Ich bin dann mal raus (erst mal) – Oculus Rift und das liebe Geld

Teurer Spaß - Oculus Rift (Bild: © Oculus VR, LLC)

Teurer Spaß – Oculus Rift (Bild: © Oculus VR, LLC)

Der Preis ist heiß. Mit 741€ ist die Oculus Rift ja nun wirklich kein Schnäppchen. Der Aufschrei der Gemeinde ist so groß, dass sogar klassiche Newsseiten wie spiegel.de darüber berichten. Da kann ich mir einen kleinen Kommentar natürlich nicht verkneifen.

Die Höhe des Preises mag gerechtfertigt sein, kommt für viele jedoch ziemlich unerwartet. Die Kommunikation von Oculus lag das ja nicht unbedingt nahe. Insofern muss sich Oculus die Enttäuschung der Gemeinde selber auf die Fahne schreiben, was Palmer Luckey ja auch mittlerweile schon eingestanden hat.

Was übrigens gerne übersehen wird ist der Umstand, dass es den US-Markt jetzt auch nicht viel besser getroffen hat. Der oft genannte Unterschied 599$ US und 741€ EU hinkt nämlich ein bisschen. Zum US-preis kommen nämlich noch die Sales-Taxes hinzu. Würde man z.B. in San Fransico leben würden noch mal gut 52$ Steuern oben drauf kommen (wenn ich da richtig gegoogelt habe). Der Versand von etwa 30$ fehlt hier auch noch. Nun sind 680$ immer noch weniger als 741€, aber der Abstand ist nicht mehr ganz so extrem.

Gerechtfertigt hin, Kommunikation her, bei dem Preis kann und will ich erst mal nicht mitziehen. Man darf ja nicht vergessen, dass die Rift auch einen potenten Rechner benötigt und man will sich dann ja auch nicht mit den Minimalanforderungen begnügen. Gehen wir also von etwa 1500€ für die Rechneranschaffung aus landen wir bei 2250€. Eine Menge Holz wenn man nur spielen möchte. Auch wenn ich extrem Neugierig bin und eine VR-Brille wie die Rift eigentlich schon seit Kindheitstagen mein großer Traum ist siegt an dieser Stelle dann wohl doch die Vernunft.

Der Oculus Touch-Controller ist noch nicht mal im Preis enthalten (Bild: © Oculus VR, LLC)

Der Oculus Touch-Controller ist noch nicht mal im Preis enthalten (Bild: © Oculus VR, LLC)

Realistisch betrachtet kann man hier glaube ich die Zeit für sich spielen lassen. Early Adopter zu sein war ja schon immer etwas teurer. Und so vermute ich mal, dass die Preise in den nächsten zwei, drei Jahren noch tüchtig purzeln werden. Ob das schon in diesem Jahr einsetzen wird glaube ich eher nicht. Der Preis der HTC Vive wird laut Einschätzung der Kollegen von vrnerds.de wohl noch eher drüber liegen. In wie weit die PlayStation VR mit der Hardware des PS4 ein vergleichbares Erlebnis bieten kann muss sich auch erst noch mal zeigen.

Ein paar andere Player wird es in absehbarer Zeit sicherlich auch noch auf die Bühne treiben. Die cmoar könnte mit ihrem nachrüstbaren Display zum Beispiel einen Blick wert sein. Sind zwar auch schon ein gutes Stück hinter ihrem Zeitplan hinterher, geben aber immer noch einigermaßen regelmäßige Updates von sich. Wie die sich bezüglich des Trackings schlagen wird muss sich auch noch zeigen. Da sie ohne externe Tracker arbeitet wird sie wohl nicht ganz an Oculus Rift & Co ran kommen.

Es ist glaube ich keine schlechte Idee, die eigene Gier etwas zu unterdrücken, sich einen Tee zu machen und gemütlich in den Sessel zurückzulehnen. Schauen wir uns das Schauspiel noch ein bisschen von außen an. Wenn sowohl Oculus Rift als auch Vive und PlayStation VR auf dem Markt sind kann man dann schauen, welche der Brillen einem am besten liegen wird.

Hoffen wir mal, dass durch den hohen Preis das Thema VR nicht wieder in die Niesche gedrückt wird. Die vernüftige Versorgung mit Content dürfte nur dann sichergestellt sein, wenn sich die Brillen in ausreichender Stückzahl beim Kunden finden.

Für Ungeduldige eine schwere Prüfung.

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