Kannste knicken – Helix Faltrad

Klein gepackt, groß gefahren - Helix Folding Bike (Bild: kickstarter/ © HELIX)

Klein gepackt, groß gefahren – Helix Folding Bike (Bild: kickstarter/ © HELIX)

Wenn ich an ein Faltrad denke gibt es eigentlich nur zwei Varianten. Die Gruselige aus den 70ern, mindestens 30 Kg schwer, schlecht zu falten und um einer Geometrie, die eher etwas für Quallen ist. Oder ein Brompton. Ich gebe zu, ein Brompton steht schon etwas länger auf meiner Wunschliste. Leider sind die Teile ja nun nicht billig und bei 1700 Euro, die das Brompton in der Ausstattung, die mir vorschwebt kosten würde, überlegt man sich die Anschaffung dann ja doch etwas länger.

Eine interessante Alternative könnte jetzt das Helix Folding Bike bei kickstarter sein. Mit Packmaßen von 66cm x 58,4cm x 24,1 cm kann das Helix fast mit dem Brompton mithalten. Dieses ist zwar in der Länge 9 cm kürzer, dafür hat das Brompton in der Breite etwas mehr Speck auf den Hüften und übertrifft das Helix um 3cm. Unter dem Strich aber sind sich beide recht ähnlich.

Der Klappkechanismus scheint mir beim Brompton etwas schneller zu bedienen sein. Das liegt daran, dass beim Helix auch die Single-Fork-Gabel noch geklappt wird. Im Alltag dürfte das der Nutzbarkeit aber keinen Abbruch tun. Die paar Sekunden mehr machen den Kohl nicht fett.

Klar die Nase vorn ist das Helix bei den Laufrädern. Die 16“er des Bromtons sind ja durchaus gewöhnungsbedürftig. Auch das damit einhergehende agile Fahrverhalten ist nicht jedermanns Sache. Das Helix ist mit 24“-Rädern ausgestattet. Das verspricht ein Fahrgefühl, das sehr viel stärker am normalen Fahrrad dran sein dürfte (den die Geometrie denn auch stimmen sollte). Umso erstaunlicher, dass hier trotz der großen Räder ein so geringes Packmaß erreicht werden konnte. Auch beim Gewicht geben beider Räder sich nicht viel.

24“ und gleiches Gewicht? Wie geht denn das? Ja, dafür wird dann leider Titan eingesetzt. Nicht falsch verstehen. Ich habe nichts gegen Titan. Tolles Material. Leider sehr teuer. Und so fängt der Kickstarterpreis dann auch mit etwa 1055 Euro für die Singlespeed-Version an. Da drauf kommen dann noch 200 CAD Shipping sowie Zoll und Steuern. Die eigentlich spannende Version mit der 11-Gang Alfine-Schaltung kommt auf 1415 Euro. Ein stolzer Batzen für ein Fahrrad, das man vorher nicht testen kann. Da braucht man schon eine größere Portion Mut. Sexy genug ist es jedoch.

Gepackt fast ein Brompton (Bild: kickstarter/ © HELIX)

Gepackt fast ein Brompton (Bild: kickstarter/ © HELIX)

Neben dem Preis gibt es für mich übrigens noch einen weiteren negativen Punkt. Wie so oft wird mal wieder auf die ganze Palette an Schmutz-Schutz und Lichtanlage verzichtet. Ok, eine Akkubeleuchtung ist schnell nachgerüstet. Bin aber nun eher ein Fan von Nabendynamos. Die sind aus meiner Sicht verlässlicher. Und ein Rad ohne Schutzbleche ist in unseren Breiten nicht wirklich für den täglichen Weg zur Arbeit geeignet. Wenn man sich das Helix gefaltet anschaut wird es glaube ich auch nicht einfach, Schutzbleche nachzurüsten, da die Laufräder geklappt doch sehr eng am Rahmen sitzen. Irgendwie müssen die Packmaße ja erreicht werden. Vielleicht wäre ja eine Lösung à la Denny Bike möglich.

Ich sehe schon. Mein Anschaffungsproblem bezüglich eines Faltrades ist mit dem Helix immer noch nicht gelöst. Vielleicht doch ein gebrauchtes Brompton? Auch nicht so leicht. Die haben ja einen erstaunlichen Werterhalt. Bei Ebay gehen auch mehrere Jahre alte Brompton nicht unter 800 Euro weg und bei Kleinanzeigen muss man echt aufpassen.

Habe neulich zwei Räder bei unterschiedlichen Anzeigen nachgefragt. Bei der ersten (einen Tag zuvor aufgegeben) bekam ich als Antwort, dass der Besitzer 2 Jahre in Deutschland gearbeitet hätte und nun wieder zurück nach England gezogen sein. Schon etwas seltsam. Muss er dann ja wohl über Nacht verzogen sein. Noch toller wird es, wenn man dann die Antwort auf die zweite Anzeige daneben legt. Dort handelte es sich um einen italienischen Koch, der zufälliger Weise zwei Jahre in Deutschland gearbeitet habe und nun wieder nach Italien gezogen sein. Aha.

In beiden Fällen wäre aber ein Versand gar kein Problem gewesen. Wer da keine Masche vermutet ist selber schuld. Vielleicht hätte ich mal nach der Zahlart fragen wollen. Vermutlich Western Union. PayPal würde mich da doch echt wundern. Also auch noch mal der Rat: Beim Kauf eines gebrauchten Bromptons sollte man die Augen offen halten und die Gier zurück fahren. Schient ein beliebter Gegenstand für Betrügereien sein.

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