Schneckenschutzwall – ich bau mir ein Hochbeet

Ein Hochbeet macht das Pflanzen leichter (Bild: O. Thiele)
Schutz vor Schnecke – ein Hochbeet macht das Leben leichter (Bild: O. Thiele)

Was tun, wenn das Gemüse Opfer gefräßiger Schnecken wird? Einfach, wir bauen uns ein Hochbeet. Ja, ich weiß. Bauanleitungen gibt es wie Sand am Meer. Aber eine mehr kann da ja auch nicht schaden. Im Grund will ich nur zeigen, wie simpel die Geschichte ist.

Als erstes klären wir mal kurz, wozu so ein Hochbeet gut ist. Das ist im Grund schnell runtergebrochen. Zum einen muss man sich beim bestellen, jäten und ernten nicht mehr so tief bücken und zum anderen ist es in einem Hochbeet einfacher, gefräßigen Schnecken Einhalt zu bieten. Und wenn man sich minimal Gedanken macht kann die Geschichte auch noch ganz chic aussehen. Was will man mehr.

Das Holz meiner Wahl – Lärche (Bild: O. Thiele)

Vorplanung

Zuerst sollte man sich überlegen, wieviele Hochbeete man im Graten stellen möchte und schauen, welche Fläche man dafür abzweigen kann. Wenn man es überschaubar halten möchte würde ich empfehlen, immer in Quadratmeter-Einheiten zu planen. Metermaße sind nun mal einfacher zu berechnen und man kann zuweilen die Bretter schon gleich in der richtigen Länge kaufen.

Die Höhe der Beete ist ein Thema, über das man sich gesondert Gedanken machen sollte. Hohe Bette mit z.B. 1 Meter Höhe haben den Vorteil, dass einem die Arbeit im Beet nachher sehr leicht von der Hand geht. Nachteilig ist jedoch, dass man sehr viel Material für die Füllung braucht und die Hochbeete recht stabil gebaut sein müssen, da der Inhalt mit recht viel Kraft auf die Außenwand drückt. Eine ausgebeulte Wand sieht nicht schön aus und wenn die mal brechen sollte wird es sehr aufwendig, den Schaden zu beheben.

Hochbeete müssen ja nicht immer extrem hoch sein. Zuweilen reichen 60 oder 40 cm vollkommen aus. Man brauch deutlich weniger Füllmaterial und hat trotzdem die Vorteile eines Hochbeetes. Man muss halt lediglich etwas mehr aufpassen, das herunterhängende Pflanzen keine Schneckenbrücken bilden.

Um zu beurteilen, welche Höhe einem am besten liegt, kann es nicht schaden, sich die gewünschte Höhe mit Kartons mal nachzubauen und auf der Höhe mal ein, zwei Blumen umzutopfen oder eine ähnliche Tätigkeit auszuüben. Wenn das nach 5 Minuten keine Probleme bereitet sollte die Höhe auch für das Hochbeet taugen.

Sind wir uns über die Menge einig brechen wir den Spaß auf die zu kaufenden Einzelteile runter. Haben wir bereits Material, das wir verbauen können, müssen wir nur schauen, was noch fehlt.

Es empfiehlt sich immer eine kleine Skizze auf dem Papier zu machen. Sobald wir wissen, was wir wollen, schreiben wir uns eine kleine Stückliste zusammen. Das verhindert, dass man den Baumarkt mehrfach anfahren muss.

Die Einzelteile schon mal an die richtige Stelle legen und schauen ob alles paßt kann nicht schaden (Bild: O. Thiele)

Ein paar Erfahrungswerte

Ich habe die Erfahrung gemacht, dass pro quadratischen 1×1 Meter-Hochbeet vier Vierkant-Hölzer (jeweils eins pro Ecke) ausreichen. Wenn man 2×1 Meter bauen möchte bieten sich sechs Vierkanthölzer an (in jede Ecke eins und auf die Hälfte der langen Seite noch eins). Damit die Form gewahrt bleibt empfehle ich, die Mitte der langen Seite noch mit einer rostfreien Gewindestange zu verbinden.

Wenn wir verhindern wollen, dass wir eines Morgens einen schön großen Maulwurfshügel im Beet vorfinden sollte man am Unterbau nicht sparen. Eine großzügige Abdeckung mit feinmaschigen Maschendrahtzaun ist dringend empfohlen.

Damit das Holz nicht zu sehr in Kontakt mit feuchter Erde kommt sollte die Innenwand auf jeden Fall mit Noppenfolie aus dem Baumarkt ausgeschlagen werden. Es gibt auch Leute, die auf Teichfolien schwören. Diese liegt jedoch eng am Holz an und wenn dann Regen oder Gießwasser zwischen Folie und Holz läuft kann es hier je nach verwendetem Holz früher oder später gammelig werden. Bei Noppenfolie bleiben größere Lufträume übrig was ein besseres abtrocknen ermöglicht.

Der Untergrund wird vorbereitet (Bild: O. Thiele)

Ich und mein Holz

Eine große Frage beim Hochbeetbau ist die nach dem Holz. Bei der Wahl des Holzes würde ich primär darauf achten, dass man etwas Robustes gegen Wasser nimmt. Ob es nun ein einfaches, Kesseldruck-imprägniertes Holz oder unkaputtbare Robinie ist dürfte primär dann dem Geschmack und dem Geldbeutel überlassen werden.

Wer jetzt im ersten Anflug den Gedanken „Ach, egal, kann ich doch entsprechend lackieren“ hat wird sicherlich schnell feststellen, dass das nur für die Außenseite gilt. Wer das Beet komplett entleeren muss um die Innenwand wasserdicht zu malen macht das vermutlich nur einmal.

Ich persönlich habe meine Beete aus Lärche gebaut. Ist zwar etwas teurer, sieht dafür aber auch chic aus, ist stabil, gut zu verarbeiten und muss nicht behandelt, geölt oder lackiert werden… wenn man mit dem Ausgrauen keine Probleme hat. Aber das ist eh teil des Konzeptes bei uns im Garten.

Einkaufsliste

Hier kommt jetzt einfach mal meine klein, ultimative Einkaufliste. Die Menge müsst ihr euch entsprechend eurer Planung selber ausrechnen.

  • 4-Kanthölzer – zwischen 7,5×7,5 und 10x10cm. Je höher das Beet, desto dicker die Balken
  • Erdanker/Bodenspieße passen zu den Vierkanthölzern
  • Ausreichend Holz für die Beplankung. Ich würde mit mindesten 2cm Dicke arbeiten. Ist ne Menge Gewicht, die die aushalten müssen
  • Gewindestange plus Muttern und Unterlegscheiben bei Beeten über 1,5m länge
  • Noppenfolie
  • Engmaschiger Maschendrahtzaun
  • Unkrautvlies
Ein bisschen arbeiten muss man schon. (Bild: O. Thiele)

Ab in den Untergrund

Bevor wir nun die Hochbeete aufbauen bereiten wir die Fläche vor, auf der die Beete errichtet werden sollen. Es empfiehlt sich, etwas großräumiger zu arbeiten. Um die Beete sollte ein wenig Schutzzone sein, damit der Rasen nicht an die Beete herankommt. Das Holz wird es einem über kurz oder lang danken. Außerdem kann man so den Maulwurfschutz etwas großzügiger legen.

Auf Position der künftigen Hochbeete tragen wir zuerst den Rasen ab (so dort noch welcher vorhanden sein sollte) und koffern dann die Stelle etwas aus. Ich bin etwa zwanzig bis dreißig Zentimeter in die Tiefe gegangen. Ist eine Empfehlung, die man überall im Netz liest. Die genaue Begründung, warum man das macht, kann ich Euch jetzt allerdings nicht liefern.

Sind die Erdarbeiten erledigt legt man zuerst die Maulwurfsperre. Hierbei sollte man drauf achten, dass es wirklich engmaschig ist. Zu große Maschen könnten bedeuten, dass sich doch mal ein Maulwurf durchquetscht und nicht wieder zurückkommt. Das wollen wir nun wirklich nicht.

Nach dem Drahtunterbau wird die Kuhle und das Umfeld großzügig mit Unkrautvlies ausgelegt. Wir werden später immer noch genug damit zutun haben, das Beet von durch Flugsamen beglückten Beikraut zu säubern. Da müssen wir uns nicht noch um den Schachtelhalm aus der Tiefe kümmern.

Wir beuen uns eine Maulwurfssperre (Bild: O. Thiele)

Ab an die Säge

Ist der Untergrund vorbereitet kommen wir zu dem eigentlichen Hochbeet. Ich habe meine Beete der Einfachheit halber auf der Terrasse zusammengebaut. Da hier nur ein paar Holzstücke gesägt und geschraubt werden ist das auch für den absoluten Anfänger zu bewerkstelligen.

Als erstes längen wir die Vierkanthölzer auf die gewünschte Länge ab. Kommt jetzt nicht auf den Millimeter an, da wir hinterher noch mit den Bodenspießen ausgleichen können. Als nächstes werden die Seitenbretter auf die gewünschte Länge gebracht. Hier empfiehlt sich schon mehr ein Blick auf eine einheitliche Länge. Sieht halt am Ende schöner aus.

Danach schrauben wir die oberen Lagen Bretter an die Vierkanthölzer. Wir arbeiten also von oben nach unten. Die beiden langen Seiten werden zuerst fertig gestellt und dann entsprechend mit den Brettern der kurzen Sete verbunden. Da wir quasi alles auf dem Kopf bauen sollte bei einem ebenen Untergrund, auf dem wir arbeiten am Ende alles recht gerade sein.

Achtung: Lasst erst mal so viele untere Bretter weg, dass die Bodenspieße noch platz haben. Diese bekommt ihr sonst nicht mehr montiert.

Ist das Beet soweit fertig dreht ihr es um und trag es an die Position, wo es später stehen soll. Wenn es perfekt steht (bitte auf rechte Winkel achten) drückt ihr die Ecken ein wenig in den Boden, so dass Ihr die Abdrücke dieser seht. Jetzt trag Ihr das Beet wieder etwas zur Seite. An den Abdrücken kommen dann so mittig wie möglich die Bodenspieße in die Erde. Danach könnt Ihr die Beete in die Bodenspieße stecken. Wenn es doch nicht so ganz passt kann man die Spieße noch etwas in Position drücken.

Die Bodenspieße müssen erst mal frei bleiben (Bild: O. Thiele)

Jetzt nehmt Ihr euch eine Wasserwaage und einen Gummihammer und treibt die Ecken soweit runter, bis das Beet in Waage steht.

Am Ende montieren wir die letzte Lage Bretter. Wer es perfekt haben will sollte mit einem Bandschleifer an den Stellen wo die Bodenspieße sind etwas Holz von den Brettern abnehmen, damit die Bretter nicht an den Stellen abstehen.

Stehen die Beete machen wir uns an den Innenausbau. Zuerst montieren wir die Noppenfolie. Diese würde ich bis ganz an den oberen Rand heranführen. Zur Befestigung habe ich Nägel für Dachpappe genutzt. Tacker-Klammern reichen nicht aus.

Beete über 1,5m versehen wir mittig mit einer Gewindestange, damit die Erde das Holz nicht auseinander drückt. Hierfür bohren wir einfach mittig auf Höhe der mittleren Vierkanthölzer ein Loch und befestigen die Gewindestange sowohl innen als auch außen mit Muttern.

Hinweis: Zuerst die Noppenfolien, dann die Stange. Sonst bekommt Ihr die Folie nicht vernünftig montiert. Unterlegscheiben nicht vergessen, damit sich die Muttern im Laufe der Zeit nicht durch das Holz ziehen.

Da paßt so einiges rein. (Bild: O. Thiele)

Mach voll die Kiste

Über die Befüllung der Beete gibt es natürlich tonnenweise Literatur, die es besser erklären kann als ich. Kurz zusammen gefasst würde ich als Grundlage dickere Äste oder den einen oder anderen Holzstamm empfehlen. Dann Laub und etwas Mulch und darüber dann Mutterboden. Was man auf jeden Fall bedenken sollte ist, dass der Inhalt sich mit der Zeit noch mal deutlich verdichtet. Wenn Ihr euer neues Beet bis zum Rand befüllt habt werdet Ihr zwei Wochen später stauen, wie sehr es abgesackt ist. Auch nach der ersten Saison kann man wieder ne Menge nachfüllen. Als wiedersteht dem Drang, nach dem Befüllen gleich mit der Bepflanzug zu starten.

Kleiner Tipp: Wenn Ihr im Frühjahr den Garten entert und erst mal 1000 Maulwurfshügel im Garten beseitigen müsst – ärgert Euch nicht, seid dankbar. Die Hügel sind perfektes Füllmaterial für das Hochbeet.

Kräftig wässern nicht vergessen. (Bild: O. Thiele)

Weg mit der Schneck

Und wie mache ich mein Beet nun Schneckensicher? Hierfür empfiehlt es sich als erstes bei der Bepflanzung darauf zu achten, dass man sich nicht hier schon die Viecher ins Beet holt. Also alle Pflänzchen mal kurz etwas genauer anschauen.

Damit die Schnecken nicht einfach das Beet hoch kriechen gibt es mehrere Möglichkeiten, dies zu verhindern. Die einfachste dürfte ein Kupferband um das Hochbeet sein. Das wirkt zwar nicht zu hundert Prozent, ist aber einfach anzubringen und kostet nicht viel. Nehmt aber bitte ein schön breites. Die Überquerung ist für Schnecken nicht angenehm und je weiter der Weg um so größer die Wahrscheinlichkeit, dass den Biestern die Lust vergeht.

Spezielle Lacke wie Schnecksagon kann man sicherlich auch verwenden. Nur sind diese recht teuer und müssen regelmäßig erneuert werden. Wer den Aufwand und die Kosten nicht scheut kann aber sein Glück versuchen.

Die sicherste Methode ist laut meiner Recherche der Einsatz eines Elektrozaunes. Leider ist stehen die entsprechenden Module beim einzigen googelbaren Anbieter immer auf ausverkauft. Aber wer möchte kann recht einfach sich selber was bauen. Youtube-Anleitungen gibt es diverse.

Worauf man bei allen Lösungen auf jeden Fall achten muss ist, das herunterhängende Pflanzenteile keine Brücke für die Schnecken bilden. Damit würde es man ihnen zu einfach machen.

Vom präventiven Einsatz von Schneckenkorn würde ich dringen abraten. Das Zeug bringt zwar Schnecken um, lockt diese aber auch sehr stark an. Und wenn erst mal bekannt ist, wo es was zu holen gibt, finden sich bald mehr von den Tieren ein als einen lieb ist.

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