Navi für Schwimmer – IOLITE

Navi für Schwimmer - IOLITE (Bild: kickstarter / ©Team IOLITE)

Navi für Schwimmer – IOLITE (Bild: kickstarter / ©Team IOLITE)

Schwimmer, die nur in der Halle unterwegs sind werden das Problem nicht kennen. Gerade aus schwimmen. In der Halle gibt es so schöne Streifen in freundlichem schwarz auf dem Boden, klares Wasser und wem das nicht genügt noch die bunt- beballten Leinen, die die Bahnen abtrennen. Sportler, die im Freien schwimmen kämpfen da schon eher mit einer geraden Linie.

So solls aussehen. Ein GPS-Modul mit LED-Leiste am Kabel. (Bild: kickstarter / ©Team IOLITE)

So solls aussehen. Ein GPS-Modul mit LED-Leiste am Kabel. (Bild: kickstarter / ©Team IOLITE)

Gerade im Wettkampf (ja, wir sind mal wieder beim Triathlon) ist es blöde, wenn man unnötige Wege schwimmt. Da können dann aus 1,5 Km schnell mal 1,7 Km werden. Habe es bei nem Sprint schon mal auf gut 650 Meter gebracht, zumindest der Zeit nach. Wer des Kraulens mächtig ist kämpft noch mehr damit als die bekennenden Brustschwimmer wie ich. Beim Brustschwimmen geht das mit der Orientierung ja noch ansatzweise, vorausgesetzt, dass der Wellengang nicht zu hoch und das Gedränge nicht zu groß ist.

Teilnehmer des Gegen den Wind Triathlons in St. Peter-Ording werden jetzt genau wissen was ich meine. Wer krault muss zudem noch seinen Flow unterbrechen ums sich zu orientieren. Nicht gut. Jetzt kann man natürlich immer der Meute hinterher schwimmen. Ist aber auch kein Garant, dass der erste weiß wo es hingeht. Genau das zum Beispiel war das Problem bei der oben erwähnten 650 Meter-Geschichte. Ganz blöde ist es dann, wenn man keinem hinterherschwimmen kann weil man erster ist. Werde ich wohl nie in den Genuss von kommen, solche Leute soll es aber geben.

Wer darauf keine Lust mehr hat und sich etwas mehr Orientierung beim Schwimmen wünscht kann sich jetzt mal bei Kickstarter das IOLITE anschauen. Es ist eine Art Navi oder vielleicht besser Spurassistent für Schwimmer.

Die Idee ist einfach aber clever. Ein GPS-Empfänger wird unter die Badekappe gestopft und ermittelt die Schwimmrichtung des Schwimmers. Hält er 10 Meter die gleiche Richtung geht das IOLITE davon aus, dass das die Richtung ist, die man die nächste Zeit einhalten möchte. Einen Navi-Modus, bei dem man vorab einen Kurs festlegen kann soll es auch geben. Der dürfte aber eher etwas für Langstreckenschwimmer sein, da die Position der Bojen bei Wettkämpfen ja doch immer mal wieder variiert und man sich da dann schwer vorab festlegen kann.

Vom GPS-Modul führt ein Kabel mit fünf LEDs zur Schwimmbrille. Die LEDs zeigen an, ob man sich auf Kurs hält. Grün in der Mitte teilt mit, dass man geradeaus schwimmt. Weicht man ab kommen die LEDs daneben ins Spiel.

Ray von dcrainmaker hat sich einen Prototypen des Teils schon mal angeschaut und war glaube ich ganz angetan davon, wie leicht man sich danach richten kann.

Nach dem Wettkampf können die Schwimmdaten natürlich am Rechner betrachtet werden

Das IOLITE ist ein interessanter Ansatz. Leider wird das Funding wohl nicht erfolgreich enden. Das dürfte primär an dem hohen Preis liegen. 300 $ ist schon ein ganz schöner Happen. Das nimmt man nicht mal eben so mit, zumal die dafür gebotene Technik zumindest im Einkauf der Einzelteile erheblich billiger sein dürfte. Man darf allerdings nicht vergessen, dass die Anforderungen an Wasserdichtigkeit bei dem Gerät enorm sind. Beim IOLITE können die Entwickler nicht wie Leikr und Omate nachträglich sagen, dass das mit dem Schwimmen nicht so gemeint war und Bilder mit Leuten, die schön auf die Uhr schauend aus dem Schwimmbecken kommen, nicht als Aufforderung verstanden werden sollen, damit ins Wasser zu gehen. Naja, vielleicht schaut der Omate-Schimmer auf seine Uhr weil er gerade festgestellt hat, dass er seine Omate geschrottet hat. Auch möglich.

So gesehen ist der Preis vermutlich durch den höheren Entwicklungsaufwand gerechtfertigt, ändert aber trotzdem nichts daran, dass das vielen Schwimmern zu viel sein dürfte. Für das Geld kann man sich ja schon fast eine Garmin leisten, die zumindest fürs Tracking im Wasser genutzt werden kann. Ray hat es schön formuliert. Schwimmer sind halt nicht wie Rennradfahrer, die gerne mal dreistellige Summen ausgeben um zweistellige Gramm-Beträge am Rad einzusparen.

Wer trotzdem jetzt Interesse am IOLITE gefunden hat sollte sich deren Homepage mal merken. Ich kann mir vorstellen, dass dort in Absehbarer Zeit eine Vorbestellung möglich sein wird.

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