Retro, retro – The Internet Arcade Collection – neues Futter für den Retro-Gamer

Eine gepflegte Rund Out Run im Browser - The Internet Arcade (Bild: © O. Thiele)

Eine gepflegte Rund Out Run im Browser – The Internet Arcade (Bild: © O. Thiele)

Hurra, nicht ganz ein Jahr, nach dem archive.org den Console Living Room an den Start gebracht hat, gibt es jetzt neues Futter für den verspielten Nostalgiker. Gut 900 klassische Videospielautomaten haben ihr neues, virtuelles Heim in der Internet Arcade von Archive.org gefunden.

Wieder muss der gute, alte jsmess-Emulator herhalten, um die ganzen M.A.M.E.-Roms abzuspielen. Wie zu erwarten ist die Bedienung nicht ganz so optimal wie bei einem nicht browserbasierten Emulator. Es sind zwar sehr umfangreiche Einstellungen bezüglich der Steuerung möglich, jedoch funktioniert das nicht in jedem Fall und es bedarf so einiges an Aufwand, sich da durch zu quälen.

Ein Gamepad sollte auch möglich sein. Auf Anhieb hatte ich damit jedoch nur teilweise Erfolg. Wird die Seite mit dem gewünschten ROM geladen muss man einen Knopf am Pad so lange drücken, bis der Emulator bekannt gibt, das Pad erkannt zu haben. Mit viel Glück stimmen dann die Tastenbelegungen mit denen des Spiels überein. Wenn nicht… Pech gehabt. Oder ich war bis jetzt zu blöde, die entsprechende Stelle zu finden, die Belegung des Pads zu kpnfigurieren.

Wer sich lieber auf die Tastatur verlassen möchte sollte die Tasten 5 und 6 nutzen, um Münzen in den Automaten zu werfen, 1 und 2 um das Spiel zu starten und die Pfeiltasten für die Steuerung verwenden. Feuertasten sucht man per trial&error.

Auch der Sound ist noch so eine Baustelle. Die ROMs, die ich ausprobiert habe, kamen alle stumm daher. Soll laut FAQ aber auch stark Browser-abhängig sein.

Ein bisschen Geduld sollte man auch mitbringen. Bis die ROMs geladen sind kann schon die eine oder andere Minute vergehen. Aber das kann C64-gestählten Nerven nichts anhaben.

Wenn das Spiel dann aber hoch fährt kommt gleich die gute, alte Stimmung wieder auf. Soweit ich das beurteilen kann sind sogar die gleichen Bootsequenzen zu beobachten, die auch die originalen Platinen hatten. Ist allerdings schon über 10 Jahre her, dass ich eine Jamma-Platine in einem Videospielautomaten gesteckt habe. Nahm dann doch etwas viel Platz in der Wohnstube weg.

Die Auswahl der ROMs ist gut gelungen. Klassiker von Joust über Q-Bert und Out Run bis hin zu Street Fighter 2 und Zaxxon sind vertreten. Zu allen Games gibt es ein paar Informationen. Wer sich aber wirklich ausführlich über ein Spiel informieren möchte sollte aber lieber bei klov.net nachschauen. Die sind etwas großzügiger mit ihren Informationen.

Wenn man bedenkt, dass man bis jetzt sich in eher dunklen Ecken des Netzes rumtreiben musste, um an eine solche Auswahl von ROMs ranzukommen, ist das jetzige Angebot von Archive.org nicht hoch genug einzuschätzen.

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