Interessantes Panorama – eyeForce VR Headset mit 210° FOV

Dickes Ding mit 210 Grad FOV - eyeForce VR Headset (Bild: kickstarter/ © 2016 Shanghai Yingwei Intelligent Technology Co,Ltd)

Dickes Ding mit 210 Grad FOV – eyeForce VR Headset (Bild: kickstarter/ © 2016 Shanghai Yingwei Intelligent Technology Co,Ltd)

VR-Brillen kommen ja langsam im Mainstream an. Den meisten Exemplaren ist jedoch gemein, dass der sichtbare Bereich (Field of view, FOV) nicht über 110° heraus kommt. Ok, es gibt die StarVR mit 210°. Diese ist jedoch nicht für den Endverbrauchermarkt gedacht und richtet sich primär an VR-Arcaden. Wer trotzdem so ein breites Sichtfeld möchte, kann man einen Blick auf das eyeForce VR Headset werfen.

FOV-Brocken eyeForce

Auf dem ersten Blick sehen die technischen Daten des eyeForce VR recht interessant aus. Die 210° FOV habe ich ja schon erwähnt. Das ist so viel, dass vermutlich keine schwarzen Ränder am Rande des Sichtfeldes mehr übrig bleiben. Sowas ist natürlich der Immersion sehr zuträglich. Oculus Rift, HTC Vive und Playstation VR kommen im Vergleich dazu ja nur auf etwa 100 bis 110°. Bei den Kollegen von vrnerds.de gibt es übrigens eine schöne Übersicht über die technischen Daten der verschiedenen Modelle.

Mehr abgebildete Fläche benötigt natürlich auch mehr Auflösung. In der Breite ist eyeForce VR mit 3840px und in der Höhe mit 1080px ausgestattet. Damit kommt man auf etwa 13 Pixel pro Grad. Die Auflösung in der Höhe entspricht somit der Playstation VR, Rift und Vive bieten mit 1200 px mehr. Die Auflösung in der Breit ist natürlich nicht 1:1 zu vergleichen. Aber wenn man sich die Pixel pro Grad anschaut liegen Playstation VR und Vive mit ca. 14,5 und Rift mit über 16 px doch ein gutes Stück über der eyeForce. Ich würde also mal vermuten, dass die Chance, Fliegengitter und einzelne Pixel des Displays zu sehen, durchaus größer als bei der Konkurrenz sein dürfte.

Ich brauche mehr Details

Mit wie viel Herz das Display arbeitet ist der Projektbeschreibung leider nicht zu entnehmen. Schade, denn das ist ein doch sehr wichtiger Faktor. Hoffen wir mal, dass sie mindestens die 90 HZ schaffen wird.

Ein weiteres Fragezeichen ist das Tracking. Zwar wird position tracking via Kamera angesprochen, so richtig aussagekräftig ist die Informationslage jedoch nicht. Wenn das nichts taug leidet die Immersion doch sehr stark. LEDs für das Tracking sind im Prototypen bis jetzt noch nicht zu sehen. Das stimmt mich etwas nachdenklich. Spätestens wenn es im Zimmer dunkel wird ist eine Lösung, die ohne läuft aufgeschmissen.

Immerhin kann man den Pupillen-Abstand und die Fokallänge eingestellt werden. Ist ja nun auch nicht selbstverständlich.

Ein funktionierender Prototyp wird in der Kampagne präsentiert. Die Breite des Sichtfeldes, soweit man das auf einem Video beurteilen kann, ist schon recht beeindruckend. Nur hoffe ich, dass die Qualität der Linsen im finalen Produkt noch erheblich besser ausfallen wird. So ist doch ein recht deutlicher Fehler am Ende des Videos in der Linse zu sehen. Fast so, als ob man dort einen Spritzguss-Grad abgerochen hätte oder eine dicke Luftblase eingeschlossen ist.

Die Softwareunterstützung scheint mir auch noch etwas blumig zu sein. Spiele, die OSVR unterstützen, sollen funktionieren. Da wären jetzt mal VR-Experten gefragt, um das besser einschätzen zu können.

Der Vorteil des höheren Field of views ist deutlich (Bild: kickstarter/ © 2016 Shanghai Yingwei Intelligent Technology Co,Ltd)

Der Vorteil des höheren Field of views ist deutlich (Bild: kickstarter/ © 2016 Shanghai Yingwei Intelligent Technology Co,Ltd)

No risk, no fun?

Mit 399 $ plus Nebenkosten schlägt die Brille durchaus ein bemerkbares Loch in die Geldbörse. Es ist zwar günstiger als Rift und Vive, ist aber mit erheblich mehr Unbekannten versehen. Von den üblichen Crowdfunding-Gefahren mal ganz zu schweigen. Ein hoher FOV ist zwar eine tolle Sache, aber nicht alles. Und davon mal abgesehen darf man auch nicht vergessen, dass die erhöhte Auflösung auch deutlich mehr Rechenpower auf Seite des PCs verlangt. Die als Mindestanforderung genannte GTX970 halte ich für sehr optimistisch. Wenn man die Auflösung mit brauchbarer Darstellung beschicken will sollte man wohl mindestens eine 1080er sein eigen nennen.

Kann man gerne mal weiter beobachten und schauen, ob die dann auch wirklich ein brauchbares Produkt auf den Markt bringen werden. Ich drücke die Daumen, etwas Skepsis aber bleibt.

Tl;dr

Das eyeForce VR Headset ist eine VR-Brille mit 210° FOV. Leider stehen noch so einige Fragenzeichen im Raum um eine Kaufempfehlung zu geben. Besser abwarten, wie sich das entwickelt.

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