Ins Glas geschaut – ORA-1 Smart Glasses

Endlich mal wieder wtas Google Glass Konkurrenz - ORA-1 von Optinvent (Bild: kickstarter/© Optinvent)

Endlich mal wieder wtas Google Glass Konkurrenz – ORA-1 von Optinvent (Bild: kickstarter/© Optinvent)

Lange ist es her, dass sich jemand mit einer Smart Glass an die Öffentlichkeit getraut hat. Google ist mit seiner Glass ja quasi der Platzhirsch und Wegbereiter. Fast könnte man glauben, dass alle Startups der Welt erst mal abwarten wollen, bis Google die Gesellschaft breit geklopft hat, damit diese Smart Glasses endlich (er)tragen.

Optinvent traut sich bei Kickstarter nun mit der ORA-1 Smart Glasses Developer Version an den Start. So ganz neu ist zumindest das Konzept nicht. Die Ora geistert schon etwas länger durch das Netz. Da Optinvent es jedoch damals nicht für nötig gehalten halte, mir meine Frage Nutzungserlaubnis der Bilder zu beantworten, habe ich die ganz frech einfach nicht im Blog erwähnt. Hoffen wir mal, dass die mittlerweile ein etwas offeneres Ohr haben, zumal bei einer Kickstarterkampagne die Kommunikation ja so ziemlich das A und O von allem sein dürfte.

Aber kommen wir doch einfach mal zur Brille selber. Die erinnert mehr an eine Recon Jet als an eine Google Glass. Es handelt sich um eine komplette Brille, nicht nur um ein halbes Gestell. Das optische Modul (welches auch Kamer, Prozessor, Speicher und Co. beinhält) sitzt auf der rechten Seite des Nutzers, auf der linken Seite ist der Akku zu finden.

Sehr clever und einer der Hauptgründe, warum ich damals die ORA sehr spannend fand ist der „Flip-Vu“ genannte Umstand, dass das optische Modul leicht gedreht werden kann. So kann man selber entscheiden, ob man das Display direkt im Sichtfeld haben möchte (gut für Augmented Reality) oder lieber mit freiem Blick auf die Welt die eingeblendeten Daten lieber am unteren Sichtfeld betrachten möchte.

Wie Recon bei der Jet ja schon festgestellt hat ist gerade beim Sport es wohl erheblich sicherer, wenn man nach unten schauen muss um das „Display“ zu sehen. Schaut man wie bei Googles Glass nach oben kann man schon das eine oder andere Schlagloch übersehen.

Die ORA wird in zwei Versionen angeboten. Primär geht es bei der Kampagne um den Verkauf der Developer-Version ORA-1. Diese ist im Vergleich zur später anvisierten Consumer-Version ORA-X klobiger und teurer, soll dafür aber schon Ende 2014 bei den Unterstützern ankommen. Funktionierende Prototypen geben hier ansatzweise ein brauchbares Gefühl, dass das einigermaßen realistisch sein könnte. Bei gut 600 $ geht der Spaß für die ORA-1 los.

(Bild: kickstarter/© Optinvent)

(Bild: kickstarter/© Optinvent)

Die ORA-X soll nur 300 $ kosten, soll dafür aber erst August 2015 ausgeliefert werden. Ist ja noch recht lange hin. Mal schauen, wer da das Geld soweit im Voraus investieren will. Zwar verkündet Optinvent, die ORA-X später auch für 300 $ verkaufen zu wollen, allerdings würde ich da meine Hand nicht für ins Feuer legen. Die Recon Jet ist ja nachträglich auch immer teurer geworden. Es ist also eine schwierige Entscheidung, ob man jetzt 300 $ einfach mal so auf gut Glück riskiert oder später damit leben muss, dass der tatsächliche Preis möglicher Weise erheblich höher wird. Naja, die alte Geschichte mit der Katze im Sack.

Ich denke, dass die ORA-X aber wohl auf jeden Fall für alle Nicht-Entwickler die bessere Wahl sein dürfte, da die ORA-1 doch noch sehr klobig wirkt und Optinvent ausdrücklich betont, dass die ORA-1 noch kein Consumer-Produkt ist.

Technisch hat die ORA-1 schon so einiges zu bieten. Genau genommen ist es ein komplettes Android-Device mit Wifi, Bluetooth, GPS, Beschleunigungssensoren, Kamera und was sonst noch so zu erwarten ist. Angetrieben wird die ORA-1 mit einem ARM Cortex 9 1.2ghz mit 1GB RAM/ 4GB ROM. Lediglich auf einen SimCard-Slot muss man verzichten. Muss man beim Städte-Trip oder auf der Radtour dann doch noch sein Smartphone in der Tasche haben.

Aktuell läuft auf der ORA-1 ein Android 4.2.2. Vorteil: Man kann jegliche Android-App drauf laufen lassen. Da das ins Auge projizierte Bild definitiv größer erscheinen wird als bei einer Smartwatch besteht die Hoffnung, dass die Apps dann auch brauchbar zu nutzen sein werden. Als Eingabe dient ein relativ großes Touchpad auf der rechten Seite. Es soll einen Maus- und einen Swipe-Modus unterstützen. Mal schauen, ob sich da nicht angepasste Apps dann auch brauchbar bedienen lassen werden.

Lieber Augmeted Reality oder nur Info-Display? Durch Neigung der Projektionseinheit einstellbar (Bild: kickstarter/© Optinvent)

Lieber Augmeted Reality oder nur Info-Display? Durch Neigung der Projektionseinheit einstellbar (Bild: kickstarter/© Optinvent)

Das wie schon oben erwähnte kippbare Projektions-Display besitzt eine Auflösung von 640×480 Pixeln. Da das Bild quasi ins Auge projiziert wird und somit virtuell eine Diagonale von 84“ auf 5 Metern Abstand haben soll bleibt abzuwarten, ob die Auflösung wirklich ausreicht oder ob das Bild zu pixelig wird.

Bei einem Gewicht von 85g sollten die Ohren und Nasenrücken nicht schon gleich in der ersten Minute die Fahne streichen. Die Akkulaufzeit wird mit 2 Stunden bei intensiver Nutzung und 7 Stunden bei „typischer“ Nutzung angegeben. Würde eher mit den 2 als mit den 7 Stunden rechnen.

Hoffen wir mal, das Optinvent gerade bei Auflösung und Laufzeit bei der ORA-X noch ein Schippchen drauf legen kann.

Endgültiges Design steht noch nicht fest - die Consumer-Version ORA-X (Bild: kickstarter/© Optinvent)

Endgültiges Design steht noch nicht fest – die Consumer-Version ORA-X. Hoffen wir mal, dass es nicht die Kopfhörer-Variante wird. Die finde ich nicht sehr praxistauglich (Bild: kickstarter/© Optinvent)

Unter dem Strich ist die ORA-1 ein interessantes Produkt. Ich denke aber genau wie Optinvent dass die ORA-1 noch nicht sehr Endkunden-tauglich ist. Die Ansätze scheinen aber zu stimmen. Wenn Optinvent jetzt auch noch erfolgreich fundet und die Abwicklung der Kampagne ohne all zu große Fehler auf die Reihe bringt könnte man sich im nächsten Jahr die ORA-X noch mal genauer anschauen. Legen wir es einfach mal auf Wiedervorlage.

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