1 Jahr Langzeittest des Gameboy Portemonnaies von Paprcut

Klein, leicht und haltbar - das Big Cut Portemonnaie im Gameboy-Design von Paprcut (Bild: O. Thiele)

Klein, leicht und haltbar – das Big Cut Portemonnaie im Gameboy-Design von Paprcut (Bild: O. Thiele)

Ah, endlich mal wieder ein Review. Liegt schon seit September als Entwurf rum. Hab doch glatt vergessen, es zu veröffentlichen.

Heute möchte ich euch mal ein bisschen über mein aktuelles Portemonnaie erzählen. Es handelt sich um das Big Size Portemonnaie in Gameboy-Design der berliner Firma Paprcuts. Was mich damals zum Kauf der Geldbörse gebracht hat dürfte ja klar sein. Einem klassischen Game Boy kann man als Konsolensammler im Ruhestand natürlich nicht wiederstehen. Aufmerksam wurde ich auf das Teil damals über eine Indiegogo-Kampagne. Es sollte noch darauf hingewiesen werden, dass dies ein nicht beauftragtes Review ist.

Die USPs, die versprochen wurden, klangen neben dem Design sehr vielversprechend. Kleinstmögliche Abmessungen bei ausreichend Platz und Münzfach. Wer heutzutage ein Portemonnaie ohne kauft möge mir erklären, wo er sein Kleingeld lässt. Zusätzlich zu den Maßen kommt noch ein minimales Gewicht. Beides wird durch die Verwendung des Material Tyvek erreicht. Hat zwar entgegen der suggerierten Nähe zu normalem Papier nichts mit selbigen zu tun, da es sich um ein Vliesstoff aus Polyethylen handelt, fühlt sich aber ansatzweise ähnlich an, ist dünn, leicht und sehr robust.

Die Kampagne verlief damals durchaus erfolgreich und so trudelte das Geldsäckle dann auch mit etwas Verzug zum eigentlich genannten Termin bei mir zuhause ein. So ein Verzug ist normal und wirklich kein Anlass zur Klage, zumal das Produkt, was bei mir eingetroffen ist einen durchweg professionell hergestellten Eindruck hinterlassen hat. Die Nachfrage war halt etwas größer als vorhergesehen.

Bei der Größe eine erstaunliche Ladekapazität. Hier im Vergleich mit einer 08/15 Geldbörse (Bild: O. Thiele)

Kommen wir zu Handhabung. Die Ladekapazität des Big Size ist mit einem normalen Portemonnaie vergleichbar. Im Schnitt trage ich etwa 10 Plastikkarten, einen Perso etwas Klein- und etwas Großgeld mit mir rum. Lediglich Scheine ab nem 50er schauen ein kleines bisschen ober heraus. Das Big Size hat zwei Einsteckfächer für Karten. Sinnvoll nutzbar ist hier allerdings nur das Linke, zumindest wenn man vorhat, Kleingeld zu verwahren. Dann nämlich drücken die Münzen die Karten im rechten Fach ein bisschen nach vorne, so dass das Big Size nicht mehr richtig schließt. Sehe ich jetzt aber nicht als Problem, da ich meine 10 Karten ohne Stress in die linke Tasche bekomme.

Vorschlag an Paprcut: Lass die rechte Einstecktasche für Karten einfach weg. Mich würde es nicht stören, zumal die Ränder mit der Zeit etwas unansehnlich werden.

Das Münzfach wird über ein spezielles Klettband verschlossen. Es ist wirklich speziell. Normales Klettband ist ja nach ein paar Verschlussvorgängen durch. Das verwendete läuft bei mir immer noch wie eine 1. Allerdings verlangt es im Vergleich zu normalen Klett einen leicht erhöhten Verschlussdruck, damit die Kletten sich auch richtig verhaken. Tut man es nicht, fliegen die Münzen schnell durch die Gegend. Hat man sich aber schnell dran gewöhnt.

Das Münzfach selber ist ok. Es passt so einiges rein. Wie nicht anders zu erwarten nimmt dadurch die Dicke des Portemonnaie jedoch natürlich entsprechend zu. Zaubern können die Leute von Paprcuts ja nun auch nicht (wäre auch blöde, wenn sie das Geld wegzaubern würden). Die Entnahme des Münzgeldes ist jedoch etwas hackelig, da die Öffnung recht klein ist. Ich entnehme meist das ganze Kleingeld und such dann auf der Hand die benötigten Münzen heraus. Hier wäre eine Falte, wie sie bei normalen Portemonnaies im Münzfach zu finden ist, echt noch eine Verbesserung der Nutzbarkeit. Ob das bei dem Schnittmuster möglich ist müsste Paprcut mal schauen.

Das rechte Kartenfach ist bei Nutzung des Münzfaches etwas überflüssig und eigentlich die einzige Stelle, die nach einem Jahr etwas unschön aussieht (Bild: O. Thiele)

Vorschlag an Paprcut: Versucht das mit der Falte im Münzfach doch mal. Ich stelle mich als Tester gerne zur Verfügung :-).

Soweit, so gut. Und wie haltbar ist das Ganze? Ich muss sagen, ich bin echt überrascht. Ich trage das Teil jetzt seit gut einem Jahr im Männer-Style, sprich hintere Gesäßtasche. War ja auch ein Grund, das Teil zu kaufen. Das alte Portemonnaie saß wie üblich dort doch recht stark auf. An die neuen Packmaße musste ich mich erst mal gewöhnen. Hatte mehr als einmal das Gefühl, überhaupt keine Geldbörse in der Tasche zu haben. Das gab dann immer eine kleine Schrecksekunde, gerade wenn man gewöhnt ist, die Anwesenheit der Portemonnaies über den Druck selbigens auf die Pobacke zu verifizieren. Aber auch daran hat man sich schnell gewöhnt.

Hier noch mal der Größenvergleich, voll beladen. Schon ein Unterschied in der Hosentasche (Bild: O. Thiele)

Hier noch mal der Größenvergleich, voll beladen. Schon ein Unterschied in der Hosentasche (Bild: O. Thiele)

Die Verweildauer des Portemonnaies in der Gesäßtasche ist nicht ohne. Wochentags sind das etwa 9 bis 10 Stunden. Am Wochenende weniger. Gehen wir mal von 10 Stunden bei 250 Arbeitstagen aus sind das etwa 2500 Stunden schubbern am Po. Da muss ein Portemonnaie schon so einiges aushalten. Heißt vermutlich wohl auch deshalb PO-rtemonnaie. Ein normales Mittelklasse-Modell aus Leder habe ich da in einem Jahr durch. Das Paprcut hat jedoch nur ein bisschen Patina angesetzt. Der Druck ist etwas blasser geworden. Das Weiß etwas grauer. Aber Form und Haptik: immer noch 1a. Keine Risse, keine geplatzten Nähte, keine abgewetzten Stellen. Ich bin echt überrascht. Sollte sich dieser Zustand in den nächsten Jahren ändern… ich würde mir das gleiche Modell noch mal kaufen. Der Gegenwert, den man hier für sein Geld bekommt ist großartig.

Und davon abgesehen zieht so ein Portemonnaie an der Kasse durchaus Aufsehen auf sich. Ich bin schon diverse Male drauf angesprochen worden, wobei sich das jetzt hauptsächlich auf das Gameboy-Design bezog. Aber irgendwie sind wir doch alle etwas retro, retro.

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