Abgedreht – LOVE Turntable, der Schallplattenspieler zum aufsetzen

Drehkreisel – der Love Turntable, ein Schallplattenspieler zum draufsetzen (Bild: kickstarter/© love turntable)

Heute schauen wir uns mal den LOVE Turntable an. Das gute, alte Vinyl ist ja nicht tot zu kriegen. Natürlich gibt es viele Zeitgenossen, die der Meinung sind, dass die analoge Schallplatte allen digitalen Medien haushoch überlegen ist. Ob das wirklich der Fall ist will ich hier freilich nicht klären.

Kann ich auch gar nicht. Einigen wir uns also als erstes einfach darauf, dass Schallplatten anders klingen als CD, MP3 oder was auch immer für ein File-Format gerade zur Hand hat. Was einem davon besser gefällt hängt letztendlich vom Geschmack und dem nach längerem Leben übrig geblieben Hörvermögen ab.

Egal, die Schallplatte ist jedenfalls nicht tot zu kriegen. Immerhin lagen die Verkaufszahlen alleine in Deutschland im letzten Jahr so hoch wie schon seit Jahrzehnten nicht mehr.

Aber wie bekomme ich die schwarzen Scheiben heutzutage denn nun ansatzweise brauchbar abgespielt? Liegen ja vermutlich bei so manchen hier noch ein paar Klassiker im Keller. Die Zeit der großen HiFi-Türme ist ja nun auch schon etwas her und ein Schallplatten-Case fürs iPhone gibt es ja nun leider noch nicht.

Einfach aufgesetzt, LOVE Turntable

Der LOVE Turntable käme einem Smartphone-Case ja schon ansatzweise nahe. Wir haben es hier mit einem kleinen Aufsatz zu tun, den man einfach auf eine Schallplatte oben drauf setzt. Zwar braucht man noch eine Basis, diese besteht aber nur aus einer Platte und dem Pin, auf dem man die Platte setzt. Der LOVE Turntable wird dann auf den Pin gesetzt.

Im Gegensatz zum antiken Turntabel dreht sich beim LOVE Turntable nämlich nicht die Platte sondern das Gerät selber. Die Nadel wird im Gerät gesteuert.

Zur Nutzung ist nicht mal ein Smartphone nötig. Einfach Knopf drücken und los geht’s. Ok, ohne moderne Technik kommt man dann doch nicht aus. Irgendwie muss die Musik ja aus dem LOVE Turntable auch heraus bekommen. Dadurch, dass er sich dreht sind Kabel ja leider nicht möglich.

Eine Verbindung kann via Bluetooth oder WiFi aufgebaut werden. Sollte man den LOVE Turntable an eine gute, alte Stereo-Anlage anschließen wollen, kann man den beigelegten Bluetooth-Audio-Adapter nutzen.

Ihr seht schon, ne Menge digitaler Wege werden hier beschritten. Für den audiophilen Puristen dürfte dieses Projekt also eher weniger interessant sein. Es richtet sich eher an diejenigen, die vielleicht noch eine gut sortierte Plattensammlung im Schrank haben, jedoch keinen Platz mehr für einen Plattenspieler verschwenden wollen.

Auch die mobile Anwendung wäre noch ein Kauf-Aspekt. Immerhin soll der Akku für etwa 15 LP-Seiten reichen.

Ein Blick auf die Nadel (Bild: kickstarter/© love turntable)

Was geht?

In wie weit das Projekt nun erfolgversprechend ist kann wie so oft nur schwer beurteilt werden. Die Prototypen sehen schon mal nicht verkehrt aus. Man darf jedoch nicht vergessen, dass hier ein durchaus komplexes Gemisch an Feinmechanik, Produktionsgenauigkeit, Elektronik und Programmierung ineinander fließen müssen. Da sind so einige Stolpersteine auf dem Weg zum Kunden zu erwarten.

Mit gut 330$ plus Nebenkosten  bewegen wir uns hier auch nicht mehr in einem Bereich, der einem bei einem Totalverlust nur mit den Schultern zucken lassen würde. Die Summe täte schon weh.

Bevor man hier also sein Pledge tätigt sollte man genau analysieren, ob man so ein Gerät wirklich braucht. Dass es sich hier um ein cooles Stück Technik handelt sollte man da am besten außen vor lassen.

(Bild: kickstarter/© love turntable)

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