Ich mach mich nass – das KoldRush-Kühlsystem für Fahrradhelme

Kühlen Kopf bewaren mit dem KoldRush-Kühlsystem für Rennradhelme (Bild: kickstarter / © Scott Powers)

Kühlen Kopf bewaren mit dem KoldRush-Kühlsystem für Rennradhelme (Bild: kickstarter / © Scott Powers)

Selten habe ich eine Idee gesehen, die ich auf der einen Seite so cool und praktisch, aber auf der anderen Seite so bekloppt fand wie das KoldRush-Kühlsystem für Fahrradhelme.

Jeder Rennradfahrer weiß genau wie es sich anfühlt im Hochsommer über glühend heißen Asphalt dahin zu sausen und dabei nach jedem Tropfen Wasser zu lechzen. Da sag noch einer, aufsteigende Hitze sei nur was für die Wechseljahre.

In unseren Gefilden ist da zwar kein so oft vorkommendes Phänomen, aber anderswo kann das echt ein Problem sein. Hitzestau verringert nicht nur die Leistungsfähigkeit. Wer Pech hat und es übertreibt kippt irgendwann vom Rad.

Das hat auch Scott Powers erkannt und jetzt bei kickstarter das KoldRush-Kühlungssystem an den Start gebracht. Eigentlich eine ganz einfache Idee. Wird einem zu heiß, kühlt man sich ab. Meist hält dafür dann die Wasserflasche her. Nachteil bei dieser Methode: Viel Wasser landet auf dem Helm, nicht auf dem Kopf. Außerdem steigt die Temperatur des Wassers mit der Anzahl der gefahrenen Kilometer, so dass man sich zum Endspurt nur noch eine warme Brühe über den Kopf schütten kann.

KoldRush löst diese Probleme, in dem eine Wasserleitung direkt in den Helm gelegt wird. Aus einem isolierten Wasserbehälter saugt per Knopfdruck eine kleine Pumpe das kalte Wasser und verteilt es über ein gelochtes Inlay im Helm auf den Kopf. Man kann also alle paar Minuten den Knopf drücken und behält auch an heißen Tagen einen kühlen Kopf. Ein Stirnband sollte man aber tragen, damit einem die Suppe nicht direkt in die Augen fließt.

Das Innenleben der Banane  (Bild: kickstarter / © Scott Powers)

Das Innenleben der Banane (Bild: kickstarter / © Scott Powers)

Eine sehr coole Idee, leider im einem elementaren Problem: Es sieht wahnsinnig beknackt aus. Der Kühlbehälter erinnert an eine ans Sattelrohr geklebte Banane und der Schlauch, der dann zum Helm läuft erinnert an eine Mischung aus Borg und Intensivstation. Achtung! Eiliger Medikamententransport. Im Wettkampf kann ich mir auch schon bildlich die Diskussion mit den Kampfrichtern vorstellen, ob das nun erlaubt ist oder nicht. Immerhin wurde an die Sicherheit gedacht. Der Wasserschlauch löst sich im Falle eines Sturzes schnell von dem Wasserbehälter.

Ich kann mir auch vorstellen, dass der hin und her schlackernde Schlauch am Rücken auf die Dauer nerven kann. Eine etwas dezentere Gestaltung wäre hier sehr angeraten.

Wer Komfort vor Style setzt und 150 $ plus Nebenkosten nicht scheut kann sich das Teil gerne bestellen. Alle anderen müssen halt weiter versuchen, mit ihren Flaschen gut in die Luftrippen des Helmes zu zielen.

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