First light – meine Omate Truesmart ist angekommen

Hurra, sie ist da - meine Omate Truesmart (Bild: © miy.de)

Hurra, sie ist da – meine Omate Truesmart (Bild: © miy.de)

Das Warten hat ein Ende. Gut sechs Monat nach dem eigentlich angekündigten Liefertermin hat meine Omate Truesmart dann doch noch endlich den Weg zu mir nach Hause geschafft. Gestern ist sie angekommen. Die Reise an sich ging recht flott vonstatten. Donnerstag ging sie in China auf die Reise und traf Freitag im DHL-Hub Leipzig ein. Dort hat sich dann erstmal der Zoll die Geschichte angeschaut und Sonntag telefonisch bei mir nach einem Rechnungsnachweis angefragt.

Wusste gar nicht, dass der Zoll sowas auch sonntags bearbeitet. Hut ab. Montag ging die Reise dann weiter und Dienstag trudelte die Uhr dann ein. Leider hatte ich erst relativ Spät die Zeit, mir das gute Stück vorzunehmen. Das Recht des Nachwuchses auf die Gutenachtgeschichte wiegt dann doch schwerer als über Monate aufgestaute Neugierde. Aber da die Uhr eh erst aufgeladen werden musste war das kein Drama.

Fast wie Weihnachten. Ich liebe Päckchen. (Bild: © miy.de)

Fast wie Weihnachten. Ich liebe Päckchen. (Bild: © miy.de)

Schauen wir uns die Lieferung mal genauer an. Ich hatte die Uhr und einen extra Lade-Cradle bestellt. Alles war ganz gut verpackt. Mit Luftpolsterfolie wurde nicht gespart. Trotzdem hat auf dem Weg die Plastik-Box der Uhr einen leichten Riss bekommen. Aber da andere Besitzer da wohl noch extremere Erfahrungen mit komplett zerstörten Umverpackungen hatten will ich mich da nicht groß beklagen. Die Uhr ist auf jeden fall komplett und unversehrt angekommen.

Der erste haptische und optische Eindruck der Hardware ist sehr positiv. Das Gehäuse wirkt sehr wertig und ist sauber verarbeitet. Das Armband ist lang genug um auch an voluminösere Handgelenke zu passen. Außerdem trägt es sich sehr angenehm, da ein recht weiches Gummi verwendet wurde. In wie weit das die Haltbarkeit beeinflusst muss die Zeit zeigen. Da im Armband Antenne und Lautsprecher eingebaut sind ist dies nämlich leider nicht ohne weiteres austauschbar.

Der Tragekomfort ist gut. Entgegen meiner Befürchtung wirkt die Uhr an meinem Handgelenk glaube ich nicht viel klobiger als meine Citizen… naja, ein bisschen vielleicht… aber mir gefällt es. Die Uhr ist kein Leichtgewicht, aber auch nicht so schwer, dass es irgendwie stören würde. Ich finde allerdings auch, dass Gewicht einem Produkt eine gewisse Wertigkeit verleiht. Ich würde zum Beispiel meine Omate Truesmart mit Stahlgehäuse der 30% leichteren Alu-Version, die demnächst irgendwann mal rauskommen soll, vorziehen.

Ein Luftpolsterklumpen. (Bild: © miy.de)

Ein Luftpolsterklumpen. (Bild: © miy.de)

Kommen wir nun zum ersten Anschalten der Uhr. 5 Sekunden auf den oberen rechten Knopf gedrückt und los geht’s. Der Bootvorgang geht gefühlt relativ flott vonstatten. Auf jeden Fall schneller als bei meinem Galaxy Note 2. Wie nicht anders zu erwarten begrüßt uns die Uhr während des Bootvorgangs mit dem Firmenloge und einer üblichen Animation.

Danach wird etwas mit der Uhr rumgespielt. Wer sich Android etwas auskennt wird nach etwas suchen alles finden, was er braucht. Etwas skurril ist, dass die Uhr zwei Launcher drauf hat. Da ich aber eh am überlegen bin, den Launcher komplett auszutauschen beschäftige ich mich vielleicht später damit.

Die Oberfläche der Omate ist so gestaltet, dass man mit einem Swipe nach links einen Schritt zurückgeht. Da kann man sich schnell dran gewöhnen. Mir fällt es leicht. Allerdings beharkt sich das des Öfteren mit den Funktionen der Apps. Tipp: Wenn man den Back-Swipe ausführen will setzt man ganz am Rand des Displays an. Der Links-Swipe innerhalb der App wir auch innerhalb des Display angefangen.

Das Display an sich geht voll in Ordnung. Es ist schön scharf, könnte aber etwas knalliger sein. Ist halt kein OLED-Display. Die Auflösung von 240×240 Pixeln reicht aus. Da sollte man sich eher fragen, ob die Displaygröße von 1,54“ ausreichend ist. Das ist nämlich schon verdammt klein, wenn man die Tastatur, den Browser oder andere nicht so ganz auf die Uhr angepasste Apps nutzen will. Man braucht gute Augen. Hat man die, kann man aber durchaus mal was im Netz nachschlagen. Lange Lektüre sollte man sich aber wohl doch eher verkneifen.

Kommen wir weiter zur Eingabe von Texten. Das Android-Keyboard ist schon sehr klein. Mit ruhigem Finger kann man es aber bedienen. Der Touchscreen löst erstaunlich gut auf. Leider kommt es ab und zu vor, dass die Eingabe prällt, d.h. dass nicht nur der gewünschte Buchstabe einmal sondern mehrere male eingetragen wird. Bei normalen Texten ist das kein großes Problem. Komplexere Passwörter eingeben kann da aber schon zum Geduldspiel werden. Habe ich aber auch erfolgreich erledigt.

Das Fleksy-Keyboard, das mitinstalliert ist, schaue ich mir vielleicht heute Abend mal genauer an. Das enthaltene Tutorial habe ich so auf Anhieb nicht verstanden.

Trotz Luftpolster ein Riss in der Box. Kein Drama aber doch ein bisschen schade. (Bild: © miy.de)

Trotz Luftpolster ein Riss in der Box. Kein Drama aber doch ein bisschen schade. (Bild: © miy.de)

Ein Nachteil der Omate momentan ist, dass die Firmware immer noch nicht sicher ist. Obwohl schon seit Monaten bekannt, hat es Omate wohl immer noch nicht für nötig gehalten dies zu ändern. Wenn ich es richtig verstanden habe können nämlich alle Apps sich unbemerkt Rootzugriff auf die Uhr genehmigen und so Schindluder treiben. Wenn ich das falsch verstanden habe möge mich jemand berichtigen. Aus diesem Grund ist es angeraten, der Uhr gleich eine alternative Firmware zu verpassen.

Die momentan einzige brauchbare Firmware ist das „Unified 1/8 1900/2100 Unrooted Secured Tuned Stock“-Rom von Lokifish Marz. Neben der Beseitigung der Sicherheitslücke hat die auch noch den Vorteil, dass der Akku erheblich länger halten soll plus noch ein paar weitere Geschichten. Leider hat Lokifish die Entwicklung für die Omate vor kurzem eingestellt, da Omate es wohl nicht für nötig gehalten hat, ihn vernünftig zu unterstützen. Das schwankt jetzt zwischen Schade und Katastrophe, da Omate sich bis jetzt nicht mit herausragender Programmierkunst herausgetan hat.

Man sollte also tunlichst seine Omate erst mal flashen. Das klingt jetzt komplex, wenn man aber die Schritte hier und hier Stück für Stück befolgt ist das machbar. Ich habe es schließlich auch geschafft. Wichtig ist, jeden Satz mindestens zweimal lesen und erst dann irgendwo klicken.

Und noch ein kleiner Tipp: Um die Uhr nach Installation des MTKDroid Tools in den Recovery-Modus zu bekommen schließt man die Uhr an den Rechner an und klick ganz unten rechts im Tool auf den Button „Reboot“. Habe ich ein paar Minuten für gebraucht, um das zu kapieren.

Zweiter Tipp: Der Punkt 2 der Anleitung für die Installation des Unified-Roms ist etwas missverständlich. Man soll nicht das entpackte Zip auf die Uhr legen sondern die Zip-Datei ansich. Nur das kann man im Recovery-Mode, den man über das MTKDroid Tool anschalten kann öffnen.

Der erste Start nach dem Flash dauert übrigens sehr lange. Da sollte man auch nach 20 Minuten keine Panik bekommen, auch dann nicht, wenn das Display schwarz wird und die Hintergrundbeleuchtung an bleibt. Da kann man dann nur sagen „Geduld, kleiner Grashüpfer“.

Und genau bis zu diesem Punkt bin ich gestern Abend gekommen. Die Uhr ist geflasht und geladen, die ersten paar Apps sind installiert. Als nächstes werde ich das Teil mit einer Sim-Card ausstatten und komplett einreichten. Auf das eingeben aller Passwörter meiner Mail-Accounts freue ich mich allerdings nicht. Das könnte zu einer Geduldsprobe werden.

Ein erstes Kurz-Resümee:

Da ist sie, die Omate Truesmart. Ob sie hält, was sie verspricht sehen wir später (Bild: © miy.de)

Da ist sie, die Omate Truesmart. Ob sie hält, was sie verspricht sehen wir später (Bild: © miy.de)

Die Uhr macht einen wertigen Eindruck. Allerdings ist sie glaube ich nichts für Anfänger. Man sollte schon fortgeschrittene Erfahrung im Umgang mit Android und etwas Entdecker-Geist haben. Ohne wird man schnell das Teil frustriert in der Ecke liegen lassen. Das dürfte übrigens vermutlich auch auf die Truesmart-Clone von Pearl zutreffen. Die Simvalley AW-414.Go, Simvalley AW-420.RX und Simvalley AW-421.RX haben ja die gleiche Hardware-Basis wie die Truesmart. In wie weit Simvalley jetzt die Sicherheitsprobleme der Truesmart auch haben kann ich jedoch nicht sagen. Müsste man noch mal in den einschlägigen Foren surfen.

Fortsetzung folgt…

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7 Kommentare zu “First light – meine Omate Truesmart ist angekommen
  1. Christian sagt:

    Danke für den informativen Beitrag. Bin auch gespannt auf einen Bericht über das Einsetzen der SIM-Karte. Die mitgelieferten Schrauben sollen ja leider von schlechter Qualität sein.

    • Moin, kurzer Spüoiler zum Thema Schrauben :-). Die SIM ist mittlerweile in der Uhr. Die Schrauben ansich haben mir dabei keine Probleme bereitet. Habe trotzdem die Ersatzschrauben beim Zusammenbau genommen. Das liegt daran, dass auf den winzig kleinen Schraub noch viel winzig kleinere Dichtringe sitzen. Bei einer Schraube ist mir dann beim rausschrauben der Ring abgefallen. Den wieder auf die Schraube zu setzen habe ich mir gespart. Mehr zu dem Thema im nächsten Omate-Bericht :-).

  2. Engeln sagt:

    Hi

    meine Uhr ist gestern auch angekommen. habe sie gerade neu geflasht.
    Jetzt sind alle meine apps weg, die vorher im orginal Image drauf waren….der omate store alles ist futsch?????

    • Moin,
      bei mir waren danach noch alle da. Der ostore auch. Kann jetzt natürlich nicht genau sagen, ob bei mir irgend etwas nicht korrekt gelaufen ist oder bei dir. Würde die Frage am besten noch mal bei xda-developers stellen. Die ostore.apk findest du auch dort.

  3. Engeln sagt:

    normalerweise , so ich das gerade gelesen habe, ist dann alles futsch…hab mein backup wieder eingespielt.Aber ohne Multisim macht die Uhr noch wenig Sinn wie ich finde…..ich bekomme sie nicht wirklich gekoppelt mit dem Truesmart Manager.

  4. Andreas sagt:

    Habe meine Truesmart im Oktober 2013 (!) gekauft (330 USD), aber bisher außer Ausreden keine Uhr bekommen. Ich hoffe das ändert sich nun bald.
    Meine Frage an Dich:
    Was musstest Du noch beim Postboten bezahlen ?
    Und woher hatte der Zoll Deine Telefonnummer ?
    Warum braucht der Zoll einen Zahlungsnachweis – Ist keine Deklarierung / Rechnung am Paket vorhanden ?

    LG Andreas

    • Da muss ich mal tief in meinen Erinnerungen graben :-). Die Tel. Nr. habe ich glaube ich bei der Umfrage angegeben. Kann mich da aber nicht so ganz mehr dran erinnern. Zoll/Steuern wurden beim Postboten an der Tür bezahlt. Hatte ich aber zu meinen Eltern schicken lassen, da ich keine Lust hatte, das Paket vom Postamt abzuholen. Hat mich 55 Euro gekostet. In etwa so, wie ich das vorab über Zoll-Rechner ausgerechnet hatte. Eine richtige Rechnung lag der Uhr nicht mit bei. Wennich da die EInträge der Kickstarerkommentare richtig in Erinnerung habe war das schon bei den ersten Auslieferungen ein Problem und es ist nicht wirklich nachvollziehbar, warum Omate darauf anscheinend bis heute nicht reagiert hat. Aber zumindest sind sie bei dieser Eigenschaft konsequent :-).Die dhl-Paketverfolgungsnummer hat übrigens ganz gut funktioniert.

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