bei über 2 Mio. $. Tendenz: steigend. Nachtrag, noch während ich den Artikel schreibe: Mittlerweile haben die die 3,75 Mio durchschlagen. Wo soll das enden?

Warum der ganze Hype? Nun, die Pebble damals war ein großer Erfolg. Die Fan-Basis dürfte mittlerweile recht groß sein, erst recht, nachdem Pebble bewiesen hat, dass sie a) sehr gute Uhren bauen können die den Bedürfnissen der Kundschaft entsprechen und b) keine Eintagsfliege ist und die Kunden mit kontinuierlichen Updates bei Laune halten.

Die alte Pebble hatte ein paar kleine Nachteile. Der Speicher war sehr limitiert, so dass nur maximal 8 Anwendungen zur Zeit installiert werden können. Das Display ist zwar stromsparend, immer an und gut ablesbar, jedoch recht klein, monochrom und nicht so gut aufgelöst.

Über die Optik der Ur-Pebble und der Pebble Steel habe ich mich hier im Blog ja auch schon ein paar Mal ausgelassen.

Grund genug, endlich mal ein neues Produkt nachzulegen. War ja schon etwas überfällig und so einige Leute waren enttäuscht, dass zur CES Anfang des Jahres nichts verkündet wurde.

Pebble geht jetzt lieber wieder auf Nummer Sicher und zieht zum zweiten Mal die Kickstarter-Karte. Könnte man fast denken, dass die nicht genug Vertrauen in ihr eigenes Produkt haben. Naja, nach eigener Aussage will man so dichter am Kunden sein. Soll sich jeder seinen eigenen Reim drauf machen. Immerhin kann man so ein paar Euro sparen.

Die neue Pebble Time soll wieder 7 Tage laufen können. Im Gegensatz zu den beiden alten Modellen wird jetzt jedoch ein farbiges e-paper-Display verbaut. Wenn man sich das Vorstellungsvideo anschaut scheint das Display recht reaktionsschnell zu sein. Es wird so einiges an Eyecandy geboten. Vielleicht nicht ganz so extrem wie bei Android Wear, weiß aber durchaus zu gefallen.

Das Ganze sitzt in einem mittlerweile recht ansehnlichen Gehäuse. Bin mir allerdings nicht sicher, ob ich persönlich bei der Farbwahl fündig werde. Schwarz, weiß und rot. Das was. Dazu die üblichen Plastik-Armbänder. Dank 22mm-Aufnahme sind die jedoch schnell getauscht. Ich hätte bei einem Stahl-Gehäuse vermutliche sofort den Pledge-Button geklickt. So bin ich mir da echt nicht sicher, zumal das Display zwar größer geworden ist, unter dem Strich in Proportion zum Rest des Gehäuses immer noch recht klein zu sein scheint. Immerhin fällt das auf Grund der Gestaltung nicht ganz so stark ins Auge wie bei den alten Versionen.

Für eine Smartwatch sehr schlank (Bild: kickstarter/© pebble)

Für eine Smartwatch sehr schlank (Bild: kickstarter/© pebble)

Weitere technische Daten sucht man vergebens. Kein Wort zur Auflösung oder Speicherausstattung. Zumindest ein Mikrofon wurde noch verbaut. So sollen sich Text-Nachrichten und Memos aufnehmen lassen. Das lässt zumindest eine bessere Speicherausstattung als bei Pebble und Pebble Steel vermuten.

Auf ein Touchscreen wird wieder verzichtet. Gesteuert wird mittels Knöpfe. Finde ich gut. Wer schon mal versucht hat, auf so einem Screen Touch-Gesten auszuführen weiß, dass das recht schnell frustrierend sein kann.

Ganz neu ist die Oberfläche. Man geht weg von der üblichen, App-basierten Anzeige. Stattdessen sollen alle Apps anhand einer Zeitleiste sortiert werden. Hier wir zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft unterschieden. E-Mail? Vergangenheits-Knopf. Aktueller Stand des Fitnesstracking? Gegenwart. Wetter? Zukunft. Ob man da den Überblick behält? Bin mir da echt nicht sicher. Das Video konnte mich so auf Anhieb nicht überzeugen. Da bleibe ich also noch recht skeptisch.

Ich persönlich hätte mir auch noch einen GPS-Empfänger gewünscht. Dann wäre die Uhr auch 1a zum rumsporten geeignet. Ohne wird man auf das Smartphone beim Lauf nicht verzichten können, wenn man seinen Track aufzeichnen und auswerten möchte. Es ist zwar schön, dass so einige Sportportal-Anbieter Apps für die Pebble bereitstellen, aber wenn ich dafür mein Smartphone-Brett wie ein Trauerflor um den Arm schnallen muss nehme ich von der Nutzung doch eher Abstand.

Die Pebble ist ein spannendes Produkt und mit 179$ (199 $ im späteren Verkauf) sogar für das gebotene recht günstig. Hoffen wir nur, dass Pebble aus dem Versand/Zoll-Chaos der ersten Uhr gelernt hat und diesmal alles glatt über die Bühne geht.

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