Lego Millennium Falcon 75192 – Edelsteine als Wertanlage

7500 Edelsteine als Geldanlage – der Millennium Falcon 75192 von Lego (Bild: © LEGO System A/S)

In Zeiten, in denen man auf dem Sparbuch eher Staub als Zinsen ansammelt, hat der neue Lego Millennium Falcon 75192 von Lego uns mal auf eine ganz andere Art der Geldanlage gebracht. Nun muss ich vorweg natürlich sagen, dass Finanzgeschichten nicht so ganz mein Steckenpferd sind. Eher im Gegenteil. Es soll sich also am besten jeder selber noch mal gut überlegen, was er mit seinem Geld macht, bevor er in den nächsten Lego-Flagship-Store läuft.

Die Star Wars Collectors-Bausätze von Lego gibt es ja schon etwas länger. Angefangen hat es im Jahr 2000 mit dem 7181 TIE Interceptor und dem 7191 X-Wing. Das weiß ich nicht nur, weil ich in der Lage bin, Google zu nutzen, sondern weil ich besagte Lego-Bausätze selbstredend mein Eigen nennen konnte.

Schon damals waren die Teile nicht gerade billig. Ok, wenn ich mich richtig erinnere musste man für den X-Wing ca 150 Euro auf den Tisch legen. Mit über 1300 Teilen wurde einem dafür aber ordentlich was geboten.

Lego Millennium Falcon 75192 in der Rechnung

Die Grundlage für die Idee des Lego-Invests kommen bei mir so etwa aus dem Jahr 2005. Die großen Lego-Bausätze haben nämlich einen enormen Nachteil. Sie brauchen viel Platz. Und wenn man nun das Teil gebaut und keiner Lust mehr hat, ihm beim einstauben zuzuschauen? Ab, nach ebay.

Hier kam dann die Überraschung. So konnte ich damals das gute Stück, obwohl es schon aufgebaut war, für etwa 300 Euro versteigern. 100% Gewinn in 5 Jahren. Das geht sonst nur mit Apple-Aktien. Wenn überhaupt.

Werfen wir nun einen Blick auf den neuen Lego Millennium Falcon 75192. Mit über 7500 Teilen ist er das größte bis jetzt erschienene Lego-Set. Leider mit 800 Euro auch das teuerste. Zum Vergleich: Der erste Collectors Millenium Falcon 10179 aus dem Jahr 2007 brachte etwa 5200 Teile bei einem Geldeinsatz von 500 Euro mit sich.

Wenn man etwas rechnet zahlt man beim neuen Set als etwa 1 Cent mehr pro Stein. Wobei man im Vergleich zum ersten X-Wing allerdings wiederum 1 Cent weniger pro Teil zahlt.

Aber das Preis pro Teil-Verhältnis ist bei unserer Betrachtung gar nicht so wichtig.

Geduld du haben musst, junger Padawan

Der entscheidende Faktor ist die Zeit. Wie wir am X-Wing gesehen haben steigen die Collectors-Sets mit den Jahren deutlich im Wert. Im Idealfall natürlich, wenn diese noch unberührt sind. Neu und OVP ist der 7191 X-Wing z.B. gerade bei ebay für über 500 Euro weggegangen.

Beim ersten Millenium Falcon 10179 sieht es sogar noch extremer aus. Der geht zuweilen für fast 2800 Euro über die Bühne. Ungebaut versteht sich. Damit hat der Verkäufer in 10 Jahren sein Geld mehr als verfünffacht. Das macht natürlich gierig.

Rechnet man das mal ganz locker auf den neuen Lego Millennium Falcon 75192 um, hätte man aus 800 Euro in 10 Jahren 4480 Euro gemacht. 3 Stück darf man kaufen. Ergibt unter dem Strich ein Gewinn von 11040 Euro.

Ja, mir ist klar, dass diese Rechnung nun sehr spekulativ ist. Die Wahrscheinlichkeit, dass man am Ende mit Plus raus geht dürfte aber durchaus gegeben sein. Wieviel? Keine Ahnung. Macht mich also bitte nicht verantwortlich, wenn Ihr es ausprobiert.

No risk, no fun

Die Geschichte hat neben dem Risiko natürlich auch noch ein paar weitere Haken.

Platz haben, du musst. Was für ein Klotz (Bild: © LEGO System A/S)

  1. Man muss die Anschaffungskosten wie bei jeder Geldanlage übrig haben. Das ist nichts für den Dispo
  2. Man muss genügend Platz haben, das Ding unterzustellen. Die Kiste ist wirklich groß und will gut behandelt werden. Eine zerfledderte und nach Keller riechende Kiste drückt selbstverständlich den Preis
  3. Man muss mental stark genug sein, das Teil nicht aufzubauen. Spätestens an der Stelle bin ich übrigens raus aus der Geschichte.
  4. Wie sich die Preise in mehreren Jahren entwickeln, wenn plötzlich alle auf die Lego-Invest-Idee kommen, ist schwer vorherzusehen.
  5. Sollte Lego auf die Idee kommen, den Lego Millennium Falcon 75192 in einer so exorbitanten Stückzahl zu bauen, dass der auch in 10 Jahren noch regulär zu beziehen ist, hat man auch ein Problem. Denke aber, dass das eher unwahrscheinlich sein dürfte.

Ihr seht, wie immer muss man sich selber überlegen, welches Risiko man eingehen will. Denkt also vorher am besten noch ein paar Tage nach.

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