Keine Null – Raspiboy, das Retropi-Handheld

Raspberry Pi als Handheld - Raspiboy (Bild: © 8b craft)

Raspberry Pi als Handheld – Raspiboy (Bild: © 8b craft)

Early Bird-Alarm am Nikolaus-Tag. Am 6.12.2016 soll die Kickstarter-Kampagne für den Raspiboy starten. Klingt irgendwie nach Raspberry Pi. Das ist doch mal einen Vorabblick auf die Geschichte wert.

Beim Raspiboy handelt es sich wirklich um einen kleinen Raspberry Pi. Genauer genommen um einen Raspberry Pi Zero. Dieser wird zusammen mit einer Schnittstellenplatine, einem Display, ein paar Buttons und einem Akku schnell zu einer Game Boy Emulation-Station.

So wie es aussieht wird es wohl primär darum gehen, den Raspiboy als Bausatz anzubieten. Aber keine Angst, man benötigt keine Erfahrung im SMD-Löten. Vielmehr haben wir es mit einem Steckbausatz zutun, der auch für den Nicht-Elektroniker einfach zusammen zu stecken ist. Schaut euch einfach mal das Video an. Der Zusammenbau sieht wirklich recht einfach aus. Erinnert mich ein wenig an den Zusammenbau eines Spielzeugs aus einem Überraschungs-Ei. Nur halt ohne Schokolade.

Die Zero im Raspiboy

Die Verwendung eines Raspberry Pi ist bei einem solchen Projekt eigentlich obligatorisch. Wohl keine andere Hardware-Plattform ist so gut mit Emulatoren ausgestattet. Mit einer Retropi-Distribution hat man eigentlich gleich alle Klassiker auf einmal.

Wobei die „neueren“ Konsolen wie z.B. eine Sega Dreamcast dürften auf dem Raspiboy nicht so viel Spaß machen. Da nur ein Rasperry Pi Zero verbaut wird fehlt es der kleinen Kiste ein wenig an Kraft. Die geringe Größe fordert halt seinen Tribut. Wer aber Fan von maximal 16bit Konsolen ist sollte voll auf seine Kosten kommen.

Die Schnittstellenplatine ist eine Eigenentwicklung 8b craft. Das Exemplar, das Ihr im Video seht, ist selbst gelötet. Da kann jemand mit dem Lötkolben umgehen.

Als Akku ist ein 2000mAh-Exemplar gedacht. Damit sollte man laut den Initiatoren etwa 4 Stunden ohne Unterbrechung seinem Hobby frönen können. Ein Upgrade auf ein 5000 mAh-Akku für 10 Stunden Spielspaß ist angedacht und wird vermutlich für einen Aufpreis von etwa 10 Euro zu bekommen sein.

Sieht doch schon mal sehr durchdacht aus (Bild: © 8b craft)

Sieht doch schon mal sehr durchdacht aus (Bild: © 8b craft)

Mitnahme-Artikel

Und da wären wir denn auch schon beim Preis. Der Early Brid wird wohl gerade mal 50 € plus Nebenkosten betragen. Man muss den Spaß zwar selber zusammen stecken, aber trotzdem wäre das eigentlich etwas, was man einfach mal mitnehmen muss.

Bleibt die Frage nach dem Risiko. Das 3D-Modell des Gehäuses soll schon von einem Produzenten begutachten und für ok betrachtet worden sein. Auch das PSB-Layout ist final und kann so wie es ist produziert werden. Wenn man sich das Video anschaut kann man der Aussage glaube ich durchaus Vertrauen schenken. Sieht für mich sehr durchdacht aus.

Damit  die Produktion der Spritzgussformen sich rechnet müssen mindestens 1000 Stück des Raspiboys über die Theke wandern. Drücken wir also die Daumen, dass dieses Projekt genügend Aufmerksamkeit erfährt. Denn wenn ein Retro-Nerd erst mal davon weiß, wird er wohl nicht drum rum kommen.

Update 06.12.2016

Und es ist Nikolaus-Tag. Die Raspi Boy Kampagne ist nun live und Ihr könnt zuschlagen. Die Super Early-Birds für 49€ plus Nebenkosten sind natürlich schnell durch. Der Early Bird mit 59€ geht aber auch noch voll in Ordnung. Selbst die 69€ für den regulären RaspiBoy sind für das Gebotene nicht zu viel.

Wer fleißig die Kampagne in die Welt verteilt kann sich Hoffnung auf ein Batterie-Upgrade von 2000mAh auf 3000 mAh machen. Wem das immer noch zu wenig ist packt einfach noch mal 12 € oben drauf und bekommt ne satte 5000mAh-Ladung. Natürlich wird der RaspiBoy dann auch deutlich schwerer.

Ab Werk wird eine 8GB SD-Card verbaut. Das sollte auch für größere Sammlungen reichen. Für 7€ kann man das aber auch auf 16 GB upgraden.

Ein interessantes Detail der Kampagne zum Schluss. Das eigentliche Gehirn, der Raspberry Pi Zero, wird nicht mitgeliefert. Den muss man sich selber kaufen. Bei 5$ ist das jetzt allerdings kein Drama. Begründet ist dieser Umstand dadurch, dass jeder Besteller des Zero nur ein Exemplar bekommt. Ich vermute mal, dass die Verhandlungen für eine größere Charge dem guten Pierre-Louis Boyer zu aufwendig sind (wenn da überhaupt verhandelt werden kann). Kann ich nachvollziehen.

Dann lasst uns doch mal die Daumen drücken, dass das Fundingziel von 50.000 € schnell geknackt wird.

Tl;dr

Der Raspiboy ist ein Handheld mit einem Raspberry Pi Zero für Retro-Konsolen-Emulation. Macht auf mich einen sehr durchdachten Eindruck.

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