Winter is coming – Spontanes Igel-Haus für den Garten

Willkommen im Igelhotel. Ein Igel-Haus, schnell gebaut (Bild: miy.de/© O.Thiele)

Was macht man, wenn man einen Haufen Kinder im Garten beschäftigen muss und das letzte Retro-Game, das man gespielt hat, Sonic, the Hedgehog war? Richtig, man baut ein Igelhaus. Der nächste Winter kommt bestimmt und die kleinen Stacheltiere haben ja auch gerne ein stabiles Dach über dem Kopf.

Bauanleitungen gibt es im Netz zu Hauf. Für das spontane Projekt musste bei mir der Bauplan vom Nabu herhalten. Igelhotel mit separatem Schlafzimmer. Luxus pur und durch den abgetrennten Schlafbereich macht man es Katzen und Co. etwas schwerer an den Igel heran zu kommen. My home is my castle.

So ein Häuschen ist schnell gezimmert. Die Menge Holz hält sich in Grenzen. Erst recht, wenn wie bei mir noch vom Bau des Hochbeets so einiges an Holz übrig geblieben ist.

Mit der Handkreissäge arbeiten besser die Erwachsenen (Bild: miy.de/© O.Thiele).

Igel-Haus, mach’s Beste draus

Zuerst steht eine Inventur der eigenen Holzreste an. Soll das Igel-Haus mehr als einen Winter halten, ist zu empfehlen, etwas höherwertigeres Holz zu nutzen. Praktisch, wenn man noch etwas Sibirische Lärche und Siebdruck-Platten übrig hat.

Die benötigten Bretter sind gemäß der Anleitung schnell gesägt. Zum Markieren würde ich einen guten Winkel empfehlen. Geschnitten wird am leichtesten mit der Handkreissäge. Lediglich für den Eingang muss die Stichsäge herausgeholt werden.

Da wir hier nun nicht das CERN nachbauen, muss man sich nicht unbedingt millimetergenau an die Maße halten. Schaden kann es zwar nicht, Improvisieren ist aber erlaubt. Je nachdem, wie der Holzvorrat aussieht.

Mise en place (Bild: miy.de/© O.Thiele)

Schrauben schrauben

Nach dem Zuschnitt ist es schicklich, die Sägekanten glatt zu schleifen. Macht dem Igel zwar nicht viel aus, aber man will sich selber keinen Splitter in den Finger jagen. Wenn man das mit dem Schleifblock und nicht dem Bandschleifer macht ist das eine Arbeit, die auch gerne vom Nachwuchs erledigt werden kann.

Beim Zusammenschrauben ist, je nach Holzhärte und Dicke, Vorbohren zu empfehlen. Es sei denn, man findet Gefallen an ausgerissenen Schraublöchern. Auch hier ist der Igel an sich recht entspannt. Mietminderung wird er vermutlich nicht androhen.

Da ich dickes Holz verwendet habe, war eine Verschraubung des Daches nicht nötig. Es ist schwer genug, dass auch die geneigte Katze und der nächste Herbststurm es nicht runtergewuchtet bekommt. Zwei Führungshölzer, damit das Dach nicht verrutscht, sollten dann auf jeden Fall mit eingeplant werden.

Juchee, mit Séparée (Bild: miy.de/© O.Thiele)

Nachts sind alle Katzen Igelhäuser grau

Der größte Zeitfresser beim Bau dürfte die Bemalung sein. Hier hängt es wieder von der Holzwahl ab. Mit der Sibirischen Lärche und den Siebdruckplatten bin ich fein raus. Die Lärche muss nicht unbedingt gemalt werden. Sie ist sehr robust und graut lediglich mit der Zeit aus, wenn sie nicht bemalt wird.

Die Siebdruckplatten sind das Stabilste, was man in dem Bereich kaufen kann. Der altgediente Musiker weiß, warum aus dem Zeug die meisten Flight-Cases gebaut werden.

Die Dachleisten verschraubt am am einfachsten, in dem man das Haus umgekehrt auf das Dach legt und die Leisten dann positioniert. (Bild: miy.de/© O.Thiele)

All Hands on deck

Ist das Haus fertig muss der richtige Ort gefunden werden. Igel mögen es gerne ruhig und schattig. In einem Gebüsch oder einer Hecke fühlen sie sich am wohlsten.

Hat man das richtige Grundstück gefunden wird das Haus am besten auf zwei Dachlatten positioniert und gestellt. Von Außen können ein paar Blätter und Reisigzweige nicht schaden. Wenn die Wände des Igel-Haus nicht sehr dick sein sollten, ist jedes bisschen Isolierung von Vorteil.

Stellt das Haus am besten auch so, dass es bei Regen nicht in einer Pfütze steht. Nasse Füße mag ein Igel nicht. Wer es dem Igel ganz angenehm machen möchte sorgt dafür, dass der Untergrund aus Kies oder Sand besteht. Für das kleine Geschäft geht er nämlich nicht vor die Tür.

Zack, fertig ist die Laube (Bild: miy.de/© O.Thiele)

 

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