Kleiner Mann ganz groß – die Neptune Pine Smartwatch

Nur für große Jungs - die Neptune Pine Smartwatch (Bild: kickstarter/ © Neptune)

Nur für große Jungs – die Neptune Pine Smartwatch
(Bild: kickstarter/ © Neptune)

Wie in „Kick it llike…“ schon vorhergesagt ist die Neptune Pine Smartwatch vorgestern bei Kickstarter gelauncht worden. Ein wirklich furioser Start, den die Pine da hingelegt hat. Die Mindestfinanzierung von 100.000 kanadischen Dollar wurde schon nach 27 Stunden geknackt. Nach gut einem Tag gefundet zu werden kommt bei Kickstarter ja nicht gerade oft vor. Ein Grund mehr, einen weiteren Blick auf dieses relative kleine große Stück Technik zu werfen.

Erst mal die Basics

Die Pine ist mit einem  vollständig ausgestatten Smartphone zu vergleichen. Sie besitzt eine eigene SimCard und ist somit wie die Omate nicht auf ein Smartphone als Companion angewiesen. Dementsprechend beherrscht sie auch eigentlich alle Features, die ein Unter- bis Mittelklassensmartphone so mit sich bringt. Die üblichen Netzwerke werden unterstützt, Bluetooth 4.0, Wlan, GPS, digitaler Kompass, Beschleunigungssensoren und Gyroskop ist alles an Bord.

IP67 Wasserfestigkeit wird angepeilt, ist zurzeit aber noch im Test. Ich würde mich aber nicht drauf verlassen, dass die das auch erreichen, da die Pine auch mit einem 3,5mm Kopfhöreranschluss ausgestattet ist. Das macht meistens Probleme. Der Prozessor, ein Qualcomm Snapdragon S4 1.2Ghz Dual-Core Processor, sollte ausreichend dimensioniert sein. Mit 16 bis 32 GB Speicher passt so einiges an Musik und Filmen auf die Uhr. Es kann allerdings sein, dass die Uhr keine Erweiterung des Speichers via Micro-SD-Card erlaubt. Darüber ist so auf Anhieb in der Kampagne nichts zu finden. Wenn nicht würde ich mich eher für die 32 GB-Version entscheiden. Sammelt sich ja mit der Zeit doch so einiges auf der Uhr an. Besonders, weil sie mit ihrer eingebauten 5 Megapixel Kamera auf der Rückseite auch als ActionCam mit Helmmontage ins Feld geführt wird. Auf die Bildqualität bin ich gespannt. Eine GoPro wird sie vermutlich aber nicht schlagen können. Eine Front-Kamera mit VGA-Auflösung ist auch eingebaut.

Zum Start ist Android 4.1.2 installiert. Ein Update auf 4.4 ist angedacht, wird aber zur Auslieferung nicht auf den Geräten drauf sein. Der Google-Playstore wird angepeilt, ist aber auch noch nicht final.

Dickes Ding

Diese ganzen Sachen inklusive 2,4“ Display mit 320×240 Pixeln Auflösung sind in 66.0 x 53.5 x 14.2 mm Fläche untergebracht. Ganz schön viel in so einer kleinen Schachtel. Andererseits ist die Schachtel allerdings genauso gut ganz schön groß, nämlich genau dann, wenn man sie am Handgelenkt tragen will. Und da liegt ein bisschen das Problem der Pine. Für eine Smartwatch ist sie eigentlich viel zu groß. Man schaue sich nur mal das Kickstartervideo an. Die Wasserdichtigkeit ist für die Uhr eigentlich gar nicht so wichtig. Die Uhr scheint so groß zu sein, dass wenn man damit unter geht vermutlich nicht mehr auftauchen wird. Wer die Uhr als Uhr nutzen soll wäre gut beraten, ausgebildeter Sumoringer der oberen Gewichtsklasse zu sein. Dann kommt es von den Proportionen Uhr/Handgelenk vielleicht hin. Gut, Kim Schmitz Dotcom wird das Teil bestimmt auch passen. Würde mich auch wundern, wenn der das Teil sich nicht holen wird.

Größenunterschied zwischen Neptune Pine und Omate Truesmart.

Größenunterschied zwischen Neptune Pine und Omate Truesmart.

Aber vielleicht ist das mit der Größe gar nicht so schlimm. Kluger Weise haben die Entwickler von Neptune die Uhr so aufgebaut, dass Technik und Armband getrennt werden können. Anders als beispielsweise bei der Omate sind die Antennen nicht mit in das Armband eingezogen. Damit steht dem Besitzer ein komplett ausgestattetes Smartphone zur Verfügung, wenn er auf das Armband verzichtet. Wenn man die Pine nicht als größte Smartwatch der Welt sondern als kleinstes Smartphone der Welt betrachtet, wird die Angelegenheit plötzlich wieder interessant.

Kleines Ding

Der Markt an kleinen Smartphones wird ja immer kleiner. Die Display werden immer größer. Da kommt ein wirklich kleines Smartphone mit ansatzweise aktuellem Android doch mal richtig gelegen. Passt in jede Tasche, setzt nicht allzu sehr auf und wenn man damit mal Sport machen will braucht man sich keinen fetten Trauerflor um den Oberarm binden. Ich denke, gerade die weiße Version würde sich sehr gut in so mancher Clutch machen. Für größere Damenhandtaschen ist sie allerdings nichts. Da findet man sie nicht wieder.  Schaut man sich die Positionierung der Kameras an der Uhr an kann ich mir übrigens vorstellen, dass sich das die Entwickler auch ein bisschen gedacht haben. Für eine Uhr die Hauptkamera zum Handgelenk auszurichten würde ja keinen Sinn ergeben.

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Das kleine Android Smartphone der Welt?
(Bild: kickstarter/ © Neptune)

Nimmt man die Pine als Mini-Smartphone hin finde ich sie echt ganz spannend. Hätte ich mir nicht eine Omate geordert würde ich vielleicht sogar in Versuchung kommen.  Schauen wir mal, wo Neptune mit der Finanzierung landen wird und mit welchen Strechtgoals sie den Run noch so anheizen können.

 

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