Aufgeladen – GreenWorks G-MAX 40V Twin Force Akkurasenmäher Review

So kommt er an, der G-MAX 40V Twin Force Akkurasenmäher (Bild: miy.de/O.Thiele)

Die Saison ist vorbei und der Maulwurf hat die Herrschaft über den Garten übernommen. So komme ich doch endlich mal dazu, Euch das schon längere Zeit versprochene Langzeit-Review meines GreenWorks G-MAX 40V Twin Force Akkurasenmäher angedeihen zu lassen.

Mittlerweile sind am Markt ja nun schon eine Vielzahl von Akkurasenmähern zu finden. Als ich mich vorletztes Jahr um das Thema Rasenmäher gekümmert habe gab es eigentlich nur drei erstzunehmende Geräte. Bosch schied aus, weil mir zum einen die Akkus zu klein waren und ich sie nicht in anderen Geräten weiterverwenden konnte. Warum es mit meiner ursprünglich ersten Wahl nichts geworden ist könnt Ihr in meinem Nicht-Review vom Ryobi-Mäher noch mal nachlesen. Wobei ich hier noch mal nachschieben sollte, dass Freunde von uns einen Ryobi haben und damit sehr zufrieden sind. Vermutlich hatte ich damals nur Pech, dass der Baumarkt eine schlechte Charge erwischt hatte.

Dritter im Bunde waren dann damals GreenWorks, bzw Horcura. Meine Ursprüngliche Idee war, mir das ganze System von Horcura anzuschaffen, da mein Vater sich dieses auch angeschafft hatte und man so doch prima im Notfall Akkus leihen könne. Kleine Erklärung: Horcura war ein Hersteller, der sich einfach von Greenworks hat die Geräte 1:1, bloß mit anderem Label und Gehäusefarbe, bauen lassen. Die wurden dann für recht wenig Geld an den Markt gebracht. Ein Geschäftsmodell, mit dem Greenworks wohl nicht ganz so gut  klar gekommen ist. Nachvollziehbar. Auf jeden Fall hat Horcura den Vertrieb der Akku-Linie eingestellt, bevor ich den Mäher kaufen konnte.

Trotz des ersten Schrecks, da ich zu dem Zeitpunkt schon Akku, Trimmer und Heckenschere hatte, war das nun kein großes Drama. Wie gesagt, die Geräte sind ja baugleich, so dass mein Akku problemlos auch in den GreenWorks G-MAX 40V Twin Force rein passt. So fiel die Wahl auf dieses Gerät.

Ein paar bewegte Bilder können ja nicht schaden. Das Video ist zwar nicht von mir, zeigt das Gerät jedoch ganz gut.

Qual der Wahl

Vielleicht noch ein paar Überlegungen zu dem Thema, warum es nun ein Akku-Mäher sein sollte. Mit etwa 500 m² Rasenfläche bewege ich mich so gerade am Rand der Größe, die eigentlich zum damaligen Zeitpunkt zu groß für nen Akku-Mäher war. Mit einem Kabel wollte ich nicht über das Gelände und auf Benzin habe ich keine Lust. Zu groß, zu schwer und nen Benzinkanister muss ich auch nicht immer rumstehen haben.

Der Spindelmäher ist bei der Geländegröße auch nur nutzbar, wenn man alle zwei bis drei Tage mäht. Dann jedoch ist ein guter Spindelmäher eine sehr gute Alternative, zumal der Schnitt eines Spindelmähers generell schöner ist als der von Motor-Mähern. Hier werden die Halme nämlich abgeschnitten und nicht abgeschlagen. Und über das schöne Fußball-Feld-Streifen-Muster brauche ich glaube ich nichts zu sagen.

So bin ich mit meinem Gardena Comfort genauso schnell über das Gelände rüber wie mit dem Greenworks. Leider geht das nur, wenn der Rasen nicht zu lang ist. Schafft man es mal nicht, auch unter der Woche zum Mähen zu gehen, sollte es doch etwas Motor-betriebenes sein.

Rausholen, losmähen. Ein unspektakuläerer Aufbau. (Bild: miy.de/ O.Thiele)

Akku, wechsle dich

Neben dem kabellosen Betrieb dürfte der wohl größte Vorteil eines Akku-Rasenmähers sein, dass man die Akkus auch in anderen Geräten verwenden kann. Tipp: Such Euch ein System, dass möglichst viele Gerätschaften anbietet. Es ist einfach praktisch, wenn man die Akkus auch in Heckenschere, Laubbläser und so weiter verwenden kann.

Bei mir haben mittlerweile neben dem GreenWorks G-MAX 40V Twin Force auch noch der Rasentrimmer, die Heckenschere und die Kettensäge ein Heim gefunden. Ok, die Kettensäge habe ich nur, weil ich die zusammen mit nem Akku quasi gratis oben drauf bekommen habe. Ein Hoch auf Kombiangebote. Aber ohne Abgasgestank für die nächste Zombi-Apokalypse gerüstet zu sein stärkt das grüne Gewissen.

Frisch gemäht ist doch eine feine Sache. Zu kurz mag ich es jedoch nicht. (Bild: miy.de/O.Thiele)

Der GreenWorks G-MAX 40V Twin Force Akkurasenmäher

Meine Wahl fiel auf genau dieses Greenworks-Model unter anderem aus zwei Gründen. Zum einen arbeitet er mit zwei Messern und erreicht damit eine Schnittbreite von 49cm. Zum Zeitpunkt des Kaufs ein nicht schlagbarer Wert. Ok, man kann sich nun streiten, ob 4 cm mehr oder weniger den Kohl fett machen. Egal, viel hilft viel. Zweiter Grund war, dass der Twin Force gleich zwei 40V-Akkus aufnehmen kann. Das verdoppelt natürlich die Reichweite. Aber zum Thema Reichweite kommen wir später.

Der Aufbau des Mähers ist für einen alten Lego-Fan wie mich eigentlich enttäuschend langweilig. Karton auf machen, Mäher rausheben, diverses Verpackungsmaterial entfernen, fertig.

Zwar ist viel Kunststoff am Gehäuse, das aber ist robust. In den zwei Jahren, die der Mäher im Einsatz ist, habe ich noch keine Schäden provozieren können. Mit der Herstellungsqualität des Greenworks bin ich als sehr zufrieden. Lediglich die Schaumgummi-Griffe fangen an den Seiten an, sich aufzulösen. Das ist aber eine normale Abnutzungserscheinung, die sich bei solch einem Material nicht verhindern lässt. Kleiner Tipp für Leute, die das nicht mögen: Nehmt das Schaumgummi ab und wickelt euch Rennrad-Lenker-Band um den Griff. Hält ewig und sieht auch viel cooler aus.

Ein kleiner Minuspunkt bei der Nutzung ist der Klapp-Mechanismus des Bügelgriffs. Will man den Griff einklappen, damit der Mäher im Schuppen möglichst wenig Platz verbraucht, muss man schon gut auf die Finger aufpassen. Habe mir da mehr als einmal die Flossen geklemmt. Aber nach dem dritten Mal weiß man, worauf es ankommt.

Die Pflege des Mähers ist leider vergleichbar wie mit den meisten anderen Mähern, die ohne Gartenschlauch-Anschluss daher kommen. Man sollte schon regelmäßig der Grasschnitt aus dem Gehäuse holen. Anderenfalls provoziert man eine Pilzfarm. Nicht schön und auch nicht ideal für den Rasen. Gefühlt muss man sich beim Twin Force auch etwas mehr um die angeklebten Rasenreste kümmern. Könnte daran liegen, dass der Schnittraum durch die zwei Messer etwas komplexer gestaltet ist als bei einem Ein-Messer-System.

(Bild: miy.de/ O.Thiele)

Fang-Frage

Damit einher geht vermutlich auch, dass der Rasen, wenn er denn etwas feuchter ist, nicht mehr so gerne bis ganz nach hinten in den Auffangkorb wandert. Man muss doch des Öfteren stoppen und den Rasen per Hand nach hinten schieben. Achtung: Vorher sollte man natürlich den Sicherungsstecker ziehen. Der ist glücklicher Weise schnell und leicht zugänglich auf der Oberseite angebracht.

Leider fehlt mir hier der direkte Vergleich zu einem System mit nur einem Messer. Vielleicht ist eine Nummer kleiner da unter dem Strich dann doch Gewinn an Komfort.

Der Korb an sich ist gut zu handhaben. Das Einhängen ist zuweilen etwas hakelig, wird bei anderen Herstellern aber auch nicht besser gelöst. Die Größe des Korbes ist gut. Größer wäre zwar theoretisch nicht schlecht, würde dann aber das Handling des Mähers negativ beeinflussen.

Die Beweglichkeit des Systems ist für meinen Geschmack gut. Wobei mein Garten nun nicht so viel Kurvenarbeit nötig macht.

Gib mir Saft

Der interessanteste Aspekt bei Akku-Mähern dürfte die Laufzeit sein. Das erste Jahr habe ich den Greenworks mit einem 40V, A Ah-Akku befeuert. Wenn man ein bis zweimal die Woche mäht kommt man damit einmal komplett über die 500m² meines Kleingartens drüber. Wenn der Rasen jedoch etwas höher ist, oder man auf einen sehr kurzen Schnitt steht kann es da schon vorkommen, dass einem der Saft ausgeht. Ärgerlich, da man dann in der Regel erst am nächsten Tag weiter machen kann. Der Akku ist ja nicht in 10 Minuten wieder aufgeladen. Mein Rekord war, dass ich nach zwei nicht gemähten Wochen im Sommer drei Anläufe gebraucht habe, um komplett den Rasen flach zu bekommen. Da wünscht man sich schon die Möglichkeit, ein Kabel anschließen zu können.

Ich frage mich ja generell, warum da noch kein Hersteller auf die Idee gekommen ist, den Rasenmähern die Möglichkeit zu spendieren, bei leerem Akku ein Kabel direkt anschließen lassen zu können.

Naja, auf jeden Fall habe ich dann befunden, dass ein zweiter Akku her muss. Sind ja leider nicht billig. Mit dem zweiten Akku habe ich auch bei längeren Halmen keine Probleme mehr. Was man allerdings wissen sollte ist, dass nicht beide Akkus gleichzeitig genutzt werden. Bei jedem anlassen scheint der Mäher den Akku zu wechseln. Fährt man seinen Garten also komplett ohne Motorstopp ab, kann es durchaus passieren, dass nur ein Akku genutzt wird. Erst beim nächsten Stopp wird dann gewechselt. Kein Problem, nur muss man das eben wissen. Je leerer der Akku wird desto weniger Leistung bringen halt die Motoren. Beim Mähen mit Korb kommt man natürlich nicht zu solchen Problemen. Beim Mulchen kann das aber schon passieren.

Fazit

Der GreenWorks G-MAX 40V Twin Force Akkurasenmäher verrichtet fleißig in meinem Garten sein Werk. Die Verarbeitungs- und Schnittqualität ist auch nach zwei Jahren Einsatz über jeden Zweifel erhaben. Lediglich die oben erwähnten kleinen Usability-Probleme trüben das Bild ein bisschen. Sollte der Twin Force mal das Zeitliche segnen würde ich vermutlich eher zu der Nummer kleiner mit einem Messer greifen. Aber davon abgesehen hat sich die Anschaffung des Systems gelohnt. Man darf ja auch die anderen Geräte, die mit den Akkus betrieben werden nicht vergessen. Aber das wäre etwas für weitere Reviews. Der Winter ist ja noch lang.

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