Weg mit dem Maulwurfshügel – verteilen oder abtragen

Wohin mit dem Maulwurfshügel? (Bild: miy.de/O.Thiele)

Winterzeit, Maulwurfhügel-Zeit. Die kleinen Buddler geizen im Herbst und im Winter nicht wirklich mit der Errichtung der Maulwurfhügel und ich vermute mal, dass ich nicht der Einzige bin der sich fragt, wie er seinen Rasen zu nächsten Saison wieder glatt bekommt. Ein Hügel bleibt ja leider selten alleine. Bei der letzten Zählung war eher die halbe Hundert erreicht.

Eins gleich vorweg: Es geht hier NICHT darum, wie man den Maulwurf loswird. Da gibt es ja eigentlich nur zwei Möglichkeiten:

  • Umbringen – für mich ein absolutes No-Go, ganz davon abgesehen, dass das auch gar nicht erlaubt ist. Übrigens überleben die meisten Maulwürfe auch die sogenannten Lebendfallen nicht, da hier in der Regel keiner bereit sein wird, diese zwei, dreimal am Tag zu kontrollieren.
  • Vertreiben – die vielen anderen (meist auf akkustischer oder olfaktorischer Basis) im Netz angepriesenen Möglichkeiten erinnern mich immer an die schönen Mittelchen gegen Erkältung. Ohne Mittel dauert eine Erkältung 14 Tage. Mit ist der Schnööf schon nach zwei Wochen durch.

Finden wir uns also damit ab, dass wir mit dem Maulwurf leben lernen und nur dessen Hinterlassenschaften auf dem Rasen angehen. Nur stellt sich hier die Frage, was damit machen?

Interessanter Weise gibt es beim Thema „Maulwurfshügel beseitigen“ zwei unterschiedliche Meinungen. Trotz intensiver Recherche ist es hier schwer, einen Gewinner im Netz auszumachen. Versuchen wir uns also selber, die bessere Methode herzuleiten.

Weniger wäre mehr… (Bild: miy.de/O.Thiele)

Methode 1: Maulwurfshügel verteilen

Je mehr Maulwurfshügel sich auftun umso größer wird die Frage, ob das ganze nach oben beförderte Material nicht irgendwann dazu führt, dass der Rasen im Allgemeinen uneben wird. Anhänger dieser Idee schwören darauf, die Erde des Hügels um das Loch herum zu verteilen. So soll dafür gesorgt werden, dass hier nicht Erdreich flöten geht. Der nächste Regenguss wird schon dafür sorgen, dass der Rasen wieder zum Vorschein kommt.

Der Vorteil dieser Methode dürfte darin liegen, dass man mit dem Rechen schnell über den Rasen flitzen und die Maulwurfshügel verteilen kann. Nachteilig ist dann jedoch freilich die Optik, die der Rasen bis zum nächsten (stärkeren) Guss annimmt. Und wenn die Menge der Erde, die es zu verteilen gilt, größer und vielleicht sogar noch etwas feucht ist kann man sich entweder eine Menge Zeit für das Einmassieren der Erde in den Rasen reservieren oder muss damit leben, den Rasen später partiell wieder anpflanzen zu dürfen.

Die Methode, die Erde in den Maulwurfsgang wieder einzuschlämmen, halte ich übrigens eher der Fantasie übereifriger Garten-Fanatiker geschuldet. Wenn man nicht zufällig direkt daneben steht, wenn der Maulwurfshügel aufgeworfen wird oder täglich zwei, drei Stunden Zeit hat, sich um seinen Rasen zu kümmern, klappt das einfach nicht. Vielleicht mag das bei vereinzelten Hügeln noch funktionieren (wen man Glück hat und das Loch freilegen kann), bei zweistelligen Hügelzahlen… keine Chance.

Und lohnt es sich, die Erde zu verteilen? Interessanter Weise habe ich im Netz keinen einzigen Beleg dafür gefunden, dass die Gänge dafür sorgen, dass Boden absackt. Vermutlich sind diese einfach zu schmal im Durchmesser, um hier größere Auswirkungen zu haben. Und selbst wenn, dann bringt das Verteilen der Erde um den Hügel herum keinen Vorteil, da man die Erde ja nicht dort aufbringt, wo der Grabtunnel verläuft. Die Chance, die Erde an der falschen Stelle aufzuhäufen und somit über längere Zeit an diesen Stellen für eine Unebenheit des Rasens zu sorgen dürfte deutlich größer sein.

Versuch macht klug. Ab einer bestimmten Menge ist verteilen keine gute Idee. Da werde ich wohl neu ansähen müssen (Bild: miy.de/ O.Thiele)

Methode 2: Maulwurfshügel abtragen

Die etwas aufwendigere Methode ist das Abtragen der Hügel. Schnappt Euch die Schubkarre und eine Schaufel und versetzt den Hügel von dem Grün ins Grau der Karre. Ok, man muss dafür natürlich erst mal den Geräteschuppen entern. Unter dem Strich darf man aber ja auch nicht vergessen, dass das Verteilen auch sehr schweißtreibend sein kann.

So ganz ohne den Rechen kommt man leider auch hier nicht aus. Die Reste wollen ja auch verteilt werden. Ich würde hier beim Aufnehmen mit Schaufel/Spaten nicht zu genau sein. Zum einen kann man den Rasen schädigen, wenn man zu sehr versucht, die Erde vom selbigen zu kratzen und zum anderen kostet das einfach zu viel Zeit. Hier hilft mal wieder die gute, alte 80:20-Regel. 80% der Erde bekommt man in 20% der Zeit weg. Für die restlichen 20% Erde benötigt man dann 80% der Zeit.

Die Erde aus den Hügeln ist übrigens in der Regel sehr hochwertig. Es lohnt sich, die nicht einfach irgendwo in die Ecke zu knallen. Nutzt sie einfach für Eure nächsten Pflanzprojekte. Wenn es zu viel wird kann man auch gerne mal über ein Hochbeet nachdenken. Je nach Menge können ja durchaus ein paar Schubkarren zusammen kommen.

Ein, zwei Schaufeln voll und er ist weg. (Bild: miy.de/ O.Thiele)

Platt machen

Jetzt stellt sich am Ende eigentlich nur noch eine Frage. Wie bekomme ich den welligen Rasen wieder flach? Es stellt ja doch der eine oder andere fest, dass die im letzten Sommer noch so plane Fläche nach dem Winter eher zu einer Berg und Tal-Fahrt einlädt.

Das liegt jedoch nicht an den eingesackten Maulwurfsgängen. Vielmehr dürfte die Ursache darin liegen, dass sich im Winter durch die Temperaturschwankungen die Grasnarbe leicht vom Mutterboden lösen kann. Da muss dann im Frühjahr die gute, alte Rasenwalze wieder ran.

Damit Ihr Euch damit den Rasen nicht kaputt macht solltet Ihr folgende drei Punkte beachten.

  1. Tragt alle Maulwurfshügel ab. Selbst wenn Ihr Eure Rasenwalze mit Blei ausgießen solltet, werdet ihr einen Hügel nicht komplett platt bekommen sondern eher die Erde an der Steller deutlich höher komprimieren als den Boden drum rum.
  2. Fahrt keine engen Kurven. Die Kanten der Rolle können euch auch schön den Rasen kaputt machen.
  3. Rollt, wenn der Boden etwas (aber nicht zu) feucht ist.

Aber bis dahin haben wir ja noch etwas Zeit. Die Frostperiode sollte ja durch sein, damit der Rasen nicht gleich wieder hoch kommt.

Ich werde jetzt erst mal die Schubkarre aufpumpen. Es werden sicherlich so einige Ladungen werden.

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