Let’s make a Makerbuino

Ja, er funktioniert. Mein selbst gelöteter Makerbuino (Bild: www.miy.de | O.Thiele)

Den Makerbuino habe ich Euch ja schon vor kurzem als Kickstarter-Projekt vorgestellt. Und was gibt es schöneres, als ein Review von einem Kickstarter-Projekt zu schreiben, dass doch tatsächlich auch beim Backer angekommen ist. Umso erstaunlicher ist es wenn man bedenkt, dass die Kampagne gerade mal vor gut 7 Wochen zu Ende gegangen ist, ich ein fertiges Produkt in den Händen halte und es sich auch noch um ein Technik-Projekt handelt. Da sind eigentlich eher Monate bis Jahre Verzug die Regel.

Beim Makerbuino handelt es sich um einen kleinen Handheld-Bausatz, den man selber zusammen löten muss. Ok, das macht die Produktion natürlich etwas simpler, da hier nicht die Produktion nach Fernost verlagert werden muss.

Die Hardware des kleinen Kerls ist nicht wirklich stark auf der Brust. Aber darum geht es auch gar nicht. Vielmehr soll mit dem Makerbuino Spaß am Löten und im Idealfall hinterher auch noch am Programmieren vermittelt werden. Wenn man sich auf 84×48 monochrome Pixel reduzieren muss bleibt das selber Programmieren noch ansatzweise übersichtlich. Einstiegsdroge würde ich mal sagen.

Die Spannung steigt… (Bild: www.miy.de | O.Thiele)

Eins vorweg: Einen detaillierten Aufbau-Guide werde ich hier nicht schildern. Dafür ist das Tutorial von Makerbuino einfach zu gut und umfangreich, um hier noch irgendwelche neuen Informationen zu liefern. Ich beschränke mich auf die Punkte, die mir beim Zusammenbau aufgefallen sind und dem einen oder anderen Nicht-Löt-Profi vielleicht etwas Schweiß auf der Stirn ersparen können.

Mise en Place für den Makerbuino

Der Makerbuino kommt also in einer netten, kleinen Verpackung…. in vielen Einzelteilen. Bevor man sich an den Zusammenbau macht, sollte man sich erst mal um das Mise en Place kümmern.

Zuerst schauen wir nach, ob auch alle Teile enthalten sind. Eine schöne Übersicht ist im Online-Tutorial zu finden. Am besten nimmt man sich ein leeres Blatt Papier und sortiert dort alle Einzelteile einmal drauf.

Alle Zutaten im Überblick. (Bild: www.miy.de | O.Thiele)

Am schwierigsten dürfte es sein, die ganzen Wiederstände auseinander zu halten und den entsprechenden Ohm-Werten zuzuordnen. Wohl dem, der mit einem Multimeter umgehen kann (und auch ein funktionierendes zuhause hat). Wer nicht darauf zurückgreifen kann muss sich mit einem Farbcode-Rechner im Netz begnügen. Leider stimmen nämlich die Ringe, die den Widerstand angeben, nicht unbedingt mit den Angaben im Tutorial überein.

Mit einer guten Lupe, viel Licht und oben erwähnten Rechner ist das aber auch kein Problem. Habt Ihr den Widerstand ermittelt macht Ihr euch einen entsprechend beschrifteten Kreis auf euer Papier und legt die Wiederstände da rein. Wer auf Nummer Sicher gehen will fixiert dann die Wiederstände mit Klebefilm, damit die sich nicht nachträglich wieder vermischen.

Ist alles sortiert und vollständig legen wir uns das Werkzeug bereit. Ein Lötkolben mit feiner Spitze ist wichtig. Mit Opas Lötbolzen kommt Ihr da nicht weit. Einen guten und scharfen Seitenschneider braucht Ihr auch. Wer keine Adleraugen hat sollte sich auch eine Lupe, die man aufstellen kann zurecht legen. Man hat ja nur zwei Hände und die benötigt man um Lötkolben und Lötzinn zu halten. Ach ja, Lötzinn muss man natürlich auch haben.

Ein wenig Werkzeug ist für den Zusammenbau auch nötig. (Bild: www.miy.de | O.Thiele)

Da ja durchaus mal was daneben gehen kann ist auch eine Entlötpumpe oder Entlötlitze nicht verkehrt. Wer womit besser zurecht kommt muss man wohl selber herausfinden. Ich hatte jetzt nur die Pumpe zur Hand, meine mich aber zu erinnern, dass ich anno dazumal mit der Litze besser klar gekommen bin.

Let’s get hot

Liegt alles bereit kann man sich Schritt für Schritt an der Anleitung entlang hangeln. Wer jetzt keinerlei Löterfahrung hat steht gleich am Anfang allerdings erst mal vor einer kleinen (bzw. der größten) Herausforderung des Projektes: dem Einlöten des SD-Card-Schachtes. Hier muss man echt auf kleinem Raum agieren (was bei mir dann auch gleich schief gegangen ist). Leider lässt sich der Erfolg der Aktion erst ganz am Ende des Zusammenbaus überprüfen. Lädt das Teil nicht von der SD-Card muss man noch mal ran.

Ich musste den SD-Card-Schacht nachträglich noch mal nachlöten. Das ist etwas unangenehm, da dann nämlich schon der Sockel für den Prozessor eingebaut wurde und man so noch weniger Platz zum Agieren hat. Naja, glücklicher Weise hatte ich damit dann doch noch Erfolg.

Es kann also nicht schaden, sich beim Elektronik-Höker seiner Wahl vorab ein paar Teile zu kaufen um etwas ins Löten reinzukommen.

Ist man erst mal warm geworden geht der Rest fast wie von alleine. Man sollte aber nicht voreilig werden. Immer schön noch mal Platzierung und je nach Bauteil die Richtung kontrollieren. Dann kann eigentlich nichts schief gehen.

Einziger Punkt, der mir nicht so ganz klar wurde ist, welches Kabel ich für die Anbringung des LiPo-Charger-Boards nutzen sollte. Kann auch sein, dass es gefehlt hat. Wenn es Euch genau so geht… kein Problem. Nehmt einfach die abgeschnittenen Beine der Wiederstände. Geht genauso gut.

Eine Lupe ist unverzichtbar (wenn man keine Adleraugen hat) (Bild: www.miy.de | O.Thiele)

Wer kann’s?

Wenn man bedenkt, dass ich das letzte Mal vor gut 25 bis 30 Jahren einen Lötkolben in der Hand und damals in jungen Jahren auch nur ein, zwei kleine Elektronik-Bausätze zusammengelötet hatte dürfte deutlich werden, dass der Anspruch an die Fertigkeiten nicht all zu hoch sind.

Man sollte keinen extremen Tatter in den Händen haben und genügend Geduld mitbringen, sich vorab anzuschauen, was man als nächsten Schritt machen muss. Dann sollte man den Makerbuino auch zusammen bekommen. Und eine Altersgrenze? Nun, wer alt genug ist, den Lötkolben verlässlich an der richtigen Seite anzufassen und mit einer englischen Erklärung klar kommt (zur Not kann hier auch Google Translate helfen) wird bestimmt seinen Spaß damit haben.

Ich habe für den Zusammenbau etwa 3 bis 4 Stunden gebraucht. Lese ja immer lieber zweimal nach. Der Bau alleine hat mir schon so viel Spaß gemacht, dass das Geld für den Makerbuino wirklich gut investiert ist. Wenn man dann bedenkt, dass man danach eine kleine Game-Konsole mit Stolz in den Händen hält, die man selber zusammen gebaut hat ist der Makerbuino eine absolute Kaufempfehlung.

First light nach der Hälfte des Zusammenbaus. Ein ungemein befriedigendes Gefühl, wenn alles klappt. (Bild: www.miy.de | O.Thiele)

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