Do-it-Yourself Computer – Der Kano Raspberry Pi Computer aus der Kiste

Das Kano Raspberry Pi Computer Lernsysten (Bild: kickstarter/ © Kano)

Das Kano Raspberry Pi Computer Lernsysten
(Bild: kickstarter/ © Kano)

Es ist ja bald Weihnachten. Wobei Weihnachten ja jedes Jahr länger dauert. Zumindest wenn man sich anschaut, wann die ersten Weihnachtsleckereien in die Supermärkte kommen. Und zu Weihnachten kann man sich ja mal ein bisschen mehr mit möglichen Geschenken für die kleinen Geeks unter uns beschäftigen. Umso besser, wen diese so aufgebaut sind, dass sie den großen Geeks auch gefallen. Lego und Co kann man glaube ich als bekannt voraussetzen. Wer Lego nicht kennen sollte oder denkt, dass man damit nur Sachen aus den Baukästen nachbauen kann, sollte sich mal den Blog „The Brothers Brick“ anschauen.

Wenn ich mal zurück in meine Kindheit schaue waren die Geschenke, die mit Strom funktionierten (mit Ausnahme natürlich  von Lego und Playmobil) immer die Besten. Waren auch noch Chips drin – perfektes Weihnachtsfest. Wohlgemerkt Chips aus Silikon, nicht aus Kartoffeln. Hm, hat sich eigentlich nicht geändert. Ist immer noch so. Was kann es schöneres geben, als unter dem Tannenbaum Kabel zusammenzustecken und Stecker in die Steckdose zu stopfen, natürlich nicht, ohne vorher eine halbe Stunde nach einer freien Verlängerungsdose gesucht zu haben. Da leuchten die Augen doch heller als alle LEDs und Displays gleichzeitig.

Zu spät

Ein fast ideales Geschenk aus dieser Kategorie wird jetzt, wie nicht anders zu erwarten, bei Kickstarter angeboten – der Kano Raspberry Pi Computer . Fast ideal leider nur, weil die Auslieferung erst für Januar 2014 vorgesehen ist. Für Weihnachten etwas zu spät. Aber das nächste Weihnachten und der nächste Geburtstag kommt bestimmt.

Der Kano ist eine Set aus einem Rassberry Pi Einplatinencomputer, Gehäuse, Kabeln, Netzteil, Tastatur, Anleitung und Software. Ein Monitor oder TV mit HDMI-Eingang wird allerdings als vorhanden vorausgesetzt. Der Spaß ist schnell zusammengesetzt und die Software auf SD-Karte schnell eingesteckt. Anschalten und los.

So niedlich und schön verpackt die Hardware ist, primär dürfte es auf die Software und die Anleitung ankommen. Da die Ausrichtung eindeutig auf das Erlernen des Umganges mit Computern und deren Programmierung ausgerichtet ist wird das Betriebssystem Kano OS vermutlich recht einfach zu bedienen sein. Kano OS baut auf einer Debian Linux Distribution auf. Die Oberfläche soll etwas an Spiel-Konsolen erinnern. Die Projekte sind quasi als Level definiert. Zum Start gibt es davon sechs, die jeweils zu funktionsfähigen Programmen führen sollen. Ziele der Level sind die Spiele Pong, Snake, Minecraft, sowie Player für Videos und Musik. Weitere Projekte sollen kommen.

Klick mich

Programmiert wird mit einem visuellen Programmier-Editor, Kano Blocks genannt. Dieser orientiert sich an Googles blockly. Man klickt sich quasi die Befehle zusammen und erhält daraus dann Python oder Javascript-Code. Durch live code updating kann man Änderungen am Programm sofort sehen. Die die visuelle Programmierung dürfte der Einstieg auch jungen Einsteigern leichter fallen, als wenn man sich erst mit der Syntax textbasierter Sprachen rumschlagen muss.

Für jedes Projekt gibt es eine eigenständige, leicht zu verstehende Anleitung. Orientiert wurde sich hier an den von Lego bekannten Schritt-für-Schritt-Stil. Aktuell sind die Anleitung nur auf Englisch, Spanisch, Arabisch und Mandarin erhältlich. Andere Sprachen sind aber in Arbeit. In wie weit diese dann zum Versandtermin zur Verfügung stehen und welche Sprachen geplant sind ist leider nicht ersichtlich.

Himbeeriges

Da es sich beim Kano ja letztendlich um ein Raspberry Pi Rechner handelt ist nach Vollendung der mitgelieferten Projekte noch lange nicht Schluss. Der Pi ist ja mittlerweile sehr verbreitet und die Möglichkeiten sind nahezu unendlich. Je komplexer die Wünsche umso mehr Know How muss natürlich vorhanden sein. Wen mit den Kano Blocks aber der Funke erst mal übergesprungen ist und man Blut geleckt hat sollte der Aufbau des notwendigen Wissens aber zu bewerkstelligen sein.

Wer jetzt schon einen Pi zuhause hat kann übrigens auch nur für die Software pledgen. Spart ein paar $. Wer ein gutes Herz hat kann übrigens gleich zwei Kanos ordern. Das erste Set erhält man selber, das zweite geht via wohltätige Projekte an ein Kind, dass sich so ein Teil sonst nicht leisten kann. Sehr sozial.

Die reine Software gibt es ab 19 $, das komplette Set bekommt man für 99 $. Immer natürlich plus Versand, Zoll und Steuern, wie bei Kickstarter üblich.

Kano ist ein schöner Ansatz, auch jüngeren Geek-Anwärtern nicht nur das daddeln sondern auch das Programmieren näher zu bringen. Da bekommt man echt selber Lust, sich dort auch selber mal wieder auszutoben, selbst wenn man schon ein paar Jahre aus dem Programmieren raus ist. In Anbetracht der Tatsache, dass das Projekt die 100.000 $ Grundfinanzierung in wenigen Tagen geknackt hat bin ich da wohl nicht der einzige, der so denkt. Ich bin mal gespannt, ob Kano uns noch das eine oder andere Strechtgoal zu Gute kommen lassen wird. Behalten wir das mal im Auge.

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